[...]Wittislingen, Deutschland Kompaktanlagen zur mechanischen Abwasserbehandlung gehören zum Stand der Technik. Der Kosten-/Nutzen-Vorteil dieser Systeme, die zur Entnahme von organischen und mineralischen Feststoffen eingesetzt werden, ist dabei unbestritten. Alleinig der Verbrauch an umbautem Raum schmälert etwas die Wirtschaftlichkeit der konventionellen Kompaktanlagen. Die gleichen Beweggründe spielten bei der Entscheidungsfindung der Gemeinde Wittislingen eine wichtige Rolle. Der Kosten-/Nutzen-Gedanke sollte dabei in Einklang mit dem umbauten Raumbedarf gebracht werden. Letztendlich entschied man sich für unsere neuentwickelte ROTAMAT® Kompaktanlage Ro5 HD mit „Hydro Duct“ Strömungsführung, welche alle Vorteile einer guten Kompaktanlage bei geringerem Raumbedarf erfüllt. In Wittislingen wird das Abwasser mittels Tauchmotorpumpen auf die oberirdisch aufgestellte ROTAMAT® Kompaktanlage gepumpt. Der Abwasserzulauf erfolgt dabei 90° versetzt zum Sandfangsystem, um eine günstige Anströmung des Sandfanges zu ermöglichen. Die Abwassersiebung erfolgt anschliessend höhenstandsgeregelt mittels einer ROTAMAT® Siebschnecke Ro9 bei 5 mm. Das abgeschiedene Rechengut wird mit einem integrierten Rechengutauswaschsystem (IRGA) gewaschen, anschiessend gepresst und in den Rechengutcontainer abgeworfen. Vor dem Rechen ist ein Notüberlauf integriert, so dass das Abwasser bei erhöhtem Zufluss ohne Siebung im Sandfang behandelt werden kann. Ausschliesslich für Wartungszwecke ist zusätzlich eine Notumgehung des Rechens und des Sandfanges in der Anlage integriert. Das nachfolgende „Hydro Duct“ Sandfangsystem ist eine Kombination aus einem belüfteten und einem unbelüfteten Sandfang, bei dem alle Vorteile eines belüfteten und unbelüfteten Sandfanges, jedoch bei kürzerer Bauweise vereinigt werden. Im belüfteten Bereich wird durch Einbringung von feinblasiger Luft eine Wasserwalze induziert. Dadurch werden organische Partikel gut in Schwebe gehalten und gleichzeitig Fett akkumuliert. Das Fett sammelt sich selbstständig in einer separaten Fettfangtasche und wird mittels automatischem Räumsystems/ Exzenterschneckenpumpe entfernt und dem Rechengut zugegeben. Nahtlos schliesst sich die unbelüftete Sandfangkammer an, in welcher aufgrund definierter Geschwindigkeitsverhältnisse eine hohe Abscheideleistung sicher erreicht wird. Eine integrierte Sandförderschnecke transportiert das Sandfanggut in eine neuartige Nachspülzone, in der die organischen Partikel weitgehend ausgewaschen werden. Eine anschliessende Sandklassierschnecke fördert das vorgewaschene Sandfanggut mit einem Glühverlust von kleiner. 10 % in einen Container. Die ROTAMAT® Kompaktanlage in Wittislingen arbeitet nun seit einem halben Jahr zur vollen Zufriedenheit des Betreibers. Vor allem die einfache Bedienung, die Verringerung der zu entsorgenden Reststoffe sowie die Zuverlässigkeit sind hierbei die wichtigsten Punkte. Zusammenfassung: Seit einem halben Jahr ist auf der Kläranlage Wittislingen die neuentwickelte ROTAMAT® Kompaktanlage Ro 5 HD in Betrieb. Mit dieser konfektionierten Anlage werden alle Anforderungen an eine gute mechanische Abwasserbehandlung erfüllt. Durch die Kombination von belüfteten und unbelüfteten Sandfangbereichen wird eine sichere Sandabscheidung trotz Reduzierung der Sandfanglänge erreicht.[...]
[...]Berching, Deutschland Ob Mikrosiebung, Polstoff-Filtration oder GAK Adsorption In den vergangenen Jahren wurde kaum ein Thema intensiver diskutiert als die Einführung der 4. Reinigungsstufe zur gezielten Entfernung von Spurenstoffen. Auch wenn es in Deutschland aktuell noch keine verbindlichen gesetzlichen Vorgaben gibt, machen sich mittlerweile immer mehr Kommunen und Abwasserverbände Gedanken darüber, wie man diese Reinigungsstufe unter Berücksichtigung aller individuellen Anforderungen und Randbedingungen in naher Zukunft realisieren könnte. Den grössten Einfluss auf die Wahl des optimalen Verfahrens haben neben Abwasserzusammensetzung, Platzverhältnissen und Anlagengrösse vor allem die bestehende Anlagentechnik und die Einleitbedingungen auf den Kläranlagen. Es hat sich in den vergangenen Jahren herauskristallisiert, dass bei der 4. Reinigungsstufe sowohl Adsorptions-, Oxidations- als auch Filtrationsverfahren zum Zuge kommen werden. Für all diese Verfahrenslösungen bietet HUBER verschiedene leistungsstarke Schlüsselbausteine an. HUBER Aktivkohlefilter CONTIFLOW® GAK Bei den Verfahren mit granulierter Aktivkohle (GAK) steht mit dem HUBER Aktivkohlefilter CONTIFLOW® GAK ein zuverlässiges Produkt zur Spurenstoffentfernung zur Verfügung, welches durch geschickte Kombination mit dem HUBER Scheibenfilter RoDisc® als Mikrosiebung eine ideal abgestimmte Verfahrenslösung für die 4. Reinigungsstufe bildet. Der HUBER Aktivkohlefilter CONTIFLOW® GAK ermöglicht eine einfache, modulare Nachrüstung selbst auf kleineren Kläranlage, er benötigt keine aufwändige Kohle-Dosiertechnik und erzeugt somit auch keine Schmutz- und Staubbelastung. Ausserdem sind keine Vorkehrungen zum Explosionsschutz notwendig und die eingesetzte granulierte Aktivkohle lässt sich einfach regenerieren und wiederverwenden. HUBER Scheibenfilter RoDisc® Dem HUBER Scheibenfilter RoDisc® kommt als vorgeschalteter Polizeifilter gerade bei Verfahren mit granulierter Aktivkohle (GAK) eine herausragende Bedeutung zu. Er schützt die hochwertige Aktivkohle vor Verunreinigungen und gewährleistet damit langfristig einen stabilen, wartungsarmen Anlagenbetrieb. Als positiver Nebeneffekt entfernt der HUBER Scheibenfilter RoDisc® darüber hinaus fast vollständig das noch im Ablauf enthaltene Mikroplastik. HUBER Tuchfilter RotaFilt® Für das so genannte „Ulmer Verfahren“, dem klassischen Adsorptionsverfahren mit Pulveraktivkohle (PAK), hat HUBER mit dem neuen HUBER Tuchfilter RotaFilt® ab sofort einen zuverlässigen, leistungsstarken Polishing Filter im Produktportfolio. Dieser wird der Adsorptionsstufe und dem Sedimentationsbecken nachgeschaltet und gewährleistet mit seinem innovativen Polstoff-Gewebe einen nahezu vollständigen partikelfreien Ablauf. Das Ulmer Verfahren selbst gilt als ein sehr zuverlässiges, betriebssicheres Verfahren, insbesondere für grössere Kläranlagen, das durch Ausnutzung verschiedener Synergieeffekte (gleichzeitige P-Elimination, verbesserte Schlammentwässerung) zusätzliche Attraktivität erhält. Unabhängig davon, welches Verfahren bei der Umsetzung einer 4. Reinigungsstufe letztendlich zum Zuge kommt: HUBER bietet für alle Optionen ideal aufeinander abgestimmte, hochwertige Schlüsselbausteine.[...]
[...]Keine andere Maschinentechnik der HUBER SE wird so universell eingesetzt wie die der Fördertechnik. Ganz gleich ob im Bereich der Rechentechnik, Sand- oder Schlammbehandlung, die HUBER SE Fördertechnik stellt je nach Bedarf den sicheren Materialtransport zu den einzelnen Aggregaten sicher und ist damit für einen reibungsfreien Anlagenbetrieb unerlässlich. Generell kommen drei Maschinentypen zur Materialförderung bei HUBER zum Einsatz: Maschinentyp Transportierbares Medium HUBER Trogförderschnecke Ro8 T - Unbehandeltes oder gepresstes Rechengut - Sand - Schlamm (entwässert oder trocken) HUBER Rohrförderschnecke Ro8 - Unbehandeltes oder gepresstes Rechengut - Sand - Schlamm (entwässert oder trocken) HUBER Schwemmrinne HLC - Unbehandeltes Rechengut - Sand Trogförderschnecken werden vor allem bei horizontalen bis leicht angestellten Transportwinkel eingesetzt. Wohingegen Rohrförderschnecken je nach Medium bei stark bis senkrechten Materialtransport Einsatz finden. Beide Bauvarianten finden sich am Markt in diversen Durchmesser und Schneckenausführung. HUBER SE besticht hier vor allem durch eine unübertroffene Fertigungsqualität und einfallsreichen Austragsystemen zur Containerbeschickung. In den letzten Jahren findet im Bereich der mechanischen Vorreinigung für den Transport von unbehandelten „Rohmaterial“ zunehmend eine weitere Transportform Einzug, nämlich die der Schwemmrinnentechnik. Die Vorteile gegenüber herkömmlichen Förderschnecken lassen sich dabei kurz zusammenfassen: Einfachste Maschinentechnik, ohne relevante Verschleissteile. Geeignet auch für den Einsatz bei sehr hohen Spitzenbelastungen (egal ob Grob-oder Feinrechengut) Realisierbarkeit von sehr weiten Förderstrecken > 40m, bei einem Bruchteil der Investitionskosten einer Förderschnecke Weltweit umgesetzte Grossprojekte in der Mechanischen Reinigung sowohl für Grob-, als auch Feinrechengut geben der Schwemmrinne Recht: Atotonilco, Mexiko - 10.500.000 EW Dublin Bay, Irland - 2.000.000 EW Konstrop, UK - 2.000.000 EW Mitchell Laiths, UK - 2.000.000 EW Vorteile der HUBER Transportschnecken Ro8 / Ro8 T Je nach Maschinentyp universell einsetzbar für jede Förderaufgabe Einsatz von Schneckentechnik mit Seele ermöglicht sehr lange Förderstrecken >30m bei gleichzeitig geringen Verschleiss Realisierung von variablen Maschinen-/ Containerbeschickungssystemen Vorteile der HUBER Schwemmrinne HLC Förderung von Grob- und Feinrechengut oder Sand Abwasser oder Brauchwasser als Fördermedium Bis zu 40 m Förderlänge Hohe Betriebssicherheit mit geringem Wartungsaufwand Individuelle Anpassung an die Förderaufgabe[...]
[...]Blankenkoch, Deutschland Als 1994 die erste Coanda-Sandwaschanlage in den Markt eingeführt wurde, brach ein neues Zeitalter im Bereich der mechanischen Abwasserreinigung an. Von vielen Anfangs noch belächelt, begann eine Erfolgsstory, die von Süddeutschland aus die ganze Welt in den Bann zog. Mittlerweile hat die Sandwaschanlage den konventionellen „Sandklassierer“ im Rechenhaus abgelöst und trägt zu einer nicht unerheblichen Reduzierung der Entsorgungskosten bei. Im Schlepptau des Erfolges und der damit verbundenen Tendenz zur Sandwäsche, starteten in den darauf folgenden Jahren viele Wettbewerber mit ihren Sandwaschaggregaten. Den Erfolg vor Augen, versuchten viele Wettbewerber mit einfachen Aggregaten, die Abscheidung der Feststoffe und die Trennung von Sand und Organik in den Griff zu bekommen. Sehr oft wurden dabei auch wichtige Teilbereiche aus der Coanda-Sandwaschanlage kopiert oder abgeändert, um einen patentrechtlichen Konflikt zu vermeiden. Als Resultat dieser „kopflosen“ Entwicklung wurden dann Sandwaschanlagen geboren, die zu keiner Zeit den Leistungsanforderungen (Abscheideleistung > 90 % der Korngrösse 0,20 mm; Glühverlust im gewaschenen Sand < 3,0 %) gerecht wurden. Alleinig der Preis dieser Zwiddermaschinen konnte sich sehen lassen. Die Leistungsanforderungen wurden grundsätzlich garantiert, so dass der Markt diese Maschinen bis zu einem gewissen Masse auch akzeptieren konnte bzw. musste. Der Preis war auch damals bei der Vergabe der Sandwaschanlage im Jahre ´98 für die Kläranlage Blankenloch ausschlaggebend, denn alle anderen geforderten Leistungsangaben wurden schwarz auf weiss im Leistungsverzeichnis garantiert. Der spätere Betrieb zeigte jedoch, dass nur kurz nach den zahllosen Inbetriebnahmen (dann wenn wieder einmal sauberer Sand eingefüllt worden war) ein vernünftiger Glühverlust im gewaschenen Sand erreicht werden konnte. Dürftige Nachbesserungen und Entwicklungen vor Ort brachten keine Verbesserungen am Ergebnis und nur Ärger beim Betreiber. Nach ewigem Hin und Her wurde dann das Wettbewerbsfabrikat gegen die Coanda-Sandwaschanlage, Typ: RoSF4 ausgetauscht. Seit der Inbetriebnahme im Herbst 2000 arbeitet das Original zu vollsten Zufriedenheit des Kläranlagenleiters, Herrn Grimm. Mit der Coanda-Sandwaschanlage hat er nun endlich sein Ziel, wenn auch mit Umwegen, erreicht.[...]
[...]In Zeiten knapper Kassen ist es sicherlich legitim, Investitionskosten so gering wie möglich zu halten. Kostenvergleiche mit spitzem Bleistift sind deshalb gängige Praxis. Im Bereich der maschinell ausgeführten Langsandfänge hat im Laufe der Jahre der Wettbewerb einen Standard gebildet, der nun von einem Anbieter unterlaufen wird. Dabei wird mit marketingtechnischer Unterstützung versucht, die Gesetzmässigkeiten der Physik und der mechanischen Verfahrenstechnik ausser Kraft zu setzen. Massgebliches Auslegungskriterium für belüftete Sandfänge ist die Aufenthaltszeit, also das Behältervolumen. An diesem Auslegungsmerkmal gibt es kein Vorbeikommen. Es sind definierte Auslegungskriterien der ATV bekannt, die von KALBSKOPF ausführlich beschrieben worden sind. Nachfolgend sind einige wichtige Parameter für die Dimensionierung belüfteter Sandfänge gemäss ATV zusammengefasst. Die Folgen eines unzureichend dimensionierten Sandfanges werden in der Regel erst später sichtbar. Ablagerungen von Feinsanden in der Biologie und im Schlammkreislauf sind die Folge. Zirkulationspumpen verschleissen schneller und müssen in kürzeren Intervallen gewartet bzw. ersetzt werden. Die Reinigung dieser Verfahrensstufen ist sehr zeitaufwendig, personalintensiv und es müssen komplette Anlagenteile für die Reinigung ausser Betrieb genommen werden. Zusätzliche unkalkulierbare Kosten entstehen dadurch für den Betreiber. Wenn Sie einen Sandfang planen, achten Sie bitte auf die in der Tabelle aufgeführten Punkte. Sprechen Sie uns bitte an, wir verfügen auf diesem Gebiet über einen zwanzigjährigen Erfahrungsschatz, den Sie in Ihrem Interesse nutzen sollten.[...]
[...]Berching, Deutschland Die Schiffe der „Endeavor“-Serie sind die weltweit grössten Megayachten mit Eisklasse PC6. Dadurch sind Expeditionen zu paradiesischen Inseln möglich, die von herkömmlichen Kreuzfahrtschiffen nicht angesteuert werden können. Hauptreiseziele werden u.a. die Arktis, die Antarktis und die Karibik sein. Das Kreuzfahrtschiff „Crystal Endeavor“ soll 2020 erstmals in See stechen und ihre maximal 200 Passagiere in 100 exklusiven Suiten bis in die entlegensten Winkel der Welt bringen. Auf diesem Kreuzfahrtschiff werden zwei HUBER Membrane Screen ROTAMAT ® RoMem 780 mit 0,5 mm Maschenweite zukünftig für die Reinigung des Abwassers aus den Kabinen sorgen. Die beiden HUBER Siebanlagen stehen aktuell schon im Schiffsrumpf der „Crystal Endeavor“ bei MV WERFTEN in Stralsund, wo das Schiff gebaut wird. Zusammen mit dem Planer, dessen Sitz sich in Pole, Grossbritannien befindet, haben wir eine spezielle Lösung entwickelt, die genau auf die Gegebenheiten eines Schiffes abgestimmt ist. Wie jeder weiss, sind die Platzverhältnisse auf einem Schiff sehr beengt. Das Ziel der Werft - so viel Platz und Komfort wie möglich für die Passagiere zu schaffen - steht im Vordergrund. Deshalb war hier die grösste Herausforderung, eine möglichst platzsparende Lösung für unseren Kunden zu erarbeiten, die jedoch die optimale Funktion unserer Maschinen nicht beeinflusst. Aufgrund der sehr guten und offenen Zusammenarbeit mit dem Planer und unserem Kunden, erhielten wir bereits einen neuen Auftrag für vier HUBER Membrane Screen ROTAMAT ® RoMem für zwei weitere Schiffe, die aktuell unsere Fertigung durchlaufen. Weitere zukünftige Aufträge dieser Art sind bereits angekündigt.[...]
[...]Berching, Deutschland Nicht nur für kritische Abwässer, sondern auch als Alternative bei überlasteten Belebungs- oder Nachklärbecken in der kommunalen und industriellen Abwasserreinigung Nachklärbecken haben die wichtige Funktion der Abtrennung von Belebtschlamm und sind mit Durchmessern von teils mehr als 50 Metern vorwiegend horizontal durchströmt. Schlamm kann sich darin absetzen und das nahezu feststofffreie Klarwasser fliesst über ein Gerinne ab. Die Steuerung und Überwachung derartiger Trennstufen erfolgt noch überwiegend visuell durch eine zyklische Sichttiefenmessung. Sollte sich dabei zeigen, dass die Höhe des Schlammspiegels ausserhalb des Regelbereiches liegt, wird häufig als Massnahme dagegen entweder das Rücklaufschlammverhältnis angepasst oder aber die Menge des Überschussschlammabzugs erhöht. Bleiben diese Massnahmen jedoch wirkungslos, bleibt in vielen Fällen nur noch die kostenintensive Dosierung von Fällungs- und Flockmitteln oder sonstiger Hilfsstoffe um Betriebsprobleme durch dauerhaften Abtrieb von Biomasse und Feinsuspensa auszuschliessen. Diese durch schlechtes Absetzverhalten des Belebschlamms verursachten Betriebsprobleme haben ihre Ursache vorwiegend in überlasteten Nachklärbecken, stark schwankenden Zulaufbedingungen, veränderten Nährstoffverhältnissen aufgrund industrieller Einleiter und ineffektiver Abscheidung von Fett und anderen flotierenden Partikeln. Zudem erhöht der Feststoffabtrieb von je 1 mg/L an abfiltrierbaren Stoffen die Konzentration an CSB um 0,8 bis 1,4 mg/L sowie die Konzentration von Phosphat um 0,02 bis über 0,04 mg/L. Belebtschlamm – absetzen oder aufschwimmen lassen? Die Mikroorganismen, welche die biologischen Prozesse im Belebungsbecken durchführen, siedeln sich innerhalb von Belebschlammflocken sowie an fein verteilten Schweb- und Feststoffen an, die wiederum an den Belebschlammflocken adsorbiert sind. Dieser Eigenschaft der Bakterien ist es zu verdanken, dass sie durch Sedimentationsverfahren vom gereinigten Abwasser abgetrennt werden können. Eine leider nur relativ geringe Dichtedifferenz zwischen Belebtschlammflocken und gereinigtem Abwasser resultiert in einer geringen Sinkgeschwindigkeit und demzufolge voluminösen Nachklärbecken, die grosse Nachklärbeckenoberflächen für den Trennprozess bereitstellen müssen. Oder vereinfacht zusammengefasst: die Trennleistung eines Nachklärbeckens wird durch die langsame Sinkgeschwindigkeit der Belebtschlammflocken limitiert. Als Alternative zum Nachklärbecken bietet sich das Flotationsverfahren mit zusätzlich verbesserter Abscheideleistung an. Durch Anlagerung von Gasblasen mit nur wenigen Tausendstel Millimeter an Belebtschlammflocken und feinste Trübstoffe werden diese Gas-Feststoff-Agglomerate in ihrer Dichte viel leichter als Wasser und steigen somit relativ schnell an die Wasseroberfläche eines Flotationsbeckens. Derart winzige Gasblasen werden durch das Prinzip der Druckentspannung erzeugt. Hierzu wird Luft unter Druck in einen Recyclewasserstrom eingebracht, in diesem vollständig gelöst und anschiessend durch Druckentspannung innerhalb einer Flotationszelle wieder freigesetzt. Aufgrund der Winzigkeit der Bläschen können sogar Trübstoffe an die Oberfläche des Flotationsbeckens transportiert werden, die sich innerhalb der Aufenthaltszeit in einem Nachklärbecken nicht abtrennen lassen. Verbesserung der Prozess- und Energiebilanz der Gesamtanlage Die mit den Gasbläschen aufsteigenden Feststoffe dicken sich an der Oberfläche des Flotationsbeckens auf bis zu 5% Feststoffgehalt ein und können als Rücklaufschlamm in das System zurückgeführt werden. Alternativ bietet sich die Möglichkeit an, den eingedickten Schlamm als Überschussschlamm zu entfernen und nachfolgenden Behandlungsschritten zuzuführen. Die Beschickung einer Schlammflotation kann bis zu 5m³ Belebtschlamm pro m² Oberfläche und Stunde erfolgen. In der Praxis werden erheblich bessere Ablaufwerte bei wesentlich geringerem Platzbedarf für den Flotationsbehälter anstelle des Nachklärbeckens erreicht. Die geringfügig höheren Energiekosten für den Betrieb der Druckentspannung relativieren sich aufgrund der Verbesserung des gesamten Prozesses. Insbesondere für die Nachrüstung bei beschränktem Platzangebot oder der Ertüchtigung bestehender Anlagen ohne grössere Bauarbeiten ist das Flotationsverfahrens optimal geeignet. Auch als tertiäre Stufe zum sog. „Polishing/ P-Reduktion“ werden zunehmend Flotationen eingesetzt. HUBER Druckentspannungsflotation HDF und HDF S – zwei verschiedene Bauformen für Ihre individuellen Bedürfnisse Als langjährig erfahrener Hersteller von Flotationsanlagen (HDF), vorwiegend in der industriellen Vorreinigung, hat HUBER nun auch leistungsfähige Flotationen für die Belebtschlammabtrennung entwickelt und erfolgreich in Einsatz gebracht (HDF S). Diese neuartigen HDF S Anlagen unterscheiden sich zu den herkömmlichen HDF Anlagen im Wesentlichen durch ihre spezielle Bauform. Anstelle hoch aufbauender Behälter mit integriertem Lamellenpaket kommen für die Belebtschlammabtrennung einteilige Behälter mit Strömungsleiteinrichtungen und angepasster Räumeinrichtung zum Einsatz. Die noch relativ wenig bekannte Alternative zur Nachklärung erfreut sich im Markt steigender Nachfrage. Mehrere Kunden aus unterschiedlichen Branchen haben den Vorteil der Belebtschlammflotation zur konventionellen Nachklärung bereits erkannt und profitieren nach erfolgreicher Installation und Inbetriebnahme von wesentlich erhöhter Prozesssicherheit und verringerten laufenden Kosten.[...]
[...]München, Deutschland Im Jahre 2008 wurden weltweit 1.816,6 Mio. hl Bier produziert. Ein durchschnittlicher Frischwassereinsatz von 400 Litern je hl Bier bedeutet, dass dementsprechend 726,6 Mio. m³ an Frischwasser bereitgestellt werden müssen. Etwa ein Drittel des eingesetzten Wassers könnte jedoch durch Brauchwasser ersetzt werden, das in dafür geeigneten Produktionsbereichen nicht den höchsten Anforderungen der Trinkwasserverordnung entsprechen muss. Das daraus resultierende Einsparpotential von ca. 240 Mio. m³ erfordert teilweise neue Verfahren, um dieses zu erschliessen. Im Rahmen eines Forschungsprojektes der Bayerischen Forschungsstiftung wird daher in Zusammenarbeit mit Instituten der TU München eine Prozesstechnik anhand modularer Anlagenkomponenten zur weitergehenden Aufbereitung von Brauereiabwasser untersucht. Ziel des Vorhabens ist die Wiederverwendung des Wassers ohne oder mit nur geringem Chemikalienaufwand. Hierzu ist eine Versuchsanlage bei der Privatbrauerei Erdinger Weissbräu Werner Brombach GmbH, installiert. Diese behandelt einen Teilstrom aus dem Ablauf der vorhandenen Anaerobreaktoren. Der erste Schritt ist hierbei eine Flotation mit anschliessender Membranbiologie, wofür eine getauchte, rotierende Ultrafiltrationsanlage verwendet wird. Die Betriebsweise der Flotation ist wie folgt charakterisiert: das zu behandelnde Abwasser gelangt über eine Zulaufleitung in den Flotationsbehälter und wird bereits im Zulaufrohr intensiv mit entspannter Luft vermischt. Die dabei erzeugten Gasblasen im Bereich zwischen 20 µm-70 µm gelangen über ein verstopfungssicheres Ventil in die Anlage. Durch einen zusätzlich integrierten Parallelplattenabscheider wird die effektive Abscheideoberfläche der Anlage erheblich vergrössert, so dass eine höhere hydraulische Belastung bei gleichen Anlagenabmessungen möglich ist.[...]
[...]Ingelheim, Deutschland Die Boehringer Ingelheim Pharma GmbH&Co.KG wurde im Jahre 1885 von Albert Boehringer in Ingelheim am Rhein gegründet. Ein Forschungs- und Entwicklungsstandort des Unternehmens befindet sich in Biberach an der Riss (Baden-Württemberg). Am Standort Biberach wird eine Zentrale Abwasserbehandlungsanlage betrieben. Das behandelte Abwasser wird direkt in den Vorfluter eingeleitet. In einem Forschungsprojekt zur Reduktion von Spurenstoffen und Mikroschadstoffen wird ein Teilstrom des täglich anfallenden Abwassers behandelt. Dieser Teilstrom untergliedert sich in zwei parallel betriebene Linien. Das Abwasser der ersten Linie wird über einen HUBER Aktivkohlefilter CONTIFLOW® GAK geleitet. Darin findet die adsorptive Elimination der Mikroverunreinigungen an der inneren Oberfläche der Aktivkohle statt. In der zweiten Linie wird das Abwasser zuerst mittels Ozon vorbehandelt und anschliessend über einen HUBER Aktivkohlefilter CONTIFLOW® GAK der identischen Bauform geleitet. Durch den vorgeschalteten Eintrag von Ozon werden die Mikroverunreinigungen oxidiert. Die dabei entstehenden Transformationsprodukte sind i.d.R. leichter biologisch abbaubar und gut adsorbierbar. Im Zulauf der beiden Linien befindet sich eine Dosierstation für unterschiedlichste Spuren- und Mikroschadstoffe. Durch die gezielte Dosierung verschiedener Stoffe liefert das Forschungsvorhaben interessante Ergebnisse sowohl für den kommunalen, als auch für den industriellen Einsatzfall. In diesem Forschungsvorhaben werden über 18 Monate die Auswirkungen einer vorgeschalteten Ozonisierung auf einen HUBER Aktivkohlefilter CONTIFLOW® GAK untersucht. Dabei wird neben einer erhöhten Eliminationsleistung bezüglich Mikroverunreinigungen auch eine verlängerte Standzeit der Aktivkohle erwartet.[...]
[...]HUBER SE erhält Auftrag für die grösste Kläranlage Nordirlands Belfast, die Hauptstadt von Nordirland, ist mit seinen 280.000 Einwohnern die zweitgrösste Stadt der irischen Insel. Es liegt an der Mündung des Flusses Lagan in der Bucht von Belfast und bildet einen der 26 nordirischen Verwaltungsbezirke. Im Dublin-Belfast-Corridor, entlang der Autobahn, wohnen drei der sechs Millionen Iren. Nachdem bereits 2011 Dublin, die grösste Stadt der irischen Insel, mit der kompletten mechanischen Reinigung der HUBER SE ausgerüstet wurde, beauftragte uns nun auch die Grosskläranlage Belfast, die entsprechende Ausrüstung in zwei Phasen zu liefern. Das Projekt umfasste sechs HUBER Waschpressen der grössten Baugrösse WAP® SL/12. Phase 1: Stormwater Tunnel Bereits im November 2009 wurde die erste Phase unter der Bezeichnung Stormwater Tunnel erfolgreich auf der Kläranlage Belfast abgeschlossen. Um Überschwemmungen im Stadtbereich zu verhindern, hatte Northern Ireland Water bereits 2006 mit dem Kanalbauprojekt begonnen. Dabei mussten die Mischwasserkanäle der gesamten Stadt auf der städtischen Kläranlage zusammengeführt werden. Der hierfür benötige Kanal ist 40 m tief und fasst 85.000 m³ Abwasser. Über seine Länge von 9,4 km verteilen sich im gesamten Stadtgebiet 19 Zugangsschächte. Am Ende des Kanals befindet sich in einer 40 m tiefen Kammer die Pumpstation, von wo aus der Überlauf in das Zulaufbauwerk zurückbefördert wird. Die Überlaufsiebung sollte mit Hilfe von zwei neuen Trommelrechen erfolgen, die bei 6 mm Trommeldurchmesser für 12.000 l/s ausgelegt sind. In dieser ersten Ausbauphase wurden zwei redundant ausgeführte Waschpressen der Baureihe WAP® SL 12 mit einer Durchsatzleistung von jeweils 15 m³/h Rohrechengut erfolgreich installiert. Die Beschickung der Waschpressen erfolgt über ein Schwemmrinnensystem. Der grosse Vorteil ist hierbei, dass komplexe Förderwege besonders einfach und betriebssicher gestaltet werden können. Das Schwemmwasser dient zudem gleichzeitig als Waschwasser für die Waschpresse WAP® SL. Der HUBER Schwemmrinne für komplexe Förderwege, Baureihe HLC, zur betriebssicheren Beschickung der Waschpressen der Baureihe WAP® SL sehr hohe Standard im Bereich der Rechengutbehandlung wird mit 35 % TS-Gehalt bei < 20 mg BOD / g DS vollständig eingehalten. Phase 2: Main Inlet Works Nach der erfolgreichen Fertigstellung des Projekts Stormwater Tunnel musste als nächstes eine Lösung für die Ertüchtigung des Einlaufbauwerks der Kläranlage gefunden werden. Nach den überzeugenden Erfahrungen mit den bereits installierten Waschpressen WAP® SL entschied sich der Kunde, auch bei diesem Vorhaben mit HUBER zusammenzuarbeiten. Es galt eine technische Möglichkeit zu erarbeiten, die sowohl den hohen Durchflussmengen als auch den schwierigen hydraulischen Bedingungen auf der Kläranlage gewachsen war. Für den Kunden war es extrem wichtig, dass der sichere Betrieb der Grosskläranlage sowie ein schrittweiser Einbau der Maschinen gewährleistet wird, da ansonsten ernsthafte Überflutungen und Verschmutzungen drohen. Nach der Vorlage verschiedener Ausführungsvorschläge fanden mehrere Anlagenbesichtigungen statt. Die erarbeiteten Entwürfe wurden gründlich überprüft, bevor man sich schliesslich auf eine Lösung einigte. Diese umfasste die Lieferung von sechs HUBER Harken-Umlaufrechen RakeMax® 2152 mm, mit 50 mm Spaltweite als Grobrechen sowie sechs HUBER Lochblech-Umlaufrechen EscaMax®, 2252 mm, mit 6 mm Lochsieb als Feinrechen. Des Weiteren werden pro Rechenlinie zwei Waschpressen WAP® SL BG 12 zur Rechengutbehandlung eingebaut (eine davon jeweils als Standby-Maschine). Diese sind für eine maximale Durchsatzleistung von 15 m³/h Rohrechengut ausgelegt. Wie in der ersten Projektphase wird auch hier ein Schwemmrinnensystem zum Abtransport des Rechengutes in die Waschpressen eingesetzt. Derzeit werden die Maschinen nach und nach montiert und in Betrieb genommen. Aufgrund des planmässigen Verlaufs der Installationsarbeitenkann sehr bald mit der kompletten Fertigstellung gerechnet werden. Das Feedback nach der ersten Montagephase lässt bereits jetzt auf den Erfolg des Projekts schliessen.[...]