[...]Erlangen, Deutschland Verfahren der Bandtrocknung für Klärschlamm überzeugt Anfang des Jahres 2021 erhielt HUBER nach EU-weiter öffentlichen Ausschreibung den Auftrag zur Lieferung eines HUBER Bandtrockners BT 16 für die Kläranlage Erlangen. Im Vorfeld der Ausschreibung zu dieser weitergehenden Schlammbehandlung für eine Menge von 15.700 t/a wurden mehrere Verfahren untersucht. Diese waren: Solare Klärschlammtrocknung Hydrothermale Karbonisierung Bandtrocknung Die Entscheidung fiel auf die Variante Bandtrocknung, da mit dieser Trocknung der Klärschlamm kontinuierlich auf >=90 % TR getrocknet werden kann. Der thermische Energiebedarf der Trocknungsanlage wird zu 100% regenerativ aus der bestehenden Kraftwärmekopplung des Klärwerks sowie aus einer Kombination von PV-Anlagen und Wärmerückgewinnung unter Einsatz von Hochtemperaturwärmepumpen sichergestellt. Auch der elektrische Energiebedarf für die Bandtrocknung wird aus der Verstromung von Faulgas im Blockheizkraftwerk zu 100 % regenerativ erzeugt. Der auf ca. 28 % TR entwässerte Klärschlamm kann in dem vorhandenen Schlammsilo zwischengespeichert und über Förderschnecken in den Aufgabetrichter der Dickschlammpumpe abgeworfen werden. Die Exzenterschneckenpumpe fördert den Schlamm in den Extruder des Trockners. In der Schlammleitung wird eine Inline-Eingangs-TR-Messung installiert, über welche kontinuierlich der TR-Gehalt des entwässerten Schlamms erfasst wird. Anhand der gemessenen Werte wird die Trocknungsanlage automatisch und optimal auf den aktuell zugeförderten Schlamm eingestellt. Im Extruder selbst wird der Schlamm durch eine Matrize gepresst und in „Spaghetti-Form“ auf das obere Band des Trockners aufgegeben, was eine hohe Permeabilität für die durchströmende Trocknerluft gewährleistet. Der aufgegebene Schlamm wird vom oberen Trocknerband einmal in Längsrichtung durch den Trockner transportiert. Dabei werden Band und aufliegender Schlamm von unten nach oben von der aufgeheizten Trocknerluft durchströmt und getrocknet. Am Ende des Bandes fällt der Schlamm in den Übergabekasten, wird dann gleichmässig auf dem unteren Band verteilt und in entgegengesetzter Richtung erneut durch den Trockner transportiert. Dabei wird der Schlamm auf die geforderten 90 % TR restgetrocknet. Die am Ende des unteren Bandes angebrachte TR- und Temperaturmessung überwacht kontinuierlich Feuchtigkeit und Temperatur des getrockneten Schlammes und passt die Regelung des Trockners vollautomatisch an. Dadurch wird der geforderte Trocknungsgrades betriebssicher eingehalten. Der getrocknete Klärschlamm wird anschliessend über ein Winkelbecherwerk in ein Trockengutsilo transportiert. Von dort wird das Trockenschlammgranulat mit Silofahrzeugen in die thermische Verwertung gefahren. Die Abluft wird in einem sauren und einem basischen Wäscher gereinigt und anschliessend einem Biofilter zugeführt.[...]
[...]Gross-Gerau, Deutschland Das Wasserwerk Gerauer Land versorgt im hessischen Landkreis Gross-Gerau ca. 65.000 Einwohner mit Trinkwasser, die Wasserabgabe beträgt dabei rund 3,3 Mio. m 3 im Jahr. Sichergestellt wird die Wasserversorgung durch die Eigengewinnung von Grundwasser aus insgesamt zehn Tiefbrunnen, eine anschliessende Aufbereitung zu Trinkwasser durch Enteisenung und Entmanganung sowie die Netzeinspeisung über eine zentrale Druckerhöhungsanlage. Nach mehr als einem halben Jahrhundert Laufzeit hatten die Armaturen, Rohrleitungen, Pumpen und technischen Türen das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. Bei der Erneuerung der Anlage war es das erklärte Ziel der Planer, insbesondere die Energieeffizienz aber auch den Gebäudeschutz wesentlich zu verbessern. Im Zuge der Sanierungsmassnahme wurden deshalb einbruchhemmende Edelstahltüren der Firma HUBER SE aus Berching eingebaut. Diese erhöhen durch eine verstärkte Einbruchsicherheit den Schutz der Räume, denn man wollte auch hier auf dem neuesten Stand der Technik sein. Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel und sollte daher angemessen vor jeglicher Beeinträchtigung geschützt werden. Dem unerwünschten Eindringen in eine Wasserversorgungsanlage darf aus diesem Grund keine Chance gegeben werden. Für diesen Einsatzfall ist die einbruchhemmende HUBER Sicherheitstüre TT2 in den Widerstandsklassen RC3 und RC4 (Resistance-Class, ehemalig WK3/WK4) mit Prüfzeugnis bestens geeignet. Die Edelstahltüren sind speziell als Zugangstüren für die Trinkwasserversorgung konzipiert und erfüllen die Forderungen der DIN EN 1627. Jede HUBER Edelstahltür des Typs TT2 kann von innen geöffnet werden, auch wenn die Tür von aussen abgeschlossen ist. Für Türen im Wasserversorgungsbereich ist dies ein wichtiger Aspekt im Hinblick auf Arbeitssicherheit und Unfallschutz. Die mit einem Längsschliff versehenen Türblätter bieten ein ansprechendes Design und sind mit einem FCKW-freien Isolierkern ausgeschäumt. Um eine lange Lebensdauer zu gewährleisten, werden Zarge und Türblatt unter Schutzgas geschweisst, im Tauchbad gebeizt und passiviert. Durch diverse Optionen, wie beispielsweise Blech- oder Holzaufdopplungen, kann die HUBER Sicherheitstüre TT2 optimal an bestehende Kundenbedürfnisse angepasst werden. Sonderwünsche unserer Kunden in Beziehung z. B. auf Lackierung, Anbringung von Logos oder Türformen wie Rund- oder Spitzbögen werden von uns gerne berücksichtigt und umgesetzt. Oftmals spielt auch der Denkmalschutz eine wichtige Rolle, auf die bei der Aussengestaltung der Türen eingegangen werden muss. Sämtliche Türen für die Druckerhöhungsanlage Gerauer Land wurden mit Magnet- und Schloss-Riegelkontakten ausgestattet, so kann die Gebäudehülle lückenlos überwacht werden. Sicherheitstüren, die im Aussenbereich eingesetzt wurden, erhielten zusätzlich eine Blechaufdopplung, um das Öffnen der Tür auch bei direkter Sonneneinstrahlung zu gewährleisten. Oftmals stellt dies im Frühjahr oder Herbst, wenn die Sonne die Türen aufheizt, ein Problem dar. Aber nicht nur die Gebäude der Trinkwasserversorgung unterliegen einem besonderen Schutz gegen unbefugten Zugang. Auch entfernt gelegene Schächte wie beispielsweise Tiefbrunnen oder Quellschächte sind stark durch unbefugte Manipulation bedroht. Dabei ist nicht zwingend von einem „Anschlag“ auszugehen, oft handelt es sich um Vandalismus, der durch erhöhte mechanische Sicherheit ein Eindringen in den Schacht verhindern kann. Aus diesem Grund gehören verschiedene einbruchhemmende Schachtabdeckungen zur Produktpalette von HUBER. Diese Schachtabdeckungen sind ebenfalls geprüft nach DIN EN 1627 in der Widerstandsklasse RC3 und in unterschiedlichen Grössen erhältlich. Mit der Erneuerung der in die Jahre gekommenen zentralen Druckerhöhungsanlage leistet das Wasserwerk Gerauer Land einen wichtigen Beitrag zur Energieeinsparung und zu einer optimalen Sicherung der Gebäudehülle. Wir von HUBER sind stolz, einen kleinen Teil zur Sicherung der Versorgung im Gerauer Land beizutragen![...]
[...]Winterthur, Schweiz Winterthur, im Kanton Zürich gelegen, liegt im Bekanntheitsgrad sicherlich hinter Bern, Zürich oder Genf zurück. Allerdings befindet sich in der sechstgrössten Stadt der Schweiz ein Wahrzeichen der besonderen Art. Der Wintower, 1966 von der Firma Sulzer errichtet, hielt knapp 40 Jahre den Titel des höchsten Hochhauses der Schweiz. Im Rahmen einer Sanierung wurde auch das Heiz- und Kühlsystem überarbeitet. Den Zuschlag erhielt hierbei die Abwasserwärmenutzung mit dem HUBER ThermWin-Verfahren. Auf 28 Stockwerken verteilen sich ca. 22.000 m² Bürofläche. Durch eine Komplettsanierung des Innenausbaus und der Aussenfassade kann das Minergie-Konzept der Schweiz angewandt werden. Dieses Konzept sieht einen äusserst niedrigen spezifischen Heizwärmebedarf von ca. 30 W/m² vor. Die niedrige Vorlauftemperatur des Heizkreislaufes ist ideal für den Einsatz von Wärmepumpen. Als Energiequelle für diese Art von Heizsystemen wurde bisher Umgebungsluft oder Erdwärme genutzt. Das HUBER ThermWin-Verfahren bedient sich allerdings einer anderen Quelle. Die notwendige Energie zur Klimatisierung des Wintowers wird aus dem Abwasser des öffentlichen Kanalnetzes gewonnen. Die räumliche Nähe zum Hauptsammler ist ein weiterer Aspekt welcher für die Nutzung von Abwasserwärme spricht. Der Lösungsansatz des HUBER ThermWin-Verfahrens liegt in einem oberirdischen Wärmeaustausch. Der HUBER Abwasserwärmetauscher RoWin befindet sich im Kellergeschoss des knapp 100 Meter hohen Hochhauses. Beschickt wird der Wärmetauscher über eine Tauchpumpe. Diese sitzt in einem Schacht direkt neben Abwasserkanal. Dieser Schacht ist mit dem Kanal verbunden und dient somit als Vorlage für die Abwasserpumpe. Weiterhin findet hier die vertikale HUBER Siebanlage ROTAMAT® RoK 4 Platz. Im Wärmetauscher findet ein Energieaustausch zwischen gesiebtem Abwasser und dem Zwischenkreismedium der Wärmepumpe statt. Diese Art des Aufbaus ermöglicht eine einfache Zugänglichkeit zu allen Anlagenteilen und sorgt somit für eine einfache und kostengünstige Wartung. Bei einem Trockenwetterfluss von ca. 160 l/s werden dem Kanal ca. 50 l/s entnommen, vorgereinigt und der Wärmetauscheranlage zugeführt. Durch eine Abkühlung von ca. 2,1 Kelvin werden dem kommunalen Abwasser somit ca. 440 kW entzogen. Eine Wärmepumpe nutzt diese Energiequelle um durch den Einsatz von ca. 150 kW elektrischen Stromes ca. 590 kW Wärme zu erzeugen. Hieraus ergibt sich ein COP (Coefficient of Performance) bzw. Leistungszahl der Wärmepumpe von ca. 4,0. Somit haben ca. 75 % der benötigten Energie ihren Ursprung im Abwasser der Stadt Winterthur. Das System aus HUBER Abwasserwärmetauscher RoWin und Wärmepumpe kann nicht nur während der Heizperiode günstige und umweltfreundliche Heizenergie liefern. In den Sommermonaten kann durch das HUBER ThermWin-System Kälte erzeugt werden. Zur Kühlung des Wintowers werden während der heissen Jahreszeit ca. 600 kW Kälte benötigt. Durch eine einfache Umschaltung der Wärmepumpe zur Kältemaschine kann die die dem Gebäude entzogene Wärme an das Abwasser abgeben werden. Die hierzu benötigte Energie beträgt wiederum nur einen Bruchteil der Nutzleistung. Somit ergibt sich durch das HUBER ThermWin-Verfahren eine ganzjährliche Einsparmöglichkeit von Betriebskosten und schädlichen Umweltemissionen wie beispielsweise Kohlendioxid. Erwärmung und Abkühlung des Abwassers wurden von den Verantwortlichen des Projektes mit max. 0,16 K während des Winters und mit max. 0,26 K in den Sommermonaten begrenzt. Diese Werte können eingehalten werden, wodurch eine Beeinflussung auf die Funktion der Kläranlage ausgeschlossen werden kann. Der nachhaltig denkende Eigentümer gibt dem Wintower durch eine aufwändige Sanierung seinen Glanz vergangener Tage wieder zurück. Die Abwasserwärmenutzung mit dem HUBER ThermWin-Verfahren trägt ihren Teil hierzu bei.[...]
[...]Houten, Niederlande Es ist ein idealer Standort zur weitergehenden Abwasserreinigung: HUBER liefert über die niederländische Repräsentanz Dutch Spiral B.V. bewährte Edelstahl-Ausrüstungsteile aus dem Geschäftsbereich Safe Access Solutions (SAS) für die erste Anlage der Niederlande zur Ozonierung von Abwasser. Im Lieferumfang enthalten sind fünf HUBER Mannlöcher TT8a und drei HUBER Drucktüren TT7. Rückstände chemischer Substanzen im Trinkwasser Das niederländische Trinkwasser gehört aufgrund seiner intensiven Reinigung zur Weltspitze. Immer präzisere Analysemethoden zeigen jedoch, dass im Trinkwasser Rückstände chemischer Substanzen wie zum Beispiel Medikamente vorhanden sind. Ein 2021 veröffentlichter Bericht des Niederländischen Nationalen Instituts für öffentliche Gesundheit und Umwelt RIVM zeigt, dass in mehr als 60 % der Trinkwasserproben Stoffe gefunden wurden, die in dieser Menge nicht im Trinkwasser vorhanden sein sollten. Demografischer Wandel, Einsatz von Medikamenten und Qualitätssicherung des Trinkwassers Die Trockenheit der vergangenen Jahre hat zu einer erhöhten Schadstoffkonzentration geführt, aber auch der demografische Wandel der Gesellschaft und der damit einhergehende vermehrte Einsatz von Arzneimitteln fallen ins Gewicht. Die Qualität des Trinkwassers in den Niederlanden ist weiterhin sehr gut, aber die Sorge um die zukünftige Qualität wächst aufgrund der oben genannten Faktoren. Weitergehende Abwasserbehandlung: Houten erhält die erste Anlage zur Ozonierung des Abwassers in den Niederlanden Die weitergehende Abwasserbehandlung ist ein wichtiger Schlüssel zur Verringerung von Arzneimittelrückständen in Oberflächengewässern. Nach einer landesweiten Analyse wurde die Kläranlage in Houten, einer niederländischen Kleinstadt in der Provinz Utrecht mit rund 50.000 Einwohnern, als ein idealer Standort für die Installation der ersten Anlage zur Ozonierung des Wassers in den Niederlanden festgelegt. Die gebräuchlichsten Techniken haben gezeigt, dass Ozon ein geeignetes Mittel ist, um die Menge an Arzneimittelrückständen zu verringern, die über das Abwasser in Oberflächengewässer gelangen. Es ist angedacht, künftig mehrere Kläranlagen mit einer Anlage dieser Art auszustatten. Bildergalerie Fotos des Projekts Eine der eingebauten HUBER Drucktüren TT7 aus Edelstahl In die Drucktüren integriertes Sichtglas mit Wischer und LED-Beleuchtung ; Aussen- und Innenansicht Installierte Wartungsöffnungen HUBER Mannloch TT8a, rund, verschraubt HUBER Mannloch TT8a - Detailansicht KA Houten erhält fünf HUBER Mannlöcher TT8a und drei HUBER Drucktüren TT7 Die Ozonbehandlung in Houten findet in einem Ozonreaktor aus Beton statt, der mit Belüftungselementen ausgestattet ist. Diese Elemente müssen leicht zu inspizieren und gut zu erreichen sein. Eine druckdichte Tür ist für einen sicheren und zugleich einfachen Zugang die beste Wahl. So wurde für die Ozonierungsanlage in Houten die HUBER Drucktür TT7 gewählt. Die Türen befinden sich sieben Meter unter Wasser und sind mit Schauglas, Scheibenwischern und LED-Beleuchtung ausgestattet, um die Wirkung des Ozons gut beobachten zu können. Es handelt sich um ein massgeschneidertes Produkt mit Anpassungen im Bereich der Abdichtung und der Glasart, um Korrosion durch das Ozon zu verhindern. Die HUBER Drucktür TT7 ist eine vollständig aus Edelstahl gefertigte, einbaufertige Behälterzugangstür speziell für die Trinkwasserversorgung. Die rechteckigen HUBER Drucktüren sind bis zehn Meter druckbeständig, zur Druckseite öffnend, einbaufertig, beidseitig überschalbar (Wandstärke ≥ 280 mm) und statisch geprüft. Der Reaktor besteht aus verschiedenen Kammern. Um eine korrekte Probenahme je Kammer durchführen zu können, wurden auf der Decke jeder Kammer druckdichte HUBER Mannlöcher TT8a verbaut, die bis zu einem Gasdruck von 40 mbar beständig sind. Die speziell für die Trinkwasserversorgung entwickelten HUBER Mannlöcher sind Wartungs- und Sichtöffnungen aus Edelstahl, die standardmässig druckbeständig bis 5 Meter Wassersäule sind. Die runden Mannlöcher sind einbaufertig, beidseitig überschalbar und beinhalten eine zwischengelegte Dichtung entsprechend ihrem Einsatzbereich. Als Verschluss dient ein Blinddeckel, an dem zwei Handgriffe zum Anheben befestigt sind und die durch Schraubverbindungen mit der Zarge verbunden sind.[...]
[...]Beijing, China Ablagerungen im Kanalsystem verursachen weltweit Probleme und Kosten. Ob in Europa, Amerika oder Asien, überall müssen die Kanäle von heterogenen Sedimenten gereinigt werden. Unser innovatives Sandbehandlungsverfahren holt nun auch in Peking sicher und zuverlässig den Sand aus dem Abfall und verringert somit die zu entsorgende Masse. 1. Allgemein In den letzten 20 Jahren wurde in China die Abwasserreinigung deutlich ausgebaut. Bis Juni 2012 konnten mittlerweile 3.243 Kläranlagen in Betrieb genommen werden, die durchschnittlich 130 Mio. m³ Abwasser pro Tag reinigen. Jedoch treten gerade bei der Schlammfaulung häufig Probleme durch Ablagerungen auf, die eine optimale Faulung beeinträchtigen und zu Verschleiss an den Entwässerungsaggregaten führen. Die Ursache hierfür liegt in den zahlreichen Bauprojekten in den Städten. Von den Baustellen aus gelangen über Entwässerungspumpen grosse Mengen anorganischer Stoffe (Geröll, Sand und Schluff) ins Kanalnetz und weiter in die Kläranlagen. Oft sind hierdurch die Sandfänge überlastet, sodass die mineralischen Stoffe in die Vorklärbecken und weiter in den Faulturm geraten. Untersuchungen in China zeigen, dass die organischen Anteile im ausgefaulten Klärschlamm nur 30-50 % betragen. In Deutschland liegen diese um ca. 20 % höher, da hierzulande weniger Mineralien in die Abwasserkanäle gespült und diese turnusgemäss gereinigt werden. Die Ziele der Behandlungsanlage wurden vom Auftraggeber folgendermassen definiert: Grobstoffe, Sand und Schluff aus dem Kanalsand abzusondern Organische Stoffe aus dem Kanalsand abzutrennen Waschwasser direkt in die Kläranlage Qinghe einzuleiten. 2. Beschreibung der Behandlungsanlage Die Anlage ist auf dem Areal der KA Qinghe, Beijing, in einem eigens dafür gebauten Bauwerk installiert und für eine Durchsatzleitung von 6 t/h ausgelegt. Die tägliche Durchsatzmenge kann dabei in Spitzenzeiten bis zu 60 Tonnen betragen. Auslegungsdaten: Durchsatzleitung: 60 t/d bzw. 6 t/h Tägliche Betriebsstunden: 8–16 h Kanalreinigung und Transport: von 23–6 Uhr Hauptanlieferung März–Mai und Sept. – Nov. (80 % der Jahresmenge) Input-Material: 10 – 70 % TR; durchschnittlich 62 % TR mit 16 % Organik Bauwerke: Unterirdisches Annahmesilo Behandlungshalle Büro und Schaltschrankraum Verfahrenstechnik (siehe Bild 2): Greifer-Anlage (Kran) Zwischenspeicher- und Dosieranlage RoSF 7 / BG1 Waschtrommel RoSF 9 / BG2 mit Schneckenförderer 2 x Sandwäscher RoSF 9 / BG2-S3 Hydrozyklon mit Klassierschnecke Siebtrommel RoMesh® / BG3 mit Schneckenförderer Langsandfang mit horizontaler Räumschnecke Pumpwerk für Brauch- und Kreislaufwasser Biofilter 3. Detailbeschreibung zur Verfahrenstechnik 3.1 Annahmesilo: Das Kanalräumgut wird als Schlammgemisch mittels Saugwagen – oder bereits in entwässerter Form mittels LKW-Transporter – zur KA Qinghe geliefert und sofort in ein Annahmesilo gekippt. Das Speichervolumen des unterirdischen Betonsilos beträgt 150 m³ (8 m × 5 m × 4,5 m). Über dem Annahmesilo befindet sich ein Gitterrost, der grobe Sperrstoffe zurückhält. Im Annahmesilo ist zusätzlich eine Entwässerungsrinne verlegt, sodass Sickerwasser im Freispiegel in eine Pumpvorlage fliesst. Dieses wird mittels Tauchpumpe (Förderhöhe 15 m) in die Waschtrommel RoSF 9 befördert. Unmittelbar neben dem Annahmesilo ist im Aussenbereich ein Biofilter installiert. Über eine DN500-Rohrleitung wird die Abluft vom Annahmesilo abgesaugt und in den Biofilter eingeleitet. 3.2 Dosieranlage und Grobstofftrennung: Eine Greiferkrananlage entnimmt den Feststoff aus dem Annahmesilo und überwindet geodätisch eine Förderhöhe von ca. 10 m. Oben angekommen wird das kontaminierte Material in einen 6 m³ grossen Zwischenspeicher RoSF 7 gegeben. Mittels einer horizontal eingebauten 500er-Dosierschnecke wird das Material weiter in die Waschtrommel RoSF 9 (siehe Bild 3) gefördert. In der Waschtrommel werden Stoffe, die grösser als 15 mm sind, abgetrennt, gewaschen und ausgetragen. Am Ende der Waschtrommel fallen diese Grobstoffe in einen Schneckenförderer. Der Waschwasserverbrauch der Trommel beträgt etwa 90 m³/h. 3.3 Sandabtrennung und Sandwäsche: Das Unterkorn der Waschtrommel (< 15 mm) wird über eine Weiche zwei COANDA Sandwaschanlagen RoSF 4 (siehe Bild 4) zugeführt. In den Sandwäschern wird der Sand von Organik/Schluff abgetrennt, gereinigt und mittels Schnecke ausgetragen. Der organische Anteil im Sand beträgt weniger als 3 % bei einer Korngrösse von 0,2 mm. Der Waschwasserbedarf beider Sandwaschanlagen liegt bei etwa 22 m³/h und wird aus der MBR-Anlage der KA Qinghe zur Verfügung gestellt. 3.4 Organik-Trennung und Prozesswasseraufbereitung: Der Ablauf der Sandwaschanlage wird im Freispiegel über eine DN350-Rohrleitung in eine Siebtrommel RoMesh® geleitet (siehe Bild 4). Dort werden alle organischen Stoffe mit einer Fläche zwischen 2 und 15 mm abgetrennt und ausgetragen. Das gesiebte Ablaufwasser fliesst direkt in einen unbelüfteten Sandfang, der als Zwischenpuffer für das Prozesswasser (Kreislaufwasser) dient. Der Waschwasserbedarf der Siebtrommel RoMesh® beträgt ca. 12 m³/h und wird aus der MBR-Anlage der KA Qinghe zur Verfügung gestellt. 3.5 Schluff-Abtrennung: Der unbelüftete Sandfang dient nicht nur als Zwischenpuffer für das Kreislaufwasser, sondern trennt auch Schluff bis zu einer Korngrösse von ca. 60 µm ab. Eine im Sandfang installierte horizontale Transportschnecke fördert Feinsand und Schluff an das Ende des Sandfanges. Dort nimmt eine verschleissfeste Sandpumpe alle Sedimente auf und transportiert das Feingut bei einem Volumenstrom von ca. 30 m³/h auf einen Hydrozyklon. Hier werden die feinen Partikel sicher abgetrennt. Der Unterstrom des Zyklons fliesst in eine nachfolgende Klassierschnecke, die den Schluff statisch entwässert und gleichzeitig in einen Container fördert. Der Oberlauf des Zyklons wird durch eine DN100-Rohleitung zurück in den Zwischenpuffer gegeben. Von dort aus wird nun die Waschtrommel mit dem nötigen Waschwasser (Kreislaufwasser) versorgt. Ein möglicher Wasserüberschuss wird vom Zwischenpuffer in die Kanalisation, also in den Kläranlagenzulauf, geleitet. 3.6 Waschwasser-Management: Für den Sandwäscher RoSF 4 und die Siebtrommel RoMesh® werden insgesamt bis zu 34 m³/h Brauchwasser benötigt. Diese Waschwassermenge wird aus der MBR-Anlage des Klärwerks Qinghe bezogen. Das zufliessende Brauchwasser wird standardmässig in einem 25-m³-Zwischentank gespeichert und, je nach Bedarf, den Verbrauchern zur Verfügung gestellt. Für die Waschtrommel RoSF 9 wird, wie beschrieben, das Kreislaufwasser aus dem Zwischenpuffer entnommen. 3.7 Abluftbehandlung: Die Abluftbehandlungsanlage beinhaltet die Aggregate Abluftventilator, Befeuchter, Biofilteranlage sowie Sprinklersystem und hat einen Durchsatz von 6.000 Nm³/h. Die Biofilteranlage besteht aus einem Festbettreaktor, der mit Aktivkohle gefüllt ist. Aus unterschiedlichen Bereichen der Anlage wird die kontaminierte Luft abgesaugt und in die Abluftbehandlung geleitet. Die biologisch behandelte Luft gelangt anschliessend in die Atmosphäre. 4. Erste Ergebnisse Mit dem hier vorgestellten Verfahren kann der Kanalsand durch die Trennschärfe der einzelnen Aggregate kostengünstig in unterschiedliche Fraktionen aufgeteilt werden. Die einzelnen Massenströme sind dabei in der Tabelle in der nächsten Spalte zusammengefasst. Bei einem stündlichen Durchsatz von 6 Tonnen (dies entspricht bei einem TR von 62 % einer Trockenmasse von 3,72 Tonnen) wird der Kanalsand bei der Behandlung in fünf verschiedene Fraktionen aufgeteilt. Der gewaschene Sand mit einem Glühverlust von < 3 % kann beispielsweise als Material für den Strassenbau oder zur Kanalrohrverfüllung wiederverwertet werden. Der abgetrennte Schluff wird ebenfalls als Baumaterial verwendet. Die gewaschenen Grobstoffe (Steine, Hausmüll, Plastik) werden auf einem Abladeplatz gelagert und schonen aufgrund der deutlichen Gewichtsreduktion die Deponiekapazität der Stadt. Die organischen Bestandteile werden kompostiert, sodass daraus wieder Nährsubstrate gewonnen werden. Lediglich das mit Feinorganik belastete Abwasser fliesst der Kläranlage zu und wird zum grössten Teil im Faulturm zu Faulgas umgesetzt. Als weiterer Vorteil lässt sich anführen, dass durch die regelmässige Reinigung der Kanäle die mineralische Feststoffbelastung der Kläranlage deutlich verringert und die Funktion des Sandfanges verbessert wird. Ein somit geringer Schluff- und Sandanteil im Faulschlamm schützt die Kläranlage vor Betriebsproblemen und reduziert die Kosten für Wartung und Verschleiss. Material | Korngrösse | Anteil Anorganisch |> 15 mm|10% |0,2 - 15 mm|41% | < 0,2 mm|49% Organisch |> 15 mm|4% |0,2 - 15 mm|61% | < 0,2 mm|35%[...]
[...]Veranstaltungen HUBER Events und Termine: Veranstaltungen, Messen, Tagungen, Webinare, Seminare und mehr HUBER ist für Sie vor Ort auf Messen, Ausstellungen und Tagungen sowie online bei Webinaren: Bitte auswählen Messen und Ausstellungen Tagungen Webinare 15.09.2026 Webinare Objektschutz in der Praxis: Sicherer Zugang & robuste Schutzlösungen Ein kompakter Überblick über überflutungssichere und einbruchhemmende Lösungen von HUBER – für zuverlässigen Schutz vor... mehr Jetzt anmelden 16.09.2026 - 18.09.2026 Hanoi, Vietnam Vietnam Water Week Wasserwirtschaftsmesse. Im Rahmen des Programms bietet die Wasser- und Abwasserausstellung mit Hunderten von Ständen... mehr 23.09.2026 - 24.09.2026 Darmstadt, Deutschland Papier & Umwelt 2026 Die Fachtagung „Papier & Umwelt“ bietet eine etablierte Plattform für den fachlichen Austausch zwischen Zellstoff- und... mehr 03.11.2026 - 06.11.2026 Rimini, Italien ECOMONDO Die Ecomondo ist die wichtigste Veranstaltung für grüne und Kreislaufwirtschaft. Sie ist der Treffpunkt, an dem... mehr 26.11.2026 - 27.11.2026 Bari, Italien Accadueo Seit über 30 Jahren ist Accadueo die führende internationale Veranstaltung für die Lieferkette im Wassersektor und... mehr[...]
[...]Bickenbach, Deutschland Nach rund drei Jahren Bauzeit wurde im Beisein von zahlreichen Vertretern aus Wirtschaft und Politik am 2. April die Vierte Reinigungsstufe auf der Verbandskläranlage Bickenbach feierlich in Betrieb genommen. Die Vierte Reinigungsstufe in Bickenbach behandelt bis zu 150 Liter Abwasser pro Sekunde und wird künftig den grössten Anteil an gefährlichen und persistenten Mikroverunreinigungen wie Arzneimittelrückstände, Hormone, Biozide und Haushaltschemikalien zuverlässig zurückhalten. Ministerin Hofmann: „Heute ist ein guter Tag für Bickenbach, für die gesamte Region, für ganz Hessen!“ „Mit der Inbetriebnahme der Vierten Reinigungsstufe haben wir heute etwas Wegweisendes geschaffen, um die Trinkwasserqualität im Hessischen Ried weiter zu verbessern“, sagte die Hessische Arbeitsministerin Heike Hofmann in ihrer Laudatio. Dank ihrer bereits bestehenden hochmodernen Systeme und der zusätzlichen Vierten Reinigungsstufe ist die Verbandskläranlage Bickenbach jetzt die fortschrittlichste und leistungsfähigste Kläranlage in Hessen. Vierte Reinigungsstufe behandelt bis zu 150 Liter Abwasser pro Sekunde Die zusätzliche Vierte Reinigungsstufe behandelt bis zu 150 Liter Abwasser pro Sekunde und setzt sich zusammen aus einer Tuchfiltration, einer Ozonierungsstufe und einer nachgeschalteten vierstrassigen Aktivkohle-Stufe. 16 HUBER Aktivkohlefilter CONTIFLOW® GAK gewährleisten dabei die Adsorption der schwer oxidierbaren Spurenstoffe und übernehmen den biologischen Abbau der Transformationsprodukte aus der Ozonung. Vor Eintritt in die Vierte Reinigungsstufe sorgt eine zweistrassige Tuchfiltration, bestehend aus zwei HUBER Tuchfiltern RotaFilt® 2700, für eine zuverlässige Entfernung von Schmutz- und Störstoffen. Bei Bedarf wird diese Stufe auch als Flockungsfiltration zur Phosphorentfernung eingesetzt. Fast schon zur Standardausrüstung von Ozonierungsstufen gehören die bewährte HUBER Drucktür TT7 sowie die HUBER Schachtabdeckung SD5, welche auch in Bickenbach fester Bestandteil des Ozonreaktors sind. Bürgermeister Hennemann: „Entscheidender Beitrag in Sachen Umweltschutz“ Bereits im November 2024 nahm die Tuchfiltration ihren Betrieb in Bickenbach auf, die Aktivkohle-Stufe folgte Mitte Februar und die Ozonierung schliesslich Ende März. „Erste Proben konnten bereits ins Labor zur Begutachtung geschickt werden“, berichtet Jörg Stanzel, seit 22 Jahren Geschäftsführer des Abwasserverbandes, stolz. Das Ziel der neuen Reinigungsstufe ist, das Wasser so sauber wie möglich aus der Kläranlage zu entlassen. „Das sollte uns allen ein grosses Anliegen sein“, sind sich Verbandsvorsteher und Bürgermeister von Bickenbach Markus Hennemann und seine Stellvertreterin Birgit Kannegiesser, Bürgermeisterin in Seeheim-Jugenheim, einig. „Wir leisten damit nicht nur einen entscheidenden Beitrag in Sachen Umweltschutz, sondern tun auch Wichtiges für die nachfolgenden Generationen.“ Mit ihrer neuen modernen Vierten Reinigungsstufe trägt Bickenbach massgeblich zum Schutz des Hessischen Riedes bei. Es ist das grösste Grundwasser-Reservoir des Bundeslandes Hessen und stellt Trinkwasser für rund zwei Millionen Menschen im Rhein-Main-Gebiet bereit.[...]