[...]Die weitergehende Behandlung von Klärschlämmen bzw. industriellen Restschlämmen gewinnt auch für Industriekunden mehr und mehr an Bedeutung. Was es bis vor kurzem noch die gängige Strategie die Schlämme relativ kostengünstig an Entsorger zu übergeben wird dies mittlerweile immer komplizierter, aufwändiger und vor allem teurer. Die Gründe hierfür sind die verschärfte Düngemittel- und Klärschlammverordnung sowie die generell steigenden Kosten in der Entsorgungsindustrie. Industriekunden beschäftigen sich daher mehr und mehr mit Strategien ihre Schlämme vor-Ort, unter Nutzung oft vorhandener Restwärme in Prozess oder Abwasser, weiterzubehandeln. Neben der signifikaten Volumenreduzierung der Schlämme, der Ausnutzung von Abwärmeenergie stellt der Trockenschlamm – aufgrund des hohen Heizwertes – oftmals auch noch wertvollen Brennstoff für die betriebseigenen Verbrennungsanlagen dar. HUBER-Kunden aus der Entsorgungsindustrie wählen den umgekehrten Ansatz: Sie sind Dienstleister für Kommunen und industriellen Betrieb und realisieren zentrale Schlammbehandlungszentren unter Einbeziehung von Restwärme aus andere Aufbereitungstechnologien. Kunden aus dem Kraftwerks- und Energieversorgungsbereich wiederum interessieren sich für Ersatzbrennstoffe nicht zuletzt wegen dem zukünftigen Ausstieg aus der Kohleverfeuerung, sichern sich Klärschlammkontigente und investieren in entsprechende Trocknungstechnologien. Die HUBER SE berät die Kunden vollumfassend, je nach den spezifischen Gegebenheiten bis hin zur thermischen Verwertung der Klärschlämme. Fragen Sie uns! Projektfall Papierindustrie Brasilien Eine Papierindustrie in Brasilien erzeugt in der betriebseigenen Kläranlage bis 45 m³/h (1 – 5 % TS) Überschussschlamm. Bisher wurde dieser mit Zentrifugen entwässert und an eine Deponie abgegeben. Aus Kostengründen wird der Schlamm zukünftig mit 5 HUBER Schneckenpressen Q-PRESS® 800.2 auf > 21 % entwässert und danach mit einem HUBER Bandtrockner BT 30 auf ca. 90 % Feststoffgehalt getrocknet. Der Trockner ist dabei auf eine Durchsatzmenge von 45.000 t entwässerten Klärschlamm ausgelegt. Der so getrocknete Schlamm wird der betriebseigenen Biomasseverbrennung zugeführt, wobei die dabei entstehende Energie wiederum zur Klärschlammtrocknung verwendet wird, ein Kreislauf mit optimaler Restausnutzug ansonsten ungenutzter Wärmequellen. Ab Mitte 2019 erfolgt die Lieferung und Montage der Anlagenteile, für Anfang 2020 ist die Inbetriebnahme geplant. Projektfall Entsorgungsindustrie Deutschland Ein Entsorger aus dem süddeutschen Raum entsorgt in Dienstleistung sowohl Reststoffe aus kommunalen Kläranlagen (Sandfang- und Rechengut, Klärschlämme) als auch vielfältige Schlämme und Reststoffe v. a. aus Lebensmittelindustrie, Grossküchen und anderen Industriebetrieben. Um die Anlagenkapazität und Wirtschaftlichkeit zu steigern wird derzeit ein HUBER Bandtrockner der Baugrösse BT 24 für bis zu 40.000 t/a Durchsatzkapazität errichtet. Die Montage ist ab Ende 2019 geplant, die Inbetriebnahme für Frühjahr 2020. Weiterhin soll aus dem getrockneten Schlämmen mittelfristig auch Phosphor zurückgewonnen werden.[...]
[...]Freystadt, Deutschland Durch die neuen Richtlinien und Gesetzesvorgaben beim Klärschlamm haben sich die Kosten für dessen Entsorgung für viele Kläranlage verdoppelt oder sind weit über 100 € pro Tonne Originalsubstanz hinaus angestiegen. Der Grund dafür: Die Standardlösung für die Einhaltung der neuen rechtlichen Vorgaben ist die Verbrennung. Verbrennungskapazitäten sind aber ungleichmässig verteilt und weitestgehend ausgeschöpft, die Transportwege für Klärschlamm sind in vielen Fällen deutlich länger geworden. Kosten können dann gesenkt werden, wenn der Schlamm durch Trocknung reduziert wird. In Freystadt, einer Gemeinde in Bayern, hat man sich für eine eigene dezentrale Lösung entschieden. Eine komplette Schlammbehandlungsanlage, die aus nassem Dünnschlamm körniges Trockengranulat erstellt, arbeitet hier seit Beginn letzten Jahres in Vollautomatik. „Am Anfang haben wir uns natürlich in die neue Verfahrenstechnik einarbeiten müssen, nach kurzer Zeit wussten wir aber, wie alles funktioniert. Jetzt müssen wir pro Tag nicht mehr als anderthalb Stunde für die gesamte Schlammbehandlung aufwenden,“ sagt Klärmeister Johann Weihrich. Die Schlammbehandlungsanlage besteht aus einer Schneckenpresse und einer solaren Klärschlammtrocknung. Die solare Klärschlammtrocknung ist seit Jahren eine anerkannte Technik, um aus teils klebrigem Schlammkuchen ein körniges Granulat zu generieren und gleichzeitig die Menge auf ca. ein Viertel zu reduzieren. Das Verfahren kann ab einem Entsorgungspreis von ca. 80 € pro Tonne wirtschaftlich dargestellt werden – wobei kaum Betriebskosten anfallen. Mit den niedrigen Betriebskosten geht ein niedriger Stromverbrauch und eine sehr gute Klimabilanz einher. Auf der Kläranlage in Freystadt wurden mit der solaren Klärschlammtrocknung gleich mehrere Vorteile erzielt. Vor der Errichtung der Schlammbehandlung leerten Lohnentwässerungsfirmen die Schlammspeicher-Teiche in regelmässigen Abständen. Bei diesen Entleerungen gab es erheblichen betrieblichen Aufwand: Das Rühren der 8.000 m³ grossen Schlammteiche zur notwendigen Homogenisierung, die Belastung durch das Filtratwasser für die Reinigungsstufen der Kläranlage, der Aufwand beim regelmässigen Aufbau der mobilen Maschinen und der Abtransport des Schlamms. Bei der stationären Entwässerung kommt es zu keiner Stossbelastung mehr durch Filtratwasser, das Trockengranulat ist schüttbar und klebt nicht – der Transport ist also einfach und sauber. Und die Mengen sind deutlich geringer, am Ende müssen nur noch 180 t/a von der Anlage weggefahren werden. Die Anlage Freystadt zeigt, dass eine vollständig automatisierte Schlammbe-handlungsanlage auch bei kleineren Anlagen wirtschaftlich umgesetzt werden kann. Die Ausschreibung, die das Nürnberger IB Miller erarbeitete, konnte die HUBER SE gewinnen. HUBER baute die gesamte Maschinentechnik, liess die Bauwerke erstellen und nahm die Anlage in Betrieb. Die gesamte Anlage ist so „aus einem Guss“, alle Aggregate sind aufeinander abgestimmt. Der Dünnschlamm wird in einem Vorlageschacht der Teiche nun homogenisiert und dann 350m gepumpt, bis er in das Entwässerungsgebäude gelangt. Hier wird er mit einer Neuentwicklung, dem HUBER Inline-Polymer-Mischer IPM, konditioniert. Dem Mischer ist nicht nur ein erhöhter Trockenrückstand am Austrag der Schlammentwässerungen zu verdanken, auch Ausgasungen innerhalb der Schlammleitung sind kein Problem für den Betrieb. Die Entwässerung übernimmt die bewährte HUBER Schneckenpresse Q-PRESS ® , diese wirft dann den Schlammkuchen in die HUBER Trogförderschnecke Ro8 T. Mit dem Förderaggregat gelangt der Schlamm ins Gewächshaus. Nun übernimmt der Schlammwender SOLSTICE ® - der Schlamm wird kontinuierlich durch die Halle transportiert, dabei zerkleinert und ständig umgelegt. Im Gewächshaus sorgt eine Klimasteuerung für optimale Trocknungsergebnisse. Diese setzt den elektrische Energieverbrauch der Ventilatoren in Beziehung zur Trocknungsleistung; so wird entschieden, ob es wirtschaftlich ist, die Ventilatoren anzusteuern. In direkter Nachbarschaft zur Kläranlage befindet sich ein Sportplatz, ein Spielplatz und ein Vereinshaus für Motorradfreunde. Geruch stört hier aber nicht. Das kontinuierliche Verfahren verhindert Spitzen in der Geruchsbelastung. Durch das intensive Umlegen des Trocknungsbeetes durch den Schlammwender und durch die Rückmischung von trockenem Granulat in nassen Klärschlamm sind die geruchsproduzierenden Prozesse zurückgedrängt. Die Rückmischung von Schlamm gelingt dem Wender, indem er am Ende der Trocknungsstrecke das Granulat mit seinen Werkzeugen aufnimmt und zu einer definierten Stelle zurückbringt. Die Platzverhältnisse auf der Anlage in Freystadt sind beengt. Die notwendigen Verkehrsflächen um die Schlammbehandlungsanlage mussten deswegen so gering wie möglich ausfallen. Durch die Rückführung des Materials kann beim Schlammwender SOLSTICE ® die Aufgabe des Schlamms und die Abgabe des Trockengranulates an einer Seite platziert werden. Also musste nur ein Zugang zur Trocknungshalle gebaut werden. Nach der Entscheidung, dass eine Anlage gebaut werden soll, wurde keine Lohnentwässerung mehr beauftragt. Durch die sehr guten Entwässerungsergebnisse und die hervorragende Leistung des Solartrockners konnte innerhalb eines Jahres der über ein Jahr angestaute Schlamm und der frisch angefallene Schlamm verarbeitet werden. Johann Weihrich, Klärmeister, ist mit seiner neuen Anlage sehr zufrieden: „Da haben wir uns richtig entschieden und eine Anlagentechnik bekommen, die wirklich gut funktioniert. Wartungsaufgaben, die Prozessüberwachung, der Betrieb – die Anlage ist so gebaut, dass das alles sauber und gut läuft.“[...]
[...]Die effiziente Flockmitteleinmischung ermöglicht eine deutliche Reduktion von Betriebskosten Voraussetzung für die mechanische Entwässerung von Klärschlämmen ist die Konditionierung der Schlämme mit polymeren Flockungsmitteln. Im Fokus steht dabei typischerweise die optimale Dosiermenge, weil diese unmittelbar das Entwässerungsergebnis und den Flockmittelverbrauch, und damit die grössten Anteile der Betriebskosten, beeinflusst. Mit einem erhöhten Augenmerk auf die Konditionierung als den bestimmenden Prozessschritt für die Entwässerung zeigt sich aber, dass auch die Intensität der Flockmitteleinmischung und die Lösekonzentration des Flockmittels (FM) einen signifikanten Einfluss auf das Entwässerungsergebnis und den Flockmittelverbrauch haben. Zur Steigerung der Mischintensität gegenüber oft verwendeten statischen Mischern oder langsam laufenden Rührwerken in grossvolumigen Behältern eignen sich dynamische Inline Mischer. Dieser kompakte Mischertyp arbeitet mit Drehzahlen bis zu 3000 U/min direkt in der Schlammbeschickungsleitung der Entwässerungsmaschine. Vorteile von dynamischen Mischern Die vergleichsweise hohe Mischerdrehzahl ermöglicht eine turbulente und damit ideale Einmischung von Flockungsmittel. So kommen alle Feststoffpartikel in Kontakt mit FM und die Flockengrösse vereinheitlicht sich. Die Bildung von Kleinstflocken oder grossen, instabilen Agglomeraten wird minimiert, und damit die Wasserabgabegeschwindigkeit in der Entwässerungsmaschine erhöht. Mit schnellerer Wasserabgabe kann der Durchsatz der Entwässerungsmaschine gesteigert oder der Entwässerungsgrad optimiert werden. Mit einem spezifischen Energieeintrag von bis zu 20 kWh/t TR lassen sich auch hochviskose Flüssigkeiten turbulent vermischen. So kann die Konzentration der FM-Lösung von üblicherweise 0,2 % Wirksubstanzanteil auf 0,4 % gesteigert, d.h. die Verdünnungswassermenge für das Ansetzen des FMs halbiert werden. Dies reduziert die hydraulische Belastung der Schlammentwässerung, was wiederum den Entwässerungsgrad positiv beeinflusst. Falls das FM mit Trinkwasser angesetzt wird, halbieren sich so auch die laufenden Kosten für das Verdünnungswasser. Weiterhin kann die FM Ansetzanlage bei unveränderter Reifezeit kleiner und damit kostengünstiger ausgelegt werden, und die Lagerfähigkeit des hoch konzentrierten FMs steigt deutlich an. Praxiserfahrung Die Kläranlage der hessischen Kurstadt Bad Orb betreibt seit 2016 eine Schneckenpresse zur Entwässerung des Faulschlamms. Die Schneckenpresse wird 3mal täglich über je 4 bis 5 Stunden mit einer Schlammmenge von 5 bis 6 m³/h beschickt. Die Entwässerungseigenschaften des Faulschlamms wurden zunehmend negativ beeinflusst durch die Annahme von Fettabscheiderinhalten aus der Gastronomie sowie von Co-Substraten aus der Lebensmittelindustrie. Bei einem Flockmitteleinsatz von 15 kg/t TR wurden zeitweise Entwässerungsgrade von lediglich 21 % TR erreicht. Seit Integration des dynamischen HUBER Inline-Polymer-Mischers IPM vor der Schneckenpresse hat sich der Entwässerungsgrad stabil um 3 Prozentpunkte erhöht und der spezifische Flockmittelbedarf um ca. 15 % reduziert. Der dynamische Mischer wird dabei mit einer Drehzahl von 2200 U/min betrieben und hat eine Leistungsaufnahme 2,2 kW. Der Wirksubstanzanteil der FM-Lösung beträgt hier 0,3 %. Auch die Betriebssicherheit konnte durch den Einsatz des neuartigen HUBER Inline-Polymer-Mischer IPM deutlich verbessert werden, denn Verstopfungen am bisherigen Mischorgan, bedingt durch Störstoffe aus den Fremdschlämmen, gehören seit Betrieb des dynamischen Mischers der Vergangenheit an.[...]
[...]Bickenbach und Uhldingen, Deutschland Wie lässt sich eine Vierte Reinigungsstufe unter Berücksichtigung aller individuellen Anforderungen und Randbedingungen optimal integrieren oder nachrüsten? Diese Frage werden sich bald viele Kommunen, Betreiber und Abwasserverbände stellen. In Bickenbach (Hessen) und Uhldingen (Baden-Württemberg) ist man da schon einen Schritt weiter. Die Verantwortlichen dort haben bereits Taten sprechen lassen und mit dem Beginn der grosstechnischen Umsetzung eine wichtige Vorreiterrolle übernommen. Kläranlage Bickenbach: Erste Vierte Reinigungsstufe Hessens In Bickenbach fand im Frühjahr 2022 der offizielle Spatenstich für die wohl erste vierte Reinigungsstufe Hessens statt. Die zukünftige Anlage besteht aus einer Ozonierung mit einer nachgeschalteten vierstrassigen Adsorptions-Stufe und einer vorgeschalteten zweistrassigen Tuchfiltration. Dabei kommen 16 HUBER Aktivkohlefilter CONTIFLOW® GAK und zwei HUBER Tuchfilter RotaFilt® als Vorreinigung zum Einsatz. Der Ozonreaktor erhält die bewährte HUBER Drucktür TT7 sowie zwei hochwertige HUBER Schachtabdeckungen SD5. Die Inbetriebnahme der Anlage ist für das Frühjahr 2024 geplant. Damit leistet die Kläranlage Bickenbach einen wichtigen Beitrag zum Schutz des Hessischen Riedes, das als grösstes Grundwasser-Reservoir des Bundeslandes Trinkwasser für rund zwei Millionen Menschen im Rhein-Main-Gebiet bereitstellt. Klärwerk Uhldingen-Mühlhofen: 24 HUBER Aktivkohlefilter CONTIFLOW® GAK Auch auf dem Verbandsklärwerk Uhldingen-Mühlhofen kommt die Verfahrenskombination aus Ozonierung und Aktivkohlefiltration zur Anwendung – und zwar in einer technischen Grössenordnung, wie sie in Baden-Württemberg bisher noch nicht realisiert worden ist. HUBER liefert hierfür die Aktivkohle-Stufe mit insgesamt 24 HUBER Aktivkohlefiltern CONTIFLOW® GAK für die biologische Nachfiltration und Adsorption. Die Montage der Aktivkohlefilter wurde im Sommer dieses Jahres erfolgreich abgeschlossen. Die Inbetriebnahme des 7,4 Millionen-Euro-Projekts ist für 2023 geplant. Dann werden persistente und gefährliche Spurenstoffe wie Arzneimittelrückstände, Hormone und Flammschutzmittel zuverlässig abgeschieden, bevor sie in den Überlinger See gelangen. Dieser Teil des Bodensees versorgt rund vier Millionen Menschen in weiten Teilen Baden-Württembergs mit jährlich etwa 135 Mio. m³ Trinkwasser.[...]
[...]Ob bei der Entwicklung neuer Maschinen, der Fertigung einer Anlage oder bei der Betreuung des Kunden durch Servicemitarbeiter: Die Einsatzgebiete von digitalen Zwillingen betreffen immer mehr Bereiche im Unternehmen selbst, aber auch in dessen Umfeld. Allgemein versteht man unter einem digitalen Zwilling die virtuelle Abbildung eines physikalischen Objekts, die dessen Eigenschaften und Verhalten zu jeder Zeit widerspiegelt. Auch wenn dies einen ersten Hinweis liefert, was ein digitaler Zwilling ist, fällt es auf aufgrund einer fehlenden einheitlichen Definition schwer, sich vorzustellen, wie ein digitaler Zwilling aussieht, welche Vorteile damit einhergehen – und warum HUBER sich damit beschäftigt. Abstrahierte Darstellung eines digitalen Zwillings Um die abstrahierte Darstellung der Dimensionen eines digitalen Zwillings nachzuvollziehen (sh. Grafik), ist es hilfreich, den oben skizzierten Weg einer Maschine von der Entwicklung bis zum Betrieb zu betrachten: In jeder der Stufen entstehen Daten, die zu einem Produkt gehören und die dessen digitalem Zwilling zugeordnet werden können. Beispielsweise entstehen in der Entwicklung einer Maschine allen voran 3D-Modelle, Zeichnungen, Simulationsdaten und Stücklisten, während der Fokus in der Produktionsphase auf Daten wie NC-Programmen, der Arbeits- und Zeitplanung oder den verwendeten Werkzeugen liegt. All diese Daten entstehen nicht erst seit kurzem, sondern seit dem Einsatz von Softwareprogrammen im Industrieumfeld. Neben den vorgestellten Daten, die hauptsächlich innerhalb des Unternehmens selbst erzeugt und genutzt werden, gibt es auch Daten, die dem Kunden bereitgestellt werden. Dazu gehören Informationen über Ersatzteile oder Anleitungen zur Bedienung der Maschine. Ab dem Zeitpunkt, an dem die Maschine beim Kunden installiert ist, werden mit Ausnahme von Serviceberichten keine neuen Daten mehr dem digitalen Zwilling hinzugefügt. Dies ändert sich nun durch die fortschreitende digitale Transformation. Denn mithilfe der IoT-Technologie ( Internet of Things , dt. „Internet der Dinge“) ergibt sich die Möglichkeit, die Daten der Maschine im laufenden Betrieb in Echtzeit zu sammeln und zu nutzen. Vorteile digitaler Zwillinge für den Kunden und warum HUBER sich damit beschäftigt Die gesammelten Daten ermöglichen es HUBER und dem Betreiber zukünftig vorauszusehen, wann der ideale Zeitpunkt für eine Wartung ist, um ungeplante Stillstände zu vermeiden. Des Weiteren kann die Performance der Maschine optimiert werden, indem die Parameter passgenau auf die vorherrschenden Bedingungen angepasst werden und so die Betreiber beim effizienten Betrieb der Anlage unterstützt werden. Dies geschieht nicht nur auf Basis des impliziten Wissens der HUBER Experten, sondern soll künftig auch in Form von Simulationen berechnet werden. HUBER Maschinen auf den Punkt abgestimmt Neben diesen direkten Mehrwerten profitieren Kunden darüber hinaus auch von der effizienten Weiterentwicklung der HUBER Maschinen, da für diesen Prozess mehr und mehr Daten zur Verfügung stehen. Durch die Nutzung der Erkenntnisse, die sich aus der Analyse der Daten in der Entwicklung ergeben, können HUBER Maschinen bereits während dieser Phase auf den Punkt genau auf die vorhandenen Herausforderungen abgestimmt werden, sodass sich der Kreislauf aus Daten, Informationen und Erkenntnissen schliesst. HUBER Cloud Solution HCS: Kundennutzen von HUBER Maschinen maximieren Ein digitaler Zwilling besitzt nicht nur eine Dimension, sondern mehrere. Das vorgestellte Beispiel zeigt den für HUBER typischen Fall einer Maschine und deren digitalen Zwilling, um den ein Ökosystem mit digitalen Dienstleistungen entwickelt wird. Das Grundgerüst dafür wird durch den digitalen Zwilling bereitgestellt. Je mehr Daten dieser beinhaltet, desto effizienter kann eine Maschine eingesetzt werden. Und genau hier setzt HUBER Cloud Solution HCS an: Daten sammeln und analysieren, um die Leistungsfähigkeit der HUBER Maschinen während der Betriebsphase zu maximieren – und als Grundlage für deren permanente Weiterentwicklung. INFOBOX ”Allgemein wird unter einem Digitalen Zwilling die virtuelle Abbildung eines physikalischen Objekts verstanden, die dessen Eigenschaften und Verhalten zu jeder Zeit widerspiegelt.” (Quelle: Researchgate )[...]
[...]Plymouth, England Hintergrund Die Anlagenbetreiber der KA Plymouth Central im Südwesten von England wollten für die Schlammentwässerung eine Lösung, die zuverlässiger und weniger arbeitsintensiv ist als eine Zentrifuge. Die Anforderungen von South West Water (SWW) waren möglichst niedrige Lebenszykluskosten (WLC), minimaler Bedienaufwand und einfacher Betrieb. South West Water hatte als Ersatz für die bestehenden alten Zentrifugen nach alternativen Technologien mit niedrigeren Total Expenditures („TOTEX“) gesucht und beauftragte den bevorzugten Anlagenbauer Kier, Lösungen mit niedrigen Gesamtkosten “für die KAs Plymouth Central und Maer Lane anzubieten. Plymouth Central reinigt das Abwasser von ca. 320.000 Einwohnern. Da die Anlage an einem Küstenhafen liegt, hat das Abwasser einen höheren Gehalt an Salz und Fett als Anlagen abseits der Küste normalerweise aufweisen. Die Kläranlage Maer Lane ist eine kleinere Anlage für die Reinigung des in den Aussenbezirken von Exmouth anfallenden Abwassers. Auf der Kläranlage war eine Zentrifuge installiert, ausgelegt für ca. 30 m³/h, mit einem 45 kW Hauptantrieb und 7,5 kW Back-Drive, die von 6:30 bis 21:00 Uhr je nach Bedarf in Betrieb war. In einer von Kier durchgeführten Prozessauswertung wurden WLC, Betriebserfordernisse und Produktunterstützung verglichen. Lösung In Zusammenarbeit mit Kier organisierte HUBER auf Wunsch von SSW einen Vorführbetrieb mit einer HUBER Schneckenpresse Q-PRESS® um zu zeigen, dass die Maschine einfach konstruiert, robust und leicht zu bedienen ist. Nach den Ergebnissen des Testbetriebs stand für SWW dann nicht nur fest, dass diese HUBER-Maschine – die erste dieser Art auf dem Gebiet von SSW – genau das war, was für die KA Plymouth gebraucht wurde; die Versuchsergebnisse bestätigten auch die niedrigen Lebensdauerkosten hinsichtlich Strom- und Chemikalienverbrauch und lieferten die Grundlage für eine genaue Dimensionierung. Die HUBER Schneckenpresse Q-PRESS® sorgt für die effiziente, vollautomatische mechanische Entwässerung des Schlamms, wenn die Zudosierung der Polymerlösung richtig eingestellt ist, d.h. so dass brauchbare Schlammflocken produziert werden. Durch die gekapselte Ausführung der Maschine werden Geruchsemissionen und Lärm reduziert. Für die Beseitigung von Spritzwasser, das bei anderen Entwässerungsmaschinen manchmal austritt, muss das Betriebspersonal keine Zeit aufwenden. Durch die langsame Geschwindigkeit der Schneckenpresse werden Verschleiss und Energiebedarf reduziert. Die Schlämme, mit denen beim Vorführbetrieb mit der HUBER Schneckenpresse Q-PRESS® 280 getestet wurde, waren zum einen eigener Schlamm von der KA Plymouth Central (Primärschlamm aus einer DensaDeg-Anlage und humusartiger Sekundärschlamm aus einer BAFF-Filteranlage) sowie ähnliche, von der KA Maer Lane importierte Schlämme.Der TS-Gehalt der Schlämme schwankte während der Versuche zwischen 4,6 und 5,15%, bei einem durchschnittlichen Polymerverbrauch von 4,7 – 4,8 kg/tTS und einem durchschnittlichen Trockengehalt des entwässerten Schlamms von 33% (Minimum 28.6%). Zum Vergleich: Die bestehende Zentrifuge verbrauchte ca. 8-10 kg Polymer/tTS bei einem Durchsatz von 25-30 m³/Tag und produzierte dabei einen Schlammkuchen mit ca. 23%. Die Tabelle rechts zeigt ein Beispiel der an einem Tag erzielten Versuchsergebnisse. Nach den erfolgreichen Versuchen wurde Huber Technology UK gebeten, ein Angebot für die Kläranlagen Maer Lane und Plymouth Central abzugeben. Es wurde für beide Anlagen ein TS von 4,5 für den zu entwässernden Schlamm angegeben, bei einer Beschickungsrate von 10,22 m³/h auf der KAG Maer Lane und 35,55 m³/h auf der KA Plymouth Central. Für beide Anlagen wurde schliesslich die HUBER Schneckenpresse Q-PRESS® 800.2 gewählt - drei Stück für Plymouth Central und eine Presse für Maer Lane. Huber Technology UK gewann die Ausschreibung und erhielt im Januar 2019 den Auftrag für beide Projekte. Die Montage und Inbetriebnahme der Maschinen erfolgte im Juli 2019. Die Vorteile für den Kunden SWW verfügt jetzt über eine Alternative zu Zentrifugen, die nachweisliche einen Vorteil bei den Lebenszykluskosten bietet und hat als Empfehlung Anlagenbetreiber an seiner Seite, die den Wechsel bereits erfolgreich gewagt haben. 50% Polymereinsparung 80% Stromeinsparung (üblicherweise) 6-fache Ersparnis bei der Wartung[...]
[...]Innsbruck, Österreich Die IKB (Innsbrucker Kommunalbetriebe AG) investiert in einen HUBER Bandtrockner BT 16. Mit der Strategie „ Vom Klärwerk zum Kraftwerk “ erzeugt die Abwasser-reinigungsanlage (ARA) der IKB nachhaltig Energie und integriert sie intelligent in ihr bestehendes System. Ziel ist es, die Effizienz der gesamten Abwasserreinigungsanlage weiter zu steigern und dadurch zu den fortschrittlichsten Kläranlagen Europas zu gehören. Innsbruck, die mit ca. 130.000 Einwohnern, fünftgrösste Stadt Österreichs und Landeshauptstadt Tirols, produziert zusammen mit 14 umliegenden Gemeinden 50.000 m³ Abwasser pro Tag (Spitze: 145.000 m³), welche die moderne Abwasserreinigungsanlage aufbereitet. Zwei HUBER Bandeindicker DrainBelt 2.0 liefern täglich ca. 320 m³ Dünnschlamm mit 6% bis 7% TR, welchem pro Tag etwa 70 m³ Bioabfall beigemischt werden. Durch die Co-Fermentation erhöht sich die Biogasausbeute der Faultürme auf der ARA. Im Durchschnitt produziert die Faulung ca. 9.000 m³ Gas am Tag, welches grösstenteils in zwei Blockheizkraftwerken verstromt wird. Die dabei entstehende Abwärme aus der Motorenkühlung mit einer Vorlauftemperatur von 90°C wird im Mitteltemperaturbereich des Bandtrockners verwertet. Der restliche Teil des Biogases wird in einem 1.800 kW Heisswasserkessel zur Wärmeproduktion mit einem Temperaturniveau von 140 °C genutzt. HUBER realisiert hier einen massgeschneiderten Zwei-Temperaturzonen-Trockner, der gleichzeitig über Mitteltemperaturenergie aus den Blockheizkraftwerken und Hochtemperaturenergie aus dem Heisswasserkessel betrieben wird. Die Trocknergrösse ist auf Grundlage des vorhandenen Platzangebotes auszulegen So wurde der Bandtrockner von HUBER entsprechend modifiziert, um in das bereits existierende ehemalige Schlammentwässerungsgebäude integriert werden zu können. Hierzu reduzierte man die Höhe des Standardtrockners, um die Durchgangshöhen oberhalb des begehbaren Bandtrockners einzuhalten. Auch die Länge des Trockners war durch die Gebäudemasse vorgegeben. Aus diesem Grund musste die thermische Energie im Inneren des Bandtrockners so verteilt werden, dass trotz limitierter Baulänge eine Wasserverdampfung von 2.000 kg/h erzielt wird. Massgeschneidertes Wärmekonzept HUBER konzipierte für die IKB einen Trockner, der auf die Bedürfnisse der Abwasser-reinigungsanlage zugeschnitten ist. Neben den 330 kW Abwärme aus den bauseits vorhandenen Blockheizkraftwerken wird das Biogas effizient genutzt, um in einem Hochtemperaturkessel thermische Energie zu erzeugen. Ein sicherer Betrieb der Trocknungsanlage auch bei Revision der Blockheiz-kraftwerke wird gewährleistet, da der Trockner mit einem zusätzlichen Wärmetauscher ausgestattet ist, der es ermöglicht, die Hochtemperaturwärme auch in den Mitteltemperaturbereich zu übertragen. Bei Betriebsstörungen oder Revisionsarbeiten auf Seiten der Blockheizkraftwerke wechselt der Trockner vollautomatisch in den reinen Hochtemperaturbetrieb. Die Betriebsdauer des Trockners wird dadurch weiter erhöht und die zu trocknende Schlammmenge sicher verarbeitet. Die positive Energiebilanz der ARA der IKB wird durch den Betrieb des HUBER Bandtrockners BT 16 weiter verstärkt. Ein zusätzlicher Lamellenwärmetauscher vor der Kondensationsstufe koppelt über 400 kW thermische Leistung auf einem Temperaturniveau von 70 °C aus und speist diese in das bauseitige Heizsystem ein. Die überschüssige Wärme wird in ein Fernwärmenetz übergeben, an welches beispielsweise das Hallenbad Olympisches Dorf und das Seerestaurant am naheliegenden Baggersee der IKB angeschlossen sind. Der Wärmetauscher wird mit einem von HUBER entwickeltem Wärmetauscherreinigungssystem vollautomatisch und während des aktiven Betriebes periodisch gereinigt um die ausgekoppelte Wärmeenergie dauerhaft zu gewährleisten. Intelligente HUBER Durchsatzsteuerung Die Beschickungspumpe des Bandtrockners wird von sechs HUBER Schneckenpressen mit einem konstanten Eingangs-TR von 25% beschickt. Schneckenpressen, Schlamm-pumpe und Bandtrockner bilden auf der ARA der IKB eine verfahrenstechnische Einheit. Die Regelung und Steuerung dieser Aggregate kommunizieren in direkter Verbindung. Bereits kleine z.B. saisonal aufgrund des Bioabfalls bedingte Schwankungen im Ausgangs-TR der Schneckenpressen werden durch die intelligente HUBER Durchsatzsteuerung schon vor der Beschickung des Trockners detektiert. Diese Durchsatzsteuerung gleicht bereits Differenzen von kleiner ±0,5% TR aus, in dem sie die Durchsatzleistung des Trockners TR-abhängig reduziert oder erhöht. Sie sorgt somit für eine konstante Wasserverdampfungsleistung und damit durchgehender maximalen Anlagenleistung. Wahlweise kann der Trockner natürlich auch mit geringerer Durchsatzleistung, entsprechend der im Kläranlagenprozess anfallenden Schlammmenge, betrieben werden. So reagiert der Trockner flexibel und effizient auf unterschiedliche Anforderungen vollautomatisch. Höchste Energieeffizienz Der HUBER Bandtrockner BT 16 trägt in Innsbruck deutlich positiv zum Erreichen der Klimaschutzziele bei. Sowohl die thermische, als auch die elektrische Energieversorgung werden mittels regenerativer Energie, in Form von Biogas aus der Co-Fermentation, realisiert. Zusätzlich werden jährlich ca. 400 t CO 2 durch 450 entfallende LKW-Fahrten, die bisher zusätzlich für den Transport des entwässerten Schlammes notwendig waren, eingespart. Überzeugend ist der beachtenswerte niedrige Energieverbrauch des Bandtrockners BT 16, mit einem thermischen Energieverbrauch von maximal 0,8 kWh pro kg Wasserverdampfung und einem elektrischen Energieverbrauch von unter 0,0375 kWh pro kg Wasserverdampfung. Die Werte setzten neue Massstäbe im Bereich der Bandtrocknung. Zeitmanagement und Projektablauf Bei diesem Bandtrocknerprojekt herrschte stets ein straffer Zeitplan. Nach Vertragsunterzeichnung zum Jahresende 2016 begannen bereits Mitte Mai 2017 die Montagearbeiten auf der Abwasserreinigungsanlage. Die Inbetriebnahme startete dann Anfang August. Innerhalb von acht Monaten (gerechnet ab Auftragserteilung) wurde der Trockner mit sehr vielen Innovationen geplant, gebaut, montiert und in Betrieb genommen. Nach erfolgreichem Probebetrieb mit überzeugender Leistungsfahrt wurde die Anlage im Dezember 2017 mängelfrei an die IKB übergeben. Daten und Fakten zum Projekt: Projektort: Innsbruck, Österreich Baugrösse: HUBER Bandtrockner BT 16 mit zwei Temperaturzonen Länge des Trockners: 19 m Wasserverdampfung: 2.000 kg/h Durchsatz: 21.176 t/a bzw. 2.647 kg/h Betriebszeit: 8,000 h/a Trocknung: von 22% TR auf 90% TR Wärmequellen: Mitteltemperaturquelle: Biogas-BHKW mit 90 °C Hochtemperaturquelle: Biogas-Heisswasserkessel mit 140 °C HUBER Bandtrockner BT - Klärschlammtrockung mit höchster Energieeffizienz[...]
[...]Freystadt, Deutschland Freystadt trocknet mit Sonne - ein Schlammbehandlungs-Konzept das sich für den Betreiber rechnet Die neu installierte Verfahrenskette löst den bisherigen Betrieb mit Lohnentwässerung und den damit einhergehenden Schwierigkeiten ab. Früher wurde der Schlamm auf der Kläranlage Freystadt, die auf ca. 8.000 Einwohnerwerte ausgebaut ist, nur einmal pro Jahr entwässert. Durch die neue Maschinentechnik der Fa. HUBER SE, bestehend aus der HUBER Schneckenpresse Q-PRESS® und dem HUBER Schlammwender SOLSTICE®, werden neben dem gleichmässigeren und einfacheren Betrieb die Entsorgungskosten für die Stadt Freystadt deutlich sinken. Aus den Schlammstapel- und Kaltfaulungsteichen wird Schlamm abgezogen und über eine Schlammleitung zum Entwässerungsgebäude gepumpt. Dort wird der Schlamm mit einer HUBER Schneckenpresse Q-PRESS® 280 auf ca.24% TR entwässert. Danach fördern zwei HUBER Transportschnecken Ro8 T den Schlamm in eine Gewächshauskonstruktion, in der ein HUBER Schlammwender SOLSTICE® den Schlamm für die solare Trocknung „empfängt“. Der neue HUBER Schlammwender SOLSTICE® 9 hat eine intensive Überarbeitung erfahren, dabei wurde auf einfache Wartung, geringen Verschleiss und nachhaltige Langlebigkeit geachtet. Auch die konsequente Umstellung auf energiesparende Motoren der Effizienzklasse IE4 ist sowohl für die HUBER Maschinentechnik als auch für die Ventilatoren/Lüfter umgesetzt worden. Ein neues Sicherheitssystem ist zusammen mit einem TÜV Sachverständigen entwickelt und installiert worden, so dass für den Betreiber der Aspekt der Arbeitssicherheit weiter verbessert werden konnte. Die vielen vorteilhaften Details lassen sich am besten vor Ort erläutern und darstellen. Alle Anlagenteile sind aufeinander abgestimmt, HUBER erstellte auf den Fixpunkten, die durch das Leistungsverzeichnis vorgegeben waren eine Funktionsbeschreibung, die dann mit dem planenden Ingenieurbüro Miller aus Nürnberg und dem Betreiber vor Ort diskutiert und angepasst wurde. Hier wurde insbesondere auch die Steuerung, wie sie für den Anlagenbetreiber Sinn macht, individuell angepasst.[...]
[...]Nova Gorica, Slowenien HUBER erhält den ersten Auftrag für einen Bandtrockner BT in Slowenien. Er wird zusammen mit zahlreichem anderen HUBER Maschinen auf der Kläranlage der Stadt Nova Gorica, die im Westen Sloweniens unweit der italienischen Grenze liegt, errichtet. Der Trockner ist für eine jährliche Durchsatzleistung von 9.300 t entwässerten Klärschlamm ausgelegt. Mitte des Jahres 2014 erhielt HUBER den Auftrag zur Lieferung der kompletten mechanischen Reinigung und der Schlammbehandlung. Die mechanische Vorreinigung besteht im Wesentlichen aus zwei Grobrechen vom Typ HUBER Harken-Umlaufrechen RakeMax®, den beiden als Feinrechen eingesetzten HUBER Stufenrechen STEP SCREEN® mit 6 mm Spaltweite und den drei Feinstsieben HUBER Siebanlage ROTAMAT® STAR 1800 mit einem 1-mm-Lochblech. Der Endkunde hat beim Design der dreistufigen Vorreinigungsanlage, welche zum Schutz der Membranbelebungsanlage eingesetzt wird, auf die positiven Langzeiterfahrungen von HUBER im slowenischen Markt gesetzt. Zwei HUBER Fäkalannahmestationen ROTAMAT® Ro3.1 sowie eine HUBER Waschpresse WAP® und ein HUBER Coanda Sandwäscher RoSF4 ergänzen die HUBER Anlagenteile in der komplexen Anlage. Die Schlammbehandlungsanlage wurde mit zwei HUBER Schneckenpressen Q-PRESS® 800 zur Schlammentwässerung und einem HUBER Bandtrockner BT 8 ausgerüstet. Die beiden Anlagenkomponenten sorgen dafür, dass der Schlamm der Membranbiologie zunächst auf gut 20 % TR entwässert und anschliessend auf über 90 % TR getrocknet wird. Der HUBER Bandtrockner BT 8 wird mit einer Vorlauftemperatur von 140 °C betrieben. Dadurch erreicht der Bandtrockner auf einer vergleichsweise geringen Trocknungsfläche eine Wasserverdampfung von gut einer Tonne pro Stunde. Die zur Trocknung erforderliche elektrische Leistung beträgt lediglich 57 Watt pro Kilogramm Wasserverdampfung. Diesen äusserst geringen Wert erreicht der HUBER Bandtrockner durch seine einzigartige Luftströmung, die sogenannte HELIX-Strömung. Diese spezielle Luftführung sorgt für maximale Luftsättigung und reduziert die zur Trocknung benötigte Luftmenge auf ein Minimum. Dies wirkt sich deutlich positiv auf den Strombedarf der Anlage aus, da die Ventilatoren bei einer Trocknungsanlage den grössten Anteil am Strombedarf darstellen. Der installierte HUBER Bandtrockner BT ist ausserdem mit einer Wärmerückgewinnung ausgestattet, welche die bei der Kondensation der Brüden frei werdende Wärme zurückgewinnt und für Heizzwecke auf der Kläranlage nutzbar macht. Die aus der Kondensation nutzbare Wärmeenergie beträgt bis zu 450 kW. Dies reduziert die Betriebskosten der Anlage und hilft, CO 2 einzusparen. Zahlen und Fakten zur HUBER Siebanlage ROTAMAT® STAR: Max. Zulaufmenge je Anlage: 1,000 m³/h Lochblech: 1 mm Entwässerungsergebnis: > 35 % TR Zahlen und Fakten zum HUBER Bandtrockner BT: Baugrösse: BT 8 Länge des Trockners: 11 m Wasserverdampfung: 964 kg/h Durchsatz: 9,300 t/a bzw. 1,240 kg/h Betriebszeit: 7.500 h/a Trocknung: von 20 % TR auf 90 % TR Wärmequelle: Gaskessel, 140 °C[...]
[...]Unser Trinkwasser muss den Anforderungen der Trinkwasserverordnung entsprechen und jederzeit in einwandfreier Qualität und in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Die Wasserqualität von der Gewinnung bis zum Verbraucher darf nicht negativ beeinflusst werden, aktuelle Probleme diesbezüglich sind uns allen aus der Presse bekannt. Unbefugten Personen muss der Zugang zur Wasseroberfläche im Brunnen, in der Aufbereitungsanlage und im Trinkwasserspeicher unmöglich gemacht werden. Der DVGW empfiehlt im technischen Arbeitsblatt W 300, die Zahl der Öffnungen auf ein Mindestmass zu beschränken. Folgende Öffnungen sind trotzdem notwendig: Türen Belüftungen Schachtabdeckungen Ziel der Einbruchhemmung ist es, das Eindringen durch diese Öffnungen zu erschweren und so lange zu verzögern, bis entsprechende Einsatzkräfte vor Ort sind. Türen Türen sind der wichtigste Zugang zu einer Trinkwasserversorgungsanlage. Nach den Erfahrungen der Kriminalpolizei sind Türen das häufigste und beliebteste Angriffsziel von Eindringlingen, aber auch für das Bedienpersonal meistens der einzige Zugang. Aus diesen Gründen muss die Eingangstür zu einem Versorgungsunternehmen bedienerfreundlich für das befugte Personal sein, gleichzeitig aber im verschlossenen Zustand unbefugte Personen fernhalten. Bei Neu- und Umbauten erhält man durch den Einbau geprüfter einbruchhemmender Türen nach DIN V ENV 1627 einen höchstmöglichen Einbruchschutz (passiver Objektschutz), siehe hierzu auch DVGW Hinweis W 1050. Diese Türen werden einer praxisgerechten Einbruchprüfung unterzogen. Unabdingbar ist die Vorlage des entsprechenden Prüfzeugnisses sowie die Kennzeichnung der Türen durch ein Typenschild, um die Konformität mit dem Prüfzeugnis zu belegen. Hierdurch ist sichergestellt, dass es in der Gesamtkonstruktion (Gebäude – Bauwerksöffnung) keinen Schwachpunkt gibt. Der Einsatz einer einbruchhemmenden Tür nach DIN V ENV 1627 macht nur dann Sinn, wenn die Aussenwände aus Mauerwerk nach DIN 1053-1 oder aus Stahlbeton nach DIN 1045 erstellt sind. Eine Tür ist nur so gut wie ihre Befestigung in der Wand. D. h. die Montage muss anhand der Montageanleitung des Herstellers von einer Fachfirma durchgeführt und bescheinigt werden. Einbruchhemmende Türen nach DIN V ENV 1627 werden in sechs Widerstandsklassen eingeteilt, wobei WK 6 für die höchste Widerstandsklasse steht. Die Wahl der einzusetzenden Widerstandsklasse muss abhängig von der individuellen Gefährdungssituation (Risiko), zum Beispiel von der Lage des Objektes und der Einsehbarkeit des Elements, erfolgen. Hilfestellung bei der Risikoanalyse bieten die kriminalpolizeilichen Beratungsstellen und die Sachversicherer. Laut LKA- Empfehlung sollen einbruchhemmende Türen der Widerstandsklasse WK3 eingesetzt werden, wenn eine Einbruchmeldeanlage (EMA) vorhanden ist. Die Widerstandsklasse WK4 wird empfohlen, sobald es keine EMA gibt. Alle HUBER-Türen vom Typ TT2/WK3 oder TT2/WK4 können zusätzlich mit elektronischen Zusatzeinrichtungen wie Flächensicherung, Magnetkontakt, Schlossriegelkontakt und Blockschloss ausgestattet werden. Durch die Übertragung der Daten an eine Leitwarte kann der Zustand der Türen „geöffnet – geschlossen“ überwacht und dokumentiert werden. Be- und Entlüftungen Be- und Entlüftungen im Trinkwasserspeicher sind notwendig, um den von der Wasserspiegelbewegung erzeugten Luftaustausch zu ermöglichen. DVGW Arbeitsblatt W 311 empfiehlt, die Lüftungsöffnungen nicht direkt über der freien Wasseroberfläche anzubringen, um Gefahren für das Trinkwasser auszuschliessen. Mit einer Be- und Entlüftungsanlage, die in der Schieberkammer angeordnet wird, kann sowohl die Gefahr für das Trinkwasser durch Luftverschmutzung als auch das Einbringen von Giftstoffen verhindert werden. Schachtabdeckungen Für Schachtabdeckungen gilt im Prinzip das Gleiche wie für Zugangstüren. Es gibt zwar keine vergleichbaren EN Normen, aber Sicherheitsprüfungen durch die TU Karlsruhe bestätigen HUBER die Einbruchhemmung der geprüften Schachtabdeckungen vom Typ SD3 und SD4. Einbuchhemmende Schachtabdeckungen werden grundsätzlich mit eingeschweisstem Verschluss, erhöhter Materialstärke und standardmässig mit Sicherheitssteckschloss geliefert. Aufgrund des hohen Gewichtes sind unsere einbruchhemmenden Schachtabdeckungen grundsätzlich mit einem so genannten „Putzrahmen“ ausgestattet, der den Einbauvorgang erheblicher leichtert. Auch bei Schachtabdeckungen kann eine Zustandsüberwachung „geöffnet – geschlossen“ durch Magnetkontakt durchgeführt werden. Vorbeugender Schutz ist in jedem Fall kostengünstiger als ein möglicher Schaden. Um unnötige Unsicherheiten und unnötigen Ärger während einer Baumassnahme zu vermeiden, ist es sinnvoll, bereits während der Angebotsphase ein Prüfzeugnis zu verlangen. Kurzfassung: Bauwerke von öffentlichen und industriellen Versorgungen müssen verstärkt vor Einbruch geschützt bzw. vor unbefugtem Eindringen gesichert werden. Dies insbesondere deshalb, weil unabsehbarer Schaden für die Bevölkerung entstehen kann, wenn hier Manipulationen vorgenommen werden.[...]