[...]Während des Trockenwetterabflusses setzen sich in Mischwassersystemen aufgrund von geringen Fliessgeschwindigkeiten vermehrt Sedimente aus organischen und anorganischen Bestandteilen auf der Kanalsohle ab. Diese Stoffe werden bei einem Regenwetterereignis in Schwebe gebracht und innerhalb des Kanalsystems zur Kläranlage oder zu Entlastungsbauwerken weitergeleitet. Übertrifft die Mischwassermenge das Volumen von Entlastungsbauwerken oder die Kapazität der Kläranlage, so wird das Mischwasser häufig in die Vorflut eingeleitet und führt damit zu einer Beeinträchtigung der Gewässergüte und einem erhöhten Wartungsaufwand durch Reinigungsarbeiten. Um dieser Problematik entgegenzuwirken, werden unästhetische Grobstoffe über Grobstoffrückhaltevorrichtungen zurückgehalten. Hier empfehlt die DWA unter anderem im Arbeitsblatt A166 den Einsatz von Rechen- oder Siebanlagen für den Rückhalt der Grobstoffe. Tauchwände werden für diese Aufgabe als ungeeignet angesehen. Das entspricht auch der Erfahrung in der Praxis. Auch wenn Tauchwände in der Lage sind einen Grossteil der Schwimmstoffe zurückzuhalten, so werden die Schwebstoffe dagegen ungehindert durch die Tauchwand geleitet. Durch die in vergangener Zeit immer häufiger auftretenden extremen Wettereignisse muss der Einsatz von Sieb- und Rechenanlagen zukünftig noch genauer betrachtet werden. Längere Trockenperioden mit einhergehenden Regenereignissen führen zu schwallartigen Belastungen der Grobstoffrückhaltevorrichtungen mit Rechengut. In der Praxis kann es durchaus vorkommen, dass eingesetzte Systeme aufgrund der hohen Rechengutfrachten an ihre Grenzen kommen. Bei der Planung einer Anlage empfehlen sich besonders Systeme, welche das Rechengut definiert von der Schwelle wegfördern und beispielsweise durch Ausnutzung der Strömungseigenschaften dem weiteren Kanalverlauf wieder zuführen. Alleine ein „Hin- und Herschieben“ von Rechengut kann dazu führen, dass die Leistungsfähigkeit einer Rechen- oder Siebanlage innerhalb kürzester Zeit an ihre Grenzen gerät und ein Teil des Mischwassers zusammen mit dem Rechengut ungesiebt abgeleitet wird. In solchen Fällen eignen sich vor allem Mischwassersiebanlagen, welche vor der Schwelle positioniert werden und das Rechengut in Strömungsrichtung von der Maschine wegfördern. Das Rechengut wird hierbei mit der Strömung in Richtung Kläranlage weitergeleitet und kommt mit den Mischwassersiebanlagen nicht mehr in Kontakt. Weiterhin bedarf es im Gegensatz zu Rechen- oder Siebanlagen, welche nach oder auf der Schwelle positioniert werden, keiner Rechengutrückführung. Die HUBER SE bietet mit der ROTAMAT ® Siebanlage RoK2 bereits seit 25 Jahren eine Lösung für solche Anwendungsfälle. Hierbei durchströmt das Abwasser den Siebkorb von unten nach oben und Rechengut grösser als die Perforation kann über den Siebkorb zurückgehalten werden. Über eine Reinigungsschnecke wird das Rechengut schonend in Strömungsrichtung weggefördert und am hintersten Punkt der Maschine ausgeworfen. Gleichzeitig wird durch die Schnecke die Lochung des Siebkorbes abgereinigt, sodass stetig eine geringe Belegung erzeugt werden kann und damit stets maximale Durchsatzraten eingehalten werden können. Mittels Höhenstandsmessung läuft die Siebanlage ab einer definierten Höhe automatisch an schaltet ab, sobald diese wieder unterschritten wird. Hierdurch wird die Laufzeit der Schnecke so gering wie nötig gehalten. Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass die Rechengutproblematik in Mischwasserentlastungsanlagen in den nächsten Jahren immer verstärkter auftreten wird. Hier ist es wichtig, eine Lösung auszuarbeiten, welche selbst bei starken Rechengutvorkommen zuverlässig arbeiten kann.[...]
[...]Kappern, Österreich Kappern ist der südliche Ortsteil der Stadtgemeinde Marchtrenk, einer Stadt, die etwa auf halbem Wege zwischen Wels und Linz liegt. Etwa 1 km südlich von Kappern, im Gemeindegebiet am nördlichen Ufer der Traun gelegen, befindet sich die Kläranlage des Abwasserverbandes Welser Heide, die zweitgrösste kommunale Kläranlage von Oberösterreich mit einer Ausbaugrösse von 160.000 EW. Der Hauptsammler A entwässert ein Ortsgebiet mit hohem Mischkanal-Anteil. Das Regenüberlaufbecken Kappern bot aufgrund seines Bestandes eine interessante Kombinationsmöglichkeit für ROTAMAT®-Siebanlagen in Entlastungsbauwerken RoK 1 und RoK 2, die durch die Anpassungs- und Leistungsfähigkeit dieser Maschinen mit geringsten baulichen Adaptierungsarbeiten optimal realisiert werden konnte. Aufgabenstellungen: Rückhalt von Feststoffen vor Eintritt in das Becken zur Verbesserung der Betriebssicherheit der RÜB-Entleerungspumpen; Gewässerschutz Grubmüllerbach Siebung zweier Beckenüberläufe Rückhalt und Ableitung der Feststoffe im Kanal DN 250 zur Kläranlage. Die Eckdaten: Maulprofil 2600/1000 Zulaufmenge 2400 l/s Kanal zur KA: DN 250 Ablauf zur KA: 150 l/s Beckenzulauf RoK 1: 2250 l/s Beckenüberlauf 1 nach Becken: 950 l/s Beckenüberlauf 2 mit RoK 2: 1300 l/s Aufgabe 1) wird durch die Siebmaschine RoK 1 / 700-5000, links im Bild 1, erfüllt. Sie siebt 2250 l/s bevor diese in das Becken fliessen. Feststoffe, die zuvor einen hohen Wartungsaufwand an den Entleerungspumpen verursacht hatten, werden nun innerhalb des Trennbauwerkes gehalten. Aufgabe 2), die Siebung der Beckenüberläufe 1 und 2 wird teils durch die Siebanlage RoK 1 bewerkstelligt, da der KÜ 1 am gegenüberliegenden Ende des Beckens liegt, und zum Zweiten durch den rechts im Bild 1 sichtbaren Beckenüberlauf 2 erfüllt, vor dessen Wehrkante eine Siebmaschine RoK 2 / 700-2500, Bild-Mitte, eingebaut ist. Zu 3) Die Feststoffe werden von den Lochsieben mit 6 mm Durchmesser zurückgehalten und können weder in das Becken noch in den Beckenüberlauf 2 gelangen, sondern werden durch den zur Kläranlage weiterführenden Kanal DN 250, auf den sich das im Bild 1 unten sichtbare Gerinne verjüngt, abgeleitet. In die ca. 1,2 m breite Berme wurde eine steile Schwemmrinne gestemmt, die dem Siebgut aus der RoK 1 den Weg zum Kanal DN 250 bahnt. Unterstützt wird der Siebguttransport durch eine Spülvorrichtung. Das Siebgut aus der RoK 2 wird direkt oberhalb des Einzugsbereiches des weiterführenden Kanals abgeschieden und ausgeworfen. So werden aus zwei Maschinen anfallende Feststoffe zuverlässig abgezogen. Für die konstruktive Zusammenarbeit danken wir Herrn Dipl.Ing. Franz Laner von der DLP Ziviltechniker GmbH aus Attnang-Puchheim, der dieses Projekt für die Stadtgemeinde Marchtrenk federführend leitete, Herrn Ing. Andreas Angerer von Fa. Forstenlechner aus Perg, maschinelle Ausrüstung, Herrn Ing. Thomas Luger von Fa. DOMA aus Hohenzell, Mess- Steuer- und Regeltechnik, deren Steuerung in Verbindung mit dem Prozessleitsystem Aqua-Sys der Fa. MSS-Elektronik aus Anthering bei Salzburg für die Messdatenerfassung, Aufzeichnung und Übertragung der Betriebsdaten in den Bauhof der Stadtgemeinde Marchtrenk sorgt und zur Optimierung der Betriebsweise beiträgt, sowie Herrn Emminger von der Stadtgemeinde Marchtrenk, der die Anlage betreut.[...]
[...]Berching, Deutschland HUBER Chemikaliendosierung DIGIT-DOSE setzt neue Massstäbe für einen effizienten Betrieb von Flotationsanlagen Für die industrielle Abwasservorreinigung ist die Flotationstechnologie nicht mehr wegzudenken. Mit diesem Verfahren werden effektiv Schwebstoffe, Fette und partikuläre Verunreinigungen aus dem Produktionsabwasser entfernt. Um auch gelöste Schmutzpartikel in partikuläre Stoffe zu überführen werden Fäll- und Flockmittel zu dosiert. Hierdurch kann die Reinigungsleistung enorm gesteigert werden, allerdings sind die Fäll- und Flockmittel auch der grösste Faktor für die Betriebskosten der Abwasserbehandlung. Aus diesem Grund sollten diese Chemikalien so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig eingesetzt werden! In der Praxis gestaltet sich bislang aber die stets optimale Dosierung der Fäll- und Flockmittel schwierig bzw. nahezu unmöglich. Im Industriebetrieb fällt Abwasser aus verschiedenen Produktionsprozessen an, wobei sowohl die Volumenströme als auch die Frachtmengen teilweise grossen Schwankungen aufweisen. Um dennoch eine kontinuierliche Beschickung der Flotationsanlage zu gewährleisten, wird den Flotationsanlagen ein Misch- und Ausgleichsbecken zur Homogenisierung vorgeschaltet. Damit können Frachtschwankungen reduziert aber nicht komplett verhindert werden. Frachtschwankungen verursachten erhöhte Betriebskosten Um in der täglichen Praxis sicherzustellen, dass auch bei Frachtspitzen die notwendige Reinigungsleistung sicher eingehalten wird, werden Fäll- und Flockungsmittel überdosiert. Eine andere Möglichkeit ist die manuelle Nachregelung der Dosierung durch das Bedienpersonal. Hier kann zwar der Chemikalienverbrauch reduziert werden, aber im Gegenzug fällt entsprechender Personalaufwand an. Eine frachtabhängige intelligente Regelung der Dosierung minimiert Betriebskosten HUBER hat sich der Herausforderung gestellt: Eine Flotationsanlage, welche trotz Frachtschwankungen im Zulauf zu jedem Zeitpunkt die erforderliche Reinigungsleistung betriebssicher erreicht, aber gleichzeitig den Verbrauch von Fäll- und Flockungsmittel minimiert ohne Personaleinsatz! Mit dem neu entwickelten System DIGIT-DOSE konnte diese anspruchsvolle Aufgabe gelöst werden. Das Herzstück von DIGIT-DOSE ist eine intelligente Regelung, welche permanent aus den Messdaten verschiedener Sensoren den Verschmutzungsgrad des Abwassers ermittelt und darauf abgestimmt die erforderliche Menge der verschiedenen Chemikalien dosiert. Der so optimierte Einsatz der Chemikalien führt auch dazu, dass die Menge an Flotatschlamm reduziert wird. Neben den Betriebskosten für Chemikalien sind die Entsorgungskosten für Flotatschlamm ein weiterer wesentlicher Kostenfaktor. DIGIT - DOSE erfüllt Erwartungen in der Betriebspraxis Die Rückmeldungen aus bisherigen Installationen von Betreibern sind sehr positiv und bestätigen, dass DIGIT-DOSE die Entwicklungsziele voll erreicht hat: Deutliche Einsparung im Verbrauch an Chemikalien Weniger Anfall an Flotatschlamm Verbesserte Reinigungsleistung Weniger Personalaufwand Deutlich niedrigere Betriebskosten Die Investitionskosten für die HUBER Chemikaliendosierung DIGIT-DOSE amortisieren sich aufgrund der nun deutlich niedrigeren Betriebskosten für den Betreiber in kürzester Zeit. Bestehende Anlagen, bei denen DIGIT-DOSE nachgerüstet wurde zeigten, dass der ROI (Return on Investment) bereits innerhalb eines Jahres erreicht werden konnte. Wenn HUBER DIGIT-DOSE bereits bei der Projektierung von Projekten berücksichtigt wird, kann die Grösse von Misch- und Ausgleichsbecken auf ein Minimum reduziert werden. Die dann noch vorhandenen Frachtschwankungen sind durch die frachtgesteuerte Chemiekaliendosierung ohne negative Auswirkungen auf Betriebskosten und/oder Reinigungsleistung betriebssicher beherrschbar.[...]
[...]Bad Ischl, Österreich Die Traun entspringt im Steirischen Salzkammergut oberhalb von Toplitzsee, Grundlsee und in Bad Mitterndorf, fliesst durch den Hallstättersee, vereinigt sich in Bad Ischl mit der aus dem Wolfgangsee fliessenden Ischler Ache und mündet bei Ebensee in den Traunsee, der wie alle Salzkammergut-Seen ein begehrtes Urlaubsziel für Gäste aus vielen Nationen ist. Ihn verlässt sie in Gmunden wieder und nimmt ihren Weg durch das Traunviertel, um letztlich ihr klares Wasser nahe Linz mit der Donau zu vereinigen. Die Traun ist der Vorfluter für die Kläranlage des Reinhalteverbandes Wolfgangsee-Ischl mit einer Ausbaugrösse von 100.000 EW, knapp unterhalb bzw. östlich von Bad Ischl gelegen. In deren Biologie können 540 l/s Abwasser behandelt werden. Was an Mischwasser aus dem Kanalsystem ankommt, das die Abwässer aus den rund um den Wolfgangsee gelegenen bekannten Urlaubsorten St.Gilgen, Strobl und St. Wolfgang sowie aus Bad Ischl und Lauffen sammelt, ist ein Vielfaches davon. Zur Entlastung gibt es in und unterhalb von Bad Ischl Regenüberlauf-Bauwerke, die das Zuviel an Mischwasser in die Ischl und in die Traun abschlagen. In dem der Kläranlage nähest gelegenen Entlastungs-Bauwerk, dem Regenüberlauf und Regenbecken vor dem Traun-Düker wurde eine HUBER Siebanlage ROTAMAT® RoK2 500 mit 4325 mm langer Siebfläche und 6 mm Lochsiebfläche eingebaut. Über diese können bis zu 420 l/s Mischwasser sauber gesiebt und entlastet werden. Ausschlaggebender Grund für die Entscheidung, die Regenentlastungen um eine mechanische Reinigung zu ergänzen, war, dass ein umfassender Gewässerschutz als grundlegende Voraussetzung für die Erhaltung der in unserer Region vorhanden hervorragenden Lebensqualität angesehen wird. Ohne behördliche Veranlassung, sondern aus dem Wunsch, die fliessenden Gewässer und Seen der Heimat bestmöglich zu schützen, haben die Verantwortlichen des RHV Wolfgangsee-Ischl entschieden, das Trennbauwerk mit einer Siebanlage RoK2 auszurüsten. Ein weiterer angenehmer Effekt ist die deutliche Zeit- und somit Kostenersparnis für Reinigungsarbeiten in Trennbauwerk und Regenbecken. Zitat Ing. Keil: „Es gibt viel weniger Ablagerungen“ – und was sich noch ablagert, ist lediglich feiner Schlamm – und der bereitet den RÜB-Entleer-Pumpen keine Probleme. Somit ist einmal mehr bewiesen, dass mit HUBER ROTAMAT® Maschinen die konsequente Verfolgung und Umsetzung des ökologischen Gedankens auch ökonomische Vorteile mit sich bringt.[...]
[...]Osečina, Serbien Das Unternehmen Podgorina Frucht beliefert Kunden aus der Lebensmittelindustrie mit qualitativ hochwertigen Fruchtsaftkonzentraten, Pürees, Aromen, Trockenfrüchten und Tiefkühlware. Alle Produkte sind aus ausgesuchtem serbischem Rohmaterial hergestellt. Das bei der Produktion anfallende Abwasser wird durch eine hauseigene Kläranlage derart weitgehend aufbereitet, dass der saubere Ablauf direkt und bedenkenlos in den kleinen Fluss Jadar eingeleitet werden kann. Zur biologischen Reinigung betreibt das gut geschulte hauseigene Personal eine SBR-Anlage. Als Besonderheit wird in diesem Fall zur Rückhaltung des Belebtschlamms im System eine HUBER Druckentspannungsflotation HDF S eingesetzt. Das „S“ steht für die Anwendung „Schlammflotation“. Die HUBER Druckentspannungsflotation HDF S kann auch bei starken saisonalen Schwankungen im Zulauf den strengen Ablaufwert von < 10 mg/l AFS garantiert einhalten. Im Vergleich zur üblichen HUBER Druckentspannungsflotation HDF zeichnet sich der Typ „S“ durch eine verlängerte Verweilzeit sowie eine wesentlich vergrösserte freie Wasseroberfläche aus. Dadurch kann der voluminöse Überschlussschlamm sicher und effektiv abgetrennt werden, wobei der Platzbedarf einer HUBER Druckentspannungsflotation HDF S um den Faktor 3 bis 4 geringer ist als der eines Nachklärbeckens vergleichbarer Leistung.[...]
[...]Zusammenfassung Der HUBER Scheibentrockner RotaDry® stellt eine robuste und kompakte Trocknerbauart dar, welche eine hohe Wasserverdampfungskapazität in Bezug auf sein Volumen und seinen Grundflächenbedarf aufweist. Er ist in idealer Weise für die Teiltrocknung von Klärschlamm und für das Zusammenspiel mit einer Wirbelschicht-Monoverbrennungsanlage geeignet. Vollautomatisiert trägt er zu einer Entlastung des Bedienungspersonals und einer Optimierung der Verbrennung von Klärschlamm bei. Eine effektive Scheibentrocknung unterstützt die Klärschlammmonoverbrennung. Aus der entstehenden Asche kann über Säureaufschluss der Phosphor vergleichsweise einfach zu einem hohen Prozentsatz rückgewonnen werden. Dies ist im Hinblick auf die zukünftige Phosphorrückgewinnungspflicht von mittleren und grösseren Abwasserreinigungsanlagen von grosser Bedeutung. Die Scheibentrocknung von Klärschlamm hat sich seit Jahrzehnten zur Teil- und Volltrocknung von Klärschlamm bewährt. Für einen effektiven Einsatz der Scheibentrocknungstechnologie und Nutzung der Abwärme müssen gewisse Rahmenbedingungen berücksichtigt werden. Die Grundkonzeption der Scheibentrocknungstechnologie stammt aus den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts, sie wurde zunächst für die Trocknung von Fischmehl entwickelt. In den 1970er und 1980er Jahren fand dieses Kontakttrocknungssystem ein neues Einsatzgebiet im Bereich der Klärschlammtrocknung auf grossen Kläranlagen oder Wirbelschicht-Monoverbrennungsanlagen. Seit über 40 Jahren hat sich die Scheibentrocknung von Schlamm in der Praxis bewährt. Übliche Wasserverdampfungsleistungen pro Einheit liegen im Bereich von 2.000 bis 6.000 kg/h. Beschreibung des Trockners und seiner Arbeitsweise Der Scheibentrockner besteht aus einem, mit Hohlscheiben bestückten beheizten Rotor, welcher sich in einem Gehäuse dreht. Er zählt zu den indirekten Kontakttrocknern. Dabei berührt das Trocknungsgut die beheizten Scheiben, wird aufgeheizt und trocknet. Zur Leistungssteigerung kann auch noch das Gehäuse mit einem beheizten Doppelmantel versehen werden. Als Heizmedien dienen üblicherweise Sattdampf im Druckbereich von 6 bis 10 bar(a) und Temperaturen von 158 bis 180 °C sowie Thermoöl im Temperaturbereich von 180 bis 220 °C. Für eine effektive Nutzung der Kontaktheizfläche ist die Anwendung von Sattdampf im Vergleich zu überhitztem Dampf vorteilhaft. Der Druckverlust bei der Dampfdruckregelung ist so gering wie möglich zu halten, um die wirksame Druckdifferenz der Dampfturbine für die Stromerzeugung zu maximieren. Der Schlamm wird auf einer Stirnseite des Trockners über eine Schnecke oder eine Dickschlammpumpe in den Trockner eingespeist und durchwandert den Trockner, wobei er aufgrund der Rotation der Scheiben durchmischt und durch an den Scheibenumfängen angebrachte Förderelemente weitertransportiert wird. Der getrocknete Schlamm wird über eine quer zur Auslaufstirnseite des Trockners angebrachte Schnecke abgezogen. Zwischen den Scheiben sind fest montierte Abstreifer angebracht, welche ein Anbacken des Schlammes an den Scheiben verhindern. Die Rotordrehzahl liegt je nach Scheibendurchmesser in einem Bereich von 8 bis 11 Umdrehungen pro Minute. Die Bilder 2 und 3 zeigen die Ansicht und den inneren Aufbau eines HUBER Scheibentrockners RotaDry®. Die Scheiben werden in der Regel in nichtrostendem Edelstahl 1.4307 oder bei höherer Korrosionsgefahr in 1.4571 ausgeführt. Ist mit erhöhtem Verschleiss durch spezielle Klärschlamminhaltsstoffe wie Sand oder Kristallen aus Magnesium-Ammonium-Phosphat zu rechnen, können die Scheiben optional auch in Duplex-Stahl ausgeführt werden. Einsatzbereich des HUBER Scheibentrockners RotaDry® Teiltrocknung Ein Haupteinsatzgebiet des Scheibentrockners liegt in der Teiltrocknung von Klärschlamm für eine selbstgängige Wirbelschicht-Monoverbrennung. Dabei muss der Energieinhalt des teilgetrockneten Klärschlammes auf etwa 4.000 bis 4.200 kJ/kg Originalsubstanz eingestellt werden, wobei eine Vorwärmung der Verbrennungsluft vorausgesetzt wird. Dies bedeutet je nach Klärschlammart und dessen Stabilisierungsgrad eine Trocknung auf einen Trockenrückstandsgehalt (TR) von ~ 35 bis 45%. In jedem Fall muss der TR des teilgetrockneten Klärschlammes unterhalb eines kritischen Trockenrückstandes bleiben, welcher durch die Leimphase in einem TR-Bereich von 40 bis 60 % charakterisiert wird. Der Schlamm wird klebrig, pastös und schlecht förderbar. Bei gering-stabilisierten Schlämmen beginnt die Phase im Bereich von 40 bis 45 % TR, bei gut stabilisierten Schlämmen wird die Leimphase erst oberhalb eines TR von 45 bis 50 % erreicht. Der teilgetrocknete Schlamm wird im Anschluss zur Verbrennung gefördert und zerkleinert über einen Wurfradbeschicker oder Dampflanzen auf das Wirbelbett der Verbrennungsanlage aufgegeben. Bei Monoverbrennungsanlagen werden üblicherweise zwei Scheibentrockner parallel aus Redundanzgründen eingesetzt. Dabei leistet jeder Trockner für den Auslegungsfall rund 50 % der Gesamtwasserverdampfungsmenge. Ein Trockner muss im Extremfall jedoch auch bei Steigerung des Dampfdruckes in der Lage sein, bis zu 70 % der gesamten Trocknungsleistung zu übernehmen, um die Verbrennung im Teillastbetrieb aufrechterhalten zu können. Jeder Trockner wird aus Redundanzgründen mit einer eigenen Schlammbeschickung ausgestattet. Aufgrund der Ende 2017 verabschiedeten AbfallKlärV werden immer mehr Projekte zur Teiltrocknung und Monoverbrennung von Klärschlamm geplant und realisiert. Ein wirtschaftlicher Betrieb mit einer entsprechenden Grösse der Monoverbrennung lässt sich durch Anlieferung und Annahme von Fremdschlämmen aus der Region leichter umsetzen. Für den Betrieb der Anlage hat dies gewisse Konsequenzen. Einerseits muss die Fremdstoff-Problematik berücksichtigt werden. Häufige Umladevorgänge während des Klärschlammtransports erhöhen die Gefahr, dass Fremdstoffe wie Steine, Metall- oder Holzteile in den Schlamm eingemischt werden und möglicherweise Blockaden bzw. Beschädigungen in der Anlage verursachen können. Gegebenenfalls muss eine Fremdstoffabscheidung in Form eines doppelwelligen Walzenabscheiders oder eines Störstoffsiebes in der Schlammförderleitung vorgesehen werden. Andererseits werden entwässerte Schlämme mit stark unterschiedlichen Trockenrückständen und Eigenschaften angeliefert. Bei der Trocknung und Verbrennung auf grossen Kläranlagen mit überwiegend Eigenschlammanteil variieren die Schlammeigenschaften nur in begrenztem Masse zwischen Sommer- und Winterbetrieb. Bei hohem Anteil an Fremdschlämmen wird der Betrieb der Klärschlammmonoverbrennungsanlage deutlich erschwert, da der Durchsatz an entwässertem Schlamm in Abhängigkeit vom TR-Gehalt des Schlammes am Trocknereingang häufig angepasst werden muss. Jede Trocknungsanlage wird auf Wasserverdampfungsleistung und nicht auf Klärschlammdurchsatz ausgelegt. Ein kleinerer TR-Gehalt des entwässerten Schlammes bedingt eine Durchsatzminderung bei gleicher Wasserverdampfung und umgekehrt. In diesem Zusammenhang ist es für den Betreiber vorteilhaft, sich auf eine TR-Messung des entwässerten Schlammes und des teilgetrockneten Schlammes stützen zu können. Zur Entlastung des Bedienungspersonals sollte die Durchsatzeinstellung am Scheibentrockner durch eine Regelung vollautomatisch erfolgen. Ausserdem wird dadurch das Zusammenspiel mit der nachgeschalteten Verbrennung, welche einen teilgetrockneten Schlamm mit möglichst konstantem Heizwert für einen dauerhaft stabilen Betrieb benötigt, verbessert. Die Verbrennung des teilgetrockneten Klärschlammes liefert genügend thermische Energie in Form von Dampf für die Scheibentrocknung. Ab einer thermischen Leistung der Verbrennungsanlage von rund 3 MW kann auch der Einsatz einer Dampfturbine zur Stromerzeugung wirtschaftlich werden. Volltrocknung In den 1990er Jahren wurden auf grösseren Kläranlagen ohne eigene Verbrennung Scheibentrockner zur Volltrocknung auf über 90 % TR installiert. In diesem Fall muss jedoch ein Teil des Trockengutes in den entwässerten Klärschlamm rückgemischt werden, um ein Durchfahren der kritischen Leimphase im Trockner zu umgehen. Der Mischschlamm erhält dadurch einen Trockenrückstand von 60 bis 65 % und kann ohne mechanische Probleme durch den Trockner gefördert und auf bekannte Weise getrocknet werden. Mangels Abwärme muss jedoch häufig Primärenergie in Form von Öl oder Gas zur Dampferzeugung oder zur Erwärmung von Thermoöl eingesetzt werden. Bei der Volltrocknung ist zwischen dem Trockner und der Kondensationsstufe eine Staubabscheidung zu schalten, da sonst die Gefahr der Verblockung des Kondensators besteht und der Kondensator in jedem Fall häufiger gereinigt werden muss. Brüdenkondensation Die Kondensation der wasserdampfhaltigen Brüden erfolgt entweder direkt durch Einsprühen von Brüdenkondensat oder indirekt über einen Rohrbündelwärmetauscher. Ausserdem besteht die Möglichkeit einer mehrstufigen Kondensation, bei der beispielsweise in der ersten Stufe Dünnschlamm vorgewärmt und für die Steigerung des Entwässerungsgrades von Eigenschlamm verwendet werden kann. Der zweite Fall des indirekten Wärmetausches hat den grossen Vorteil, dass Abwärme auf einem höheren Temperaturniveau von bis zu 90 °C z. B. für eine externe Nahwärmeversorgung verwendet werden kann. Der Wärmeübergang bei der Brüdenkondensation wird massgeblich durch den Leckluftanteil in den Brüden beeinflusst. Je geringer der Leckluftmassenstrom ist, desto effektiver wird die Kondensation. Die nicht-kondensierbaren Anteile des Brüdenstromes werden bei der Teiltrocknung mit nachgeschalteter Wirbelschichtverbrennung aufgrund der hohen Geruchsbelastung in der Regel als sekundäre Verbrennungsluft verwendet. Das Brüdenkondensat ist mit Ammonium und CSB-tragenden Stoffen wie Fette, Weissöle oder organische Säuren belastet und muss vor der Indirekteinleitung in die Kanalisation aufbereitet werden.[...]
[...]HUBER erweitert sein Produktportfolio um einen Kontakttrockner für Klärschlamm Um das Angebot an Klärschlammtrocknern zu erweitern, hat die HUBER SE beschlossen, in Zukunft auch einen Scheibentrockner in das Produktportfolio aufzunehmen. Dieser basiert auf dem Prinzip der Kontakttrocknung und überzeugt im Vergleich zu anderen Trocknungsverfahren durch seine kompakte Bauform. Speziell im Verbund mit einem Wirbelschichtverbrennungs-Verfahren ist der HUBER Scheibentrockner RotaDry® die ideale Ergänzung im Gesamtprozess einer Klärschlammverbrennungsanlage. Die Stärke des Scheibentrockners liegt in der effizienten, homogenen und kompakten Teil-Trocknung von Klärschlamm. Durch die optimierte Bauart ist eine auf die Scheibenoberfläche bezogene hohe spezifische Wasserverdampfung möglich. Kombiniert mit der geringen Grundfläche ergibt sich eine grosse Wasserverdampfung pro Trockner auf kleiner Fläche. Der Trockner kann exakt auf den geforderten TR-Gehalt trocknen und so eine selbstgängige Verbrennung im Wirbelschichtofen ermöglichen. Eine aufwändige und verschleissintensive Rückvermischung, wie bei einer Volltrocknung benötigt, wird überflüssig. Dampf aus der Turbine der Stromerzeugung dient als Wärmequelle für die Trocknerbeheizung. So kann auch diese Abwärme energetisch sinnvoll genutzt werden. Der HUBER RotaDry® wird in verschiedenen Baugrössen angeboten, sodass eine Wasserverdampfung von zwei bis sechs Tonnen pro Stunde und Trockner realisiert werden kann. Durch verschiedene Scheibendurchmesser und Scheibenanzahlen kann die Trocknerfläche auf die anfallende Klärschlammmenge optimal angepasst und der Scheibentrockner im idealen Leistungsbereich betrieben werden. Grundsätzlicher Aufbau des Scheibentrockners Aus einem Schlammbunker wird im Standardfall mittels einer Pumpe der Klärschlamm zum Trockner befördert. Dieser fällt durch eine Öffnung in den zylindrischen Trocknerkörper. Im Trocknerinneren sind zwischen 40 und 64 hohle Scheiben auf einen Rotor aufgeschweisst. Diese werden mit Sattdampf durchströmt und so beheizt. Der Dampf kommt von der Turbine, die aus der bei der Verbrennung erzeugten Wärme Strom erzeugt. Vor dem Trockner muss der Dampf so konditioniert werden, dass er als Sattdampf in das Rotorinnere strömt. Auf der Scheibenoberfläche stellt sich die Kondensationstemperatur des Dampfes ein. Der Rotor wird von einem Getriebemotor angetrieben, dessen Drehzahl über einen Frequenzumrichter verändert werden kann. Entwässerter Schlamm wird im Normalfall mit 20 – 30 % TR zugeführt. Im Trockner heizt sich der Schlamm auf und durch das Ausdampfen von Wasser steigt der Trocknungsgrad des Klärschlamms. Über die Austragsschnecke verlässt der (teil-)getrocknete Klärschlamm den Trockner bei 40 – 45 % TR. Der Brüdendom dient zum Abzug des entstehenden Wasserdampfes. In einem Kondensator kann die Kondensationswärme des Brüdens zum Teil zurückgewonnen und beispielsweise in ein Fernwärmenetz eingespeist werden. Eine andere Möglichkeit ist der Einsatz eines Sprühkondensators, bei dem der Dünnschlamm vorgewärmt und dadurch der Polymerverbrauch für die Zentrifuge reduziert werden kann. Der Brüdenkondensatbehandlung kommt eine besondere Aufgabe zu. So ist das Kondensat durch die hohe Kontakttemperatur an den Scheiben mit einem erhöhten partikulärem und gelöstem CSB-Wert und einem erhöhten Ammoniumgehalt belastet. Es gibt hier einen Unterschied zwischen Trocknern auf Kläranlagenstandorten und auf Kraftwerksstandorten. Während auf einer Kläranlage, wenn es die Verfahrenstechnik zulässt, der Brüdenkondensatstrom üblicherweise der Abwasserbehandlung zugeführt werden kann, besteht diese Möglichkeit auf Kraftwerksstandorten nicht. Bevor das Kondensat über die Kanalisation einer kommunalen Kläranlage zugeführt werden kann, muss es gereinigt werden. Dabei hat HUBER mit bewährter Technik aus dem eigenen Hause ein innovatives Verfahren entwickelt, das in Form von mechanischer Filtration, Adsorption und Strippung ausgeführt wird. Das Kondensat wird soweit aufgereinigt, dass es unter Einhaltung der vorgegebenen Grenzwerte ins Abwasser eingeleitet werden kann. Ein neuer und dennoch erprobter Trockner ergänzt das HUBER Produktportfolio Scheibentrockner kommen bereits seit den 80er Jahren in Verbindung mit Klärschlammverbrennungsanlagen zum Einsatz. Besonders bei grossen kommunalen Verbrennungsanlagen ist die Technik „State-of-the-art“. Zum Teil laufen die Trockner zuverlässig seit über 30 Jahren. Langlebige und überzeugende Qualität passen somit ideal zum Unternehmensleitbild von HUBER. Die Aufgabe der Teiltrocknung von Klärschlamm zur selbstgängigen Verbrennung wird somit in Zukunft der Scheibentrockner RotaDry® in der Produktfamilie von HUBER übernehmen. Somit hat der Kunde neben dem HUBER Bandtrockner BT (konvektive Trocknung mit heisser Luft) und der HUBER Solaren Klärschlammtrocknung SRT mit dem HUBER Schlammwender SOLSTICE® (Trocknung mit Sonnenenergie durch Strahlung und Konvektion), auch eine dritte Wahlmöglichkeit, nämlich die Wärmeübertragung durch Kontakt mit dem HUBER Scheibentrockner RotaDry®. Mit diesen verschiedenen Verfahren der Trocknungstechnik kann HUBER als Systemanbieter die Kunden bestmöglich auf den jeweiligen Bedarf beraten. Ausblick Durch die in Deutschland 2017 verabschiedete AbfallKlärschlammVerordnung wächst der Bedarf an neuen Klärschlammmonoverbrennungsanlagen. Es zeichnet sich ab, dass auch andere europäische Länder ihre Vorgaben verschärfen und so die Voraussetzungen für eine nachhaltige Klärschlammentsorgung in den jeweiligen Ländern schaffen. Das internationale Interesse an einem kompakten Kontakttrockner zur Teiltrocknung von Klärschlamm nimmt zu. Zusammenfassung Mit dem Scheibentrockner RotaDry® setzt HUBER das noch fehlende Puzzlestück in den Gesamtprozess der thermischen Klärschlammverwertung ein. Die thermische Trocknung ist ein unabdingbarer Baustein, um den Klärschlamm auf den richtigen Trockengehalt zu heben und den nicht mechanisch abtrennbaren Teil des Wassers auszutreiben. Durch die Monoverbrennung des Klärschlamms wird eine enorme Volumen- und Massenreduktion erzielt und die Möglichkeit zur Phosphorrückgewinnung geschaffen. Gleichzeitig wird durch die thermische Verwertung Strom produziert und die erforderliche Wärme für die Trocknung bereitgestellt. Ein zuverlässiges Kondensatabführsystem , eine innovative Regelung , eine optimierte Beschickung und eine druckverlustreduzierte Dampfregelstrecke zeichnen den HUBER Scheibentrockner RotaDry® als perfekten Klärschlammtrockner für die anschliessende Monoverbrennung aus. Lassen Sie sich gerne von uns individuell beraten oder schicken Sie Ihre Anfrage an sludge@huber.de ![...]
[...]Berching, Deutschland Phosphorreduktion mit dem HUBER RoDisc® Scheibenfilter Durch den Menschen zusätzlich in die Gewässer eingeleitete Nährstoffe (Phosphor, Stickstoff) verschlechtern die Gewässerqualität nachhaltig. So können sich Phosphatgehalte im unteren Mikrogrammbereich bereits negativ auf den Sauerstoffgehalt im Gewässer auswirken und dadurch das Eutrophierungspotenzial des Gewässers steigern. Als Eutrophierung bezeichnet man die Anreicherung eines Gewässers mit Pflanzennährstoffen (Überdüngung). Diese Nährstoffe bewirken ein verstärktes Algenwachstum und die Algen wiederum trüben das Wasser, sodass nach einiger Zeit nur noch in der oberflächennahen Schicht genügend Licht für die Fotosynthese vorhanden ist. Durch die verringerte Fotosyntheseleistung sinkt die Sauerstoffkonzentration im Wasser. Ausserdem werden abgestorbene Algen von Mikroorganismen abgebaut – und bei diesem Vorgang wird Sauerstoff verbraucht. Die Folge der Eutrophierung ist also eine sehr niedrige Sauerstoffkonzentration im Wasser, was letztendlich zu Fäulnis (anaerobe Zersetzungsprozesse) und Fischsterben sorgen kann. In diesem Fall spricht man auch vom „Umkippen des Gewässers“. In einzelnen Ländern, wie beispielsweise China und Russland, gefährdet die Algenplage sogar die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung. So wucherten im Sommermonat Juni die Algen im Taihu-See in China bereits so stark, dass für einige Tage die Trinkwasserversorgung für die angeschlossene Bevölkerung in der Stadt Wuxi (Provinz Jiangsu) unterbrochen werden musste. Fünf Millionen Menschen waren daraufhin auf in Flaschen abgefülltes Wasser angewiesen. Da durch menschliche Einflüsse Nährstoffe wie Stickstoff, Schwefel etc. in der Regel in grösseren Mengen im Gewässer verfügbar sind, gilt der Gehalt an Phosphor als der limitierende Faktor für ein übermässiges Algenwachstum. Der Entnahme von Phosphor fällt damit im Schutz unserer Gewässer eine Schlüsselrolle zu, da jeder zusätzliche Eintrag eine weitere Steigerung des Pflanzenwachstums bewirkt. Phosphor wird in der Abwasserreinigung im festen Aggregatzustand über den Schlammweg aus dem Abwasser entnommen. Der Phosphor wird dabei entweder durch Aufnahme in die Biomasse oder durch eine zusätzliche chemische Fällung in Feststoffe überführt und im Schlamm eingebunden. Weil die biologische Aufnahme des Phosphors (Bio-P-Prozess) limitiert ist, wird auf den meisten Kläranlagen eine Kombinationsfahrweise der biologisch-chemischen Phosphorreduktion betrieben. Bei der chemischen Phosphorelimination bilden mehrwertige Metallionen mit den im Abwasser gelösten Phosphationen unlösliche Verbindungen. Insbesondere da der Phosphor durch diese zum Teil aufwendigen Verfahrensschritte in die ungelöste Form überführt wird, kommt der sicheren Abscheidung der Feststoffe eine grosse Bedeutung zu. Der Huber RoDisc® Scheibenfilter ist hierfür eine kostengünstige und sichere Filtrationsanlage, welche eine weitgehende Feststoffentnahme aus dem Ablauf des Nachklärbeckens gewährleistet. Der geringe Platzbedarf, der geringe Druckverlust und der modulare Aufbau sowie die Beschickung im freien Gefälle ermöglichen eine einfache Anpassung an vorhandene Gegebenheiten und beschränken die baulichen Massnahmen auf ein Minimum. Die Restverschmutzung des Kläranlagenablaufs wird zu einem grossen Teil durch gelöste Stoffe und zum anderen Teil von suspendierten Schlammflocken verursacht. Jedes Milligramm an suspendiertem belebtem Schlamm, das mit dem gereinigten Abwasser abtreibt, erhöht die Phosphorablaufwerte um ca. 0,02 bis über 0,04 mg/l (ATV-DVWK-A131). Dies bedeutet, dass beispielsweise bei einer Entnahme von 20 mg/l abfiltrierbaren Stoffen durch einen nachgeschalteten Scheibenfilter die Phosphorkonzentration bereits um ca. 0,4 bis 0,8 mg/l reduziert werden kann. Durch eine höhere Zugabe von Fällungsmitteln in den vorgeschalteten Verfahrensschritten (Simultanfällung) kann die Entnahmeleistung für Phosphor weiter gesteigert werden. Durch Fällungsmittel erhöht sich der anorganische Anteil, welcher durch Agglomeration an die Schlammflocke gebunden ist, und wird ebenfalls durch die Filtration aus dem Abwasser entnommen. Üblicherweise können Phosphorablaufwerte < 1 mg/l mit der Filtration und ausreichender Dosierung an Fällungsmitteln in den vorgeschalteten Verfahrensstufen sicher eingehalten werden – und sogar Ablaufwerte < 0,5 mg/l Phosphor sind erreichbar. Bestehen sehr hohe Anforderungen hinsichtlich einer weitgehenden Phosphorelimination, kann der Scheibenfilter auch als Flockungsfiltration eingesetzt werden. In diesem Fall sollten in der vorhergehenden Abwasserreinigung Simultanfällung und biologische Phosphorelimination genutzt werden, damit die Phosphorablaufkonzentration des Nachklärbeckens bereits relativ gering ist und damit auch ein wirtschaftlicher Betrieb des Scheibenfilters erzielt werden kann. Die Dosierung der Fällungsmittel erfolgt dabei in den Ablauf des Nachklärbeckens und wird nach kurzer Fliessstrecke bzw. Reaktionsstrecke in den Scheibenfilter geleitet. Zur Entnahme dieser feinsten vom Fällungsmittel gebildeten Flocken wird der Scheibenfilter mit dem Filtermaterial Nadelfilz bestückt. Der dreidimensionale Aufbau des Nadelfilzes bewirkt, dass die Abscheideeffekte nahezu denen eines klassischen Tiefenfilters entsprechen, was zur sicheren Absonderung der Mikroflocken auch notwendig ist. Die Nachrüstung dieser zusätzlichen Reinigungsstufe ermöglicht es, Überwachungswerte auch < 0,3 mg/l Phosphor zu erreichen. Eine Scheibenfilteranlage ist eine einfache und effiziente Lösung, welche für unterschiedliche Anforderungen der Phosphorreduktion eingesetzt werden kann, und dadurch einen entscheidenden Beitrag zum Schutz unserer Gewässer leistet. Der minimale Druckverlust sowie der geringe Platzbedarf ermöglichen eine problemlose Integration der nachgeschalteten Filtrationsstufe in bestehende Kläranlagen.[...]
[...]Umfangreiches Knowhow, jahrzehntelange Erfahrungen und intensive Untersuchungen und Gespräche: Aufbauend auf diesem Fundament in der Behandlung und Verwertung von Klärschlamm hat HUBER 2020 den neuen HUBER Scheibentrockner RotaDry® vorgestellt. Dieser basiert auf dem Funktionsprinzip der Kontakttrocknung über dampfbeheizte Scheiben und überzeugt im Vergleich zu anderen Trocknungsverfahren durch seine kompakte Bauform sowie einige innovative Merkmale, Funktionsweisen und entscheidende Vorteile für eine zuverlässige Trocknung von Klärschlamm auf dem neusten Stand der Technik. Vollautomatische Steuerung Online-Messung des Trockenrückstands am Ein- und (optional) Auslauf des Trockners Verbesserte Verarbeitung unterschiedlicher Schlammqualitäten Vorausschauender Prozessbetrieb und umfassende Betriebskontrolle durch frühzeitiges Erkennen schwankender Schlammqualität Geringerer Bedienaufwand und Entlastung des Betriebspersonals zum Patent angemeldet Dampfbeheizte Scheiben: Optimiertes Design und vollautomatisch von Roboter geschweisst Parallel angeordnete, dampfbeheizte Scheiben zur Trocknung des Klärschlamms gleichmässige Bewegung und Verteilung einer grösseren Menge an Trocknungsgut kontinuierlich grössere Kontaktflächen zwischen Schlamm und Scheibe optimierter Trocknungsprozess höhere Standzeit der Rotorscheiben durch reduzierte tolerierbare Restwandstärke von ca. 3,5 mm Alle Schweisspunkte und -nähte geschützt und damit weniger anfällig für Verschleiss und Leckagen deutliche Verringerung der Verschleissgrenze Verschleissring am Umfang der Scheibe zum Schutz der darunter befindlichen Schweissnaht Tausch des Verschleissrings ist auch ohne umfangreichen Rotorausbau möglich, um Standzeit der Scheibe zu maximieren in einem Arbeitsgang vollautomatisch bearbeitetes und gebohrtes Zentralrohr aus Stabilitätsgründen in Baustahl, vollständig von den Scheiben aus Edelstahl bedeckt grössere Wandstärke und geringerer Durchmesser zur Erhöhung der aktiven Scheibenflächen höhere Wasserverdampfung des Trockners bei gleichem Bauvolumen Wartungunanfälliger Austrag des Dampfkondensats durch Rotation Frequenzumrichtergesteuerter Direktantrieb des Rotors über Frequenzumrichter regelbare Drehzahl zur Anpassung an unterschiedliche Schlammqualitäten und erforderliche Leistungen höhere Effizienz des Trocknerantriebs deutlich verringerten Lärmemissionen signifikante Reduktion von Verschleiss weniger wartungsintensive Bauteile und dadurch Entlastung von Betreiberpersonal Spezialdichtungen zwischen Rotor und Gehäuse zur Vermeidung von Austreten des Klärschlamms SEW-Getriebe mit direkt gekoppeltem Motor für optimale Schmierung des Schnelllauflagers Automatische Fettschmierung der Lager von Rotor und Austragsschnecke Hochleistungs-Lager der Marke SKF für lange Lebensdauer Packungen der Marke Chesterton für optimale Sicherheit und Leistung Weitere spezifische Produktmerkmale zusätzliche Isolation der Kopfseiten des Trockners zur Erhöhung der Arbeitssicherheit und zur signifikanten Reduktion von Wärmeverlusten erhöhter Korrosionsschutz des Trockners durch spezielle Abdeckungen mit vollständiger Abdichtung der Flanschverbindung zwischen Rotor und Wellenstummel Schlammberührende Bauteile in Edelstahl Automatische Notwassereinspritzung zur Vermeidung der klärschlammspezifischen Leimphase Strömungstechnisch optimierter Brüdendom zur Minimierung des Austrags von Schwarzwasser und von Ablagerungen in den nachfolgenden Rohrleitungen Flexibilität im Dampf- und Kondensatsystem zur Sicherung einer optimalen Gesamtlösung für die Anlage HUBER Dampfregelung mit minimalem Druckabfall durch optimierte Ventilregelung beim Aufheizen des Trockners und im Regelbetrieb Steigerung der Heizfläche durch optionalen Dampfmantel Volle Ausstattung mit Wägezellen, Druckmessumformern, Temperaturmessumformern, automatischen Regelventilen, wechselrichtergesteuerter Schlammaustrag, HUBER-Messsystem zur Kontrolle der Trockensubstanz für automatischen Betrieb Zertifizierungen der Fertigung Druckzulassung nach ASME Code, PED (Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU) oder jeder anderen Anforderung in dem Land, in dem der Trockner zu installieren ist eine in Europa gefertigte Maschine in einer nach DIN EN ISO 3834 / AD2000 HPO zertifizierten Fertigungswerkstatt Engineering, Lieferung, Montage, Inbetriebnahme und HUBER Global Service Neben Engineering, Lieferung, Montage und Inbetriebnahme des Scheibentrockners bietet HUBER auch seinen bewährten Global Service. Für weitere Informationen kontaktieren Sie uns direkt – wir helfen Ihnen jederzeit gerne weiter: sludge@huber.de .[...]