[...]München, Deutschland Im Jahre 2008 wurden weltweit 1.816,6 Mio. hl Bier produziert. Ein durchschnittlicher Frischwassereinsatz von 400 Litern je hl Bier bedeutet, dass dementsprechend 726,6 Mio. m³ an Frischwasser bereitgestellt werden müssen. Etwa ein Drittel des eingesetzten Wassers könnte jedoch durch Brauchwasser ersetzt werden, das in dafür geeigneten Produktionsbereichen nicht den höchsten Anforderungen der Trinkwasserverordnung entsprechen muss. Das daraus resultierende Einsparpotential von ca. 240 Mio. m³ erfordert teilweise neue Verfahren, um dieses zu erschliessen. Im Rahmen eines Forschungsprojektes der Bayerischen Forschungsstiftung wird daher in Zusammenarbeit mit Instituten der TU München eine Prozesstechnik anhand modularer Anlagenkomponenten zur weitergehenden Aufbereitung von Brauereiabwasser untersucht. Ziel des Vorhabens ist die Wiederverwendung des Wassers ohne oder mit nur geringem Chemikalienaufwand. Hierzu ist eine Versuchsanlage bei der Privatbrauerei Erdinger Weissbräu Werner Brombach GmbH, installiert. Diese behandelt einen Teilstrom aus dem Ablauf der vorhandenen Anaerobreaktoren. Der erste Schritt ist hierbei eine Flotation mit anschliessender Membranbiologie, wofür eine getauchte, rotierende Ultrafiltrationsanlage verwendet wird. Die Betriebsweise der Flotation ist wie folgt charakterisiert: das zu behandelnde Abwasser gelangt über eine Zulaufleitung in den Flotationsbehälter und wird bereits im Zulaufrohr intensiv mit entspannter Luft vermischt. Die dabei erzeugten Gasblasen im Bereich zwischen 20 µm-70 µm gelangen über ein verstopfungssicheres Ventil in die Anlage. Durch einen zusätzlich integrierten Parallelplattenabscheider wird die effektive Abscheideoberfläche der Anlage erheblich vergrössert, so dass eine höhere hydraulische Belastung bei gleichen Anlagenabmessungen möglich ist.[...]
[...]Ingelheim, Deutschland Die Boehringer Ingelheim Pharma GmbH&Co.KG wurde im Jahre 1885 von Albert Boehringer in Ingelheim am Rhein gegründet. Ein Forschungs- und Entwicklungsstandort des Unternehmens befindet sich in Biberach an der Riss (Baden-Württemberg). Am Standort Biberach wird eine Zentrale Abwasserbehandlungsanlage betrieben. Das behandelte Abwasser wird direkt in den Vorfluter eingeleitet. In einem Forschungsprojekt zur Reduktion von Spurenstoffen und Mikroschadstoffen wird ein Teilstrom des täglich anfallenden Abwassers behandelt. Dieser Teilstrom untergliedert sich in zwei parallel betriebene Linien. Das Abwasser der ersten Linie wird über einen HUBER Aktivkohlefilter CONTIFLOW® GAK geleitet. Darin findet die adsorptive Elimination der Mikroverunreinigungen an der inneren Oberfläche der Aktivkohle statt. In der zweiten Linie wird das Abwasser zuerst mittels Ozon vorbehandelt und anschliessend über einen HUBER Aktivkohlefilter CONTIFLOW® GAK der identischen Bauform geleitet. Durch den vorgeschalteten Eintrag von Ozon werden die Mikroverunreinigungen oxidiert. Die dabei entstehenden Transformationsprodukte sind i.d.R. leichter biologisch abbaubar und gut adsorbierbar. Im Zulauf der beiden Linien befindet sich eine Dosierstation für unterschiedlichste Spuren- und Mikroschadstoffe. Durch die gezielte Dosierung verschiedener Stoffe liefert das Forschungsvorhaben interessante Ergebnisse sowohl für den kommunalen, als auch für den industriellen Einsatzfall. In diesem Forschungsvorhaben werden über 18 Monate die Auswirkungen einer vorgeschalteten Ozonisierung auf einen HUBER Aktivkohlefilter CONTIFLOW® GAK untersucht. Dabei wird neben einer erhöhten Eliminationsleistung bezüglich Mikroverunreinigungen auch eine verlängerte Standzeit der Aktivkohle erwartet.[...]
[...]HUBER SE erhält Auftrag für die grösste Kläranlage Nordirlands Belfast, die Hauptstadt von Nordirland, ist mit seinen 280.000 Einwohnern die zweitgrösste Stadt der irischen Insel. Es liegt an der Mündung des Flusses Lagan in der Bucht von Belfast und bildet einen der 26 nordirischen Verwaltungsbezirke. Im Dublin-Belfast-Corridor, entlang der Autobahn, wohnen drei der sechs Millionen Iren. Nachdem bereits 2011 Dublin, die grösste Stadt der irischen Insel, mit der kompletten mechanischen Reinigung der HUBER SE ausgerüstet wurde, beauftragte uns nun auch die Grosskläranlage Belfast, die entsprechende Ausrüstung in zwei Phasen zu liefern. Das Projekt umfasste sechs HUBER Waschpressen der grössten Baugrösse WAP® SL/12. Phase 1: Stormwater Tunnel Bereits im November 2009 wurde die erste Phase unter der Bezeichnung Stormwater Tunnel erfolgreich auf der Kläranlage Belfast abgeschlossen. Um Überschwemmungen im Stadtbereich zu verhindern, hatte Northern Ireland Water bereits 2006 mit dem Kanalbauprojekt begonnen. Dabei mussten die Mischwasserkanäle der gesamten Stadt auf der städtischen Kläranlage zusammengeführt werden. Der hierfür benötige Kanal ist 40 m tief und fasst 85.000 m³ Abwasser. Über seine Länge von 9,4 km verteilen sich im gesamten Stadtgebiet 19 Zugangsschächte. Am Ende des Kanals befindet sich in einer 40 m tiefen Kammer die Pumpstation, von wo aus der Überlauf in das Zulaufbauwerk zurückbefördert wird. Die Überlaufsiebung sollte mit Hilfe von zwei neuen Trommelrechen erfolgen, die bei 6 mm Trommeldurchmesser für 12.000 l/s ausgelegt sind. In dieser ersten Ausbauphase wurden zwei redundant ausgeführte Waschpressen der Baureihe WAP® SL 12 mit einer Durchsatzleistung von jeweils 15 m³/h Rohrechengut erfolgreich installiert. Die Beschickung der Waschpressen erfolgt über ein Schwemmrinnensystem. Der grosse Vorteil ist hierbei, dass komplexe Förderwege besonders einfach und betriebssicher gestaltet werden können. Das Schwemmwasser dient zudem gleichzeitig als Waschwasser für die Waschpresse WAP® SL. Der HUBER Schwemmrinne für komplexe Förderwege, Baureihe HLC, zur betriebssicheren Beschickung der Waschpressen der Baureihe WAP® SL sehr hohe Standard im Bereich der Rechengutbehandlung wird mit 35 % TS-Gehalt bei < 20 mg BOD / g DS vollständig eingehalten. Phase 2: Main Inlet Works Nach der erfolgreichen Fertigstellung des Projekts Stormwater Tunnel musste als nächstes eine Lösung für die Ertüchtigung des Einlaufbauwerks der Kläranlage gefunden werden. Nach den überzeugenden Erfahrungen mit den bereits installierten Waschpressen WAP® SL entschied sich der Kunde, auch bei diesem Vorhaben mit HUBER zusammenzuarbeiten. Es galt eine technische Möglichkeit zu erarbeiten, die sowohl den hohen Durchflussmengen als auch den schwierigen hydraulischen Bedingungen auf der Kläranlage gewachsen war. Für den Kunden war es extrem wichtig, dass der sichere Betrieb der Grosskläranlage sowie ein schrittweiser Einbau der Maschinen gewährleistet wird, da ansonsten ernsthafte Überflutungen und Verschmutzungen drohen. Nach der Vorlage verschiedener Ausführungsvorschläge fanden mehrere Anlagenbesichtigungen statt. Die erarbeiteten Entwürfe wurden gründlich überprüft, bevor man sich schliesslich auf eine Lösung einigte. Diese umfasste die Lieferung von sechs HUBER Harken-Umlaufrechen RakeMax® 2152 mm, mit 50 mm Spaltweite als Grobrechen sowie sechs HUBER Lochblech-Umlaufrechen EscaMax®, 2252 mm, mit 6 mm Lochsieb als Feinrechen. Des Weiteren werden pro Rechenlinie zwei Waschpressen WAP® SL BG 12 zur Rechengutbehandlung eingebaut (eine davon jeweils als Standby-Maschine). Diese sind für eine maximale Durchsatzleistung von 15 m³/h Rohrechengut ausgelegt. Wie in der ersten Projektphase wird auch hier ein Schwemmrinnensystem zum Abtransport des Rechengutes in die Waschpressen eingesetzt. Derzeit werden die Maschinen nach und nach montiert und in Betrieb genommen. Aufgrund des planmässigen Verlaufs der Installationsarbeitenkann sehr bald mit der kompletten Fertigstellung gerechnet werden. Das Feedback nach der ersten Montagephase lässt bereits jetzt auf den Erfolg des Projekts schliessen.[...]
[...]Während des Trockenwetterabflusses setzen sich in Mischwassersystemen aufgrund von geringen Fliessgeschwindigkeiten vermehrt Sedimente aus organischen und anorganischen Bestandteilen auf der Kanalsohle ab. Diese Stoffe werden bei einem Regenwetterereignis in Schwebe gebracht und innerhalb des Kanalsystems zur Kläranlage oder zu Entlastungsbauwerken weitergeleitet. Übertrifft die Mischwassermenge das Volumen von Entlastungsbauwerken oder die Kapazität der Kläranlage, so wird das Mischwasser häufig in die Vorflut eingeleitet und führt damit zu einer Beeinträchtigung der Gewässergüte und einem erhöhten Wartungsaufwand durch Reinigungsarbeiten. Um dieser Problematik entgegenzuwirken, werden unästhetische Grobstoffe über Grobstoffrückhaltevorrichtungen zurückgehalten. Hier empfehlt die DWA unter anderem im Arbeitsblatt A166 den Einsatz von Rechen- oder Siebanlagen für den Rückhalt der Grobstoffe. Tauchwände werden für diese Aufgabe als ungeeignet angesehen. Das entspricht auch der Erfahrung in der Praxis. Auch wenn Tauchwände in der Lage sind einen Grossteil der Schwimmstoffe zurückzuhalten, so werden die Schwebstoffe dagegen ungehindert durch die Tauchwand geleitet. Durch die in vergangener Zeit immer häufiger auftretenden extremen Wettereignisse muss der Einsatz von Sieb- und Rechenanlagen zukünftig noch genauer betrachtet werden. Längere Trockenperioden mit einhergehenden Regenereignissen führen zu schwallartigen Belastungen der Grobstoffrückhaltevorrichtungen mit Rechengut. In der Praxis kann es durchaus vorkommen, dass eingesetzte Systeme aufgrund der hohen Rechengutfrachten an ihre Grenzen kommen. Bei der Planung einer Anlage empfehlen sich besonders Systeme, welche das Rechengut definiert von der Schwelle wegfördern und beispielsweise durch Ausnutzung der Strömungseigenschaften dem weiteren Kanalverlauf wieder zuführen. Alleine ein „Hin- und Herschieben“ von Rechengut kann dazu führen, dass die Leistungsfähigkeit einer Rechen- oder Siebanlage innerhalb kürzester Zeit an ihre Grenzen gerät und ein Teil des Mischwassers zusammen mit dem Rechengut ungesiebt abgeleitet wird. In solchen Fällen eignen sich vor allem Mischwassersiebanlagen, welche vor der Schwelle positioniert werden und das Rechengut in Strömungsrichtung von der Maschine wegfördern. Das Rechengut wird hierbei mit der Strömung in Richtung Kläranlage weitergeleitet und kommt mit den Mischwassersiebanlagen nicht mehr in Kontakt. Weiterhin bedarf es im Gegensatz zu Rechen- oder Siebanlagen, welche nach oder auf der Schwelle positioniert werden, keiner Rechengutrückführung. Die HUBER SE bietet mit der ROTAMAT ® Siebanlage RoK2 bereits seit 25 Jahren eine Lösung für solche Anwendungsfälle. Hierbei durchströmt das Abwasser den Siebkorb von unten nach oben und Rechengut grösser als die Perforation kann über den Siebkorb zurückgehalten werden. Über eine Reinigungsschnecke wird das Rechengut schonend in Strömungsrichtung weggefördert und am hintersten Punkt der Maschine ausgeworfen. Gleichzeitig wird durch die Schnecke die Lochung des Siebkorbes abgereinigt, sodass stetig eine geringe Belegung erzeugt werden kann und damit stets maximale Durchsatzraten eingehalten werden können. Mittels Höhenstandsmessung läuft die Siebanlage ab einer definierten Höhe automatisch an schaltet ab, sobald diese wieder unterschritten wird. Hierdurch wird die Laufzeit der Schnecke so gering wie nötig gehalten. Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass die Rechengutproblematik in Mischwasserentlastungsanlagen in den nächsten Jahren immer verstärkter auftreten wird. Hier ist es wichtig, eine Lösung auszuarbeiten, welche selbst bei starken Rechengutvorkommen zuverlässig arbeiten kann.[...]
[...]Kappern, Österreich Kappern ist der südliche Ortsteil der Stadtgemeinde Marchtrenk, einer Stadt, die etwa auf halbem Wege zwischen Wels und Linz liegt. Etwa 1 km südlich von Kappern, im Gemeindegebiet am nördlichen Ufer der Traun gelegen, befindet sich die Kläranlage des Abwasserverbandes Welser Heide, die zweitgrösste kommunale Kläranlage von Oberösterreich mit einer Ausbaugrösse von 160.000 EW. Der Hauptsammler A entwässert ein Ortsgebiet mit hohem Mischkanal-Anteil. Das Regenüberlaufbecken Kappern bot aufgrund seines Bestandes eine interessante Kombinationsmöglichkeit für ROTAMAT®-Siebanlagen in Entlastungsbauwerken RoK 1 und RoK 2, die durch die Anpassungs- und Leistungsfähigkeit dieser Maschinen mit geringsten baulichen Adaptierungsarbeiten optimal realisiert werden konnte. Aufgabenstellungen: Rückhalt von Feststoffen vor Eintritt in das Becken zur Verbesserung der Betriebssicherheit der RÜB-Entleerungspumpen; Gewässerschutz Grubmüllerbach Siebung zweier Beckenüberläufe Rückhalt und Ableitung der Feststoffe im Kanal DN 250 zur Kläranlage. Die Eckdaten: Maulprofil 2600/1000 Zulaufmenge 2400 l/s Kanal zur KA: DN 250 Ablauf zur KA: 150 l/s Beckenzulauf RoK 1: 2250 l/s Beckenüberlauf 1 nach Becken: 950 l/s Beckenüberlauf 2 mit RoK 2: 1300 l/s Aufgabe 1) wird durch die Siebmaschine RoK 1 / 700-5000, links im Bild 1, erfüllt. Sie siebt 2250 l/s bevor diese in das Becken fliessen. Feststoffe, die zuvor einen hohen Wartungsaufwand an den Entleerungspumpen verursacht hatten, werden nun innerhalb des Trennbauwerkes gehalten. Aufgabe 2), die Siebung der Beckenüberläufe 1 und 2 wird teils durch die Siebanlage RoK 1 bewerkstelligt, da der KÜ 1 am gegenüberliegenden Ende des Beckens liegt, und zum Zweiten durch den rechts im Bild 1 sichtbaren Beckenüberlauf 2 erfüllt, vor dessen Wehrkante eine Siebmaschine RoK 2 / 700-2500, Bild-Mitte, eingebaut ist. Zu 3) Die Feststoffe werden von den Lochsieben mit 6 mm Durchmesser zurückgehalten und können weder in das Becken noch in den Beckenüberlauf 2 gelangen, sondern werden durch den zur Kläranlage weiterführenden Kanal DN 250, auf den sich das im Bild 1 unten sichtbare Gerinne verjüngt, abgeleitet. In die ca. 1,2 m breite Berme wurde eine steile Schwemmrinne gestemmt, die dem Siebgut aus der RoK 1 den Weg zum Kanal DN 250 bahnt. Unterstützt wird der Siebguttransport durch eine Spülvorrichtung. Das Siebgut aus der RoK 2 wird direkt oberhalb des Einzugsbereiches des weiterführenden Kanals abgeschieden und ausgeworfen. So werden aus zwei Maschinen anfallende Feststoffe zuverlässig abgezogen. Für die konstruktive Zusammenarbeit danken wir Herrn Dipl.Ing. Franz Laner von der DLP Ziviltechniker GmbH aus Attnang-Puchheim, der dieses Projekt für die Stadtgemeinde Marchtrenk federführend leitete, Herrn Ing. Andreas Angerer von Fa. Forstenlechner aus Perg, maschinelle Ausrüstung, Herrn Ing. Thomas Luger von Fa. DOMA aus Hohenzell, Mess- Steuer- und Regeltechnik, deren Steuerung in Verbindung mit dem Prozessleitsystem Aqua-Sys der Fa. MSS-Elektronik aus Anthering bei Salzburg für die Messdatenerfassung, Aufzeichnung und Übertragung der Betriebsdaten in den Bauhof der Stadtgemeinde Marchtrenk sorgt und zur Optimierung der Betriebsweise beiträgt, sowie Herrn Emminger von der Stadtgemeinde Marchtrenk, der die Anlage betreut.[...]
[...]Berching, Deutschland HUBER Chemikaliendosierung DIGIT-DOSE setzt neue Massstäbe für einen effizienten Betrieb von Flotationsanlagen Für die industrielle Abwasservorreinigung ist die Flotationstechnologie nicht mehr wegzudenken. Mit diesem Verfahren werden effektiv Schwebstoffe, Fette und partikuläre Verunreinigungen aus dem Produktionsabwasser entfernt. Um auch gelöste Schmutzpartikel in partikuläre Stoffe zu überführen werden Fäll- und Flockmittel zu dosiert. Hierdurch kann die Reinigungsleistung enorm gesteigert werden, allerdings sind die Fäll- und Flockmittel auch der grösste Faktor für die Betriebskosten der Abwasserbehandlung. Aus diesem Grund sollten diese Chemikalien so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig eingesetzt werden! In der Praxis gestaltet sich bislang aber die stets optimale Dosierung der Fäll- und Flockmittel schwierig bzw. nahezu unmöglich. Im Industriebetrieb fällt Abwasser aus verschiedenen Produktionsprozessen an, wobei sowohl die Volumenströme als auch die Frachtmengen teilweise grossen Schwankungen aufweisen. Um dennoch eine kontinuierliche Beschickung der Flotationsanlage zu gewährleisten, wird den Flotationsanlagen ein Misch- und Ausgleichsbecken zur Homogenisierung vorgeschaltet. Damit können Frachtschwankungen reduziert aber nicht komplett verhindert werden. Frachtschwankungen verursachten erhöhte Betriebskosten Um in der täglichen Praxis sicherzustellen, dass auch bei Frachtspitzen die notwendige Reinigungsleistung sicher eingehalten wird, werden Fäll- und Flockungsmittel überdosiert. Eine andere Möglichkeit ist die manuelle Nachregelung der Dosierung durch das Bedienpersonal. Hier kann zwar der Chemikalienverbrauch reduziert werden, aber im Gegenzug fällt entsprechender Personalaufwand an. Eine frachtabhängige intelligente Regelung der Dosierung minimiert Betriebskosten HUBER hat sich der Herausforderung gestellt: Eine Flotationsanlage, welche trotz Frachtschwankungen im Zulauf zu jedem Zeitpunkt die erforderliche Reinigungsleistung betriebssicher erreicht, aber gleichzeitig den Verbrauch von Fäll- und Flockungsmittel minimiert ohne Personaleinsatz! Mit dem neu entwickelten System DIGIT-DOSE konnte diese anspruchsvolle Aufgabe gelöst werden. Das Herzstück von DIGIT-DOSE ist eine intelligente Regelung, welche permanent aus den Messdaten verschiedener Sensoren den Verschmutzungsgrad des Abwassers ermittelt und darauf abgestimmt die erforderliche Menge der verschiedenen Chemikalien dosiert. Der so optimierte Einsatz der Chemikalien führt auch dazu, dass die Menge an Flotatschlamm reduziert wird. Neben den Betriebskosten für Chemikalien sind die Entsorgungskosten für Flotatschlamm ein weiterer wesentlicher Kostenfaktor. DIGIT - DOSE erfüllt Erwartungen in der Betriebspraxis Die Rückmeldungen aus bisherigen Installationen von Betreibern sind sehr positiv und bestätigen, dass DIGIT-DOSE die Entwicklungsziele voll erreicht hat: Deutliche Einsparung im Verbrauch an Chemikalien Weniger Anfall an Flotatschlamm Verbesserte Reinigungsleistung Weniger Personalaufwand Deutlich niedrigere Betriebskosten Die Investitionskosten für die HUBER Chemikaliendosierung DIGIT-DOSE amortisieren sich aufgrund der nun deutlich niedrigeren Betriebskosten für den Betreiber in kürzester Zeit. Bestehende Anlagen, bei denen DIGIT-DOSE nachgerüstet wurde zeigten, dass der ROI (Return on Investment) bereits innerhalb eines Jahres erreicht werden konnte. Wenn HUBER DIGIT-DOSE bereits bei der Projektierung von Projekten berücksichtigt wird, kann die Grösse von Misch- und Ausgleichsbecken auf ein Minimum reduziert werden. Die dann noch vorhandenen Frachtschwankungen sind durch die frachtgesteuerte Chemiekaliendosierung ohne negative Auswirkungen auf Betriebskosten und/oder Reinigungsleistung betriebssicher beherrschbar.[...]
[...]Bad Ischl, Österreich Die Traun entspringt im Steirischen Salzkammergut oberhalb von Toplitzsee, Grundlsee und in Bad Mitterndorf, fliesst durch den Hallstättersee, vereinigt sich in Bad Ischl mit der aus dem Wolfgangsee fliessenden Ischler Ache und mündet bei Ebensee in den Traunsee, der wie alle Salzkammergut-Seen ein begehrtes Urlaubsziel für Gäste aus vielen Nationen ist. Ihn verlässt sie in Gmunden wieder und nimmt ihren Weg durch das Traunviertel, um letztlich ihr klares Wasser nahe Linz mit der Donau zu vereinigen. Die Traun ist der Vorfluter für die Kläranlage des Reinhalteverbandes Wolfgangsee-Ischl mit einer Ausbaugrösse von 100.000 EW, knapp unterhalb bzw. östlich von Bad Ischl gelegen. In deren Biologie können 540 l/s Abwasser behandelt werden. Was an Mischwasser aus dem Kanalsystem ankommt, das die Abwässer aus den rund um den Wolfgangsee gelegenen bekannten Urlaubsorten St.Gilgen, Strobl und St. Wolfgang sowie aus Bad Ischl und Lauffen sammelt, ist ein Vielfaches davon. Zur Entlastung gibt es in und unterhalb von Bad Ischl Regenüberlauf-Bauwerke, die das Zuviel an Mischwasser in die Ischl und in die Traun abschlagen. In dem der Kläranlage nähest gelegenen Entlastungs-Bauwerk, dem Regenüberlauf und Regenbecken vor dem Traun-Düker wurde eine HUBER Siebanlage ROTAMAT® RoK2 500 mit 4325 mm langer Siebfläche und 6 mm Lochsiebfläche eingebaut. Über diese können bis zu 420 l/s Mischwasser sauber gesiebt und entlastet werden. Ausschlaggebender Grund für die Entscheidung, die Regenentlastungen um eine mechanische Reinigung zu ergänzen, war, dass ein umfassender Gewässerschutz als grundlegende Voraussetzung für die Erhaltung der in unserer Region vorhanden hervorragenden Lebensqualität angesehen wird. Ohne behördliche Veranlassung, sondern aus dem Wunsch, die fliessenden Gewässer und Seen der Heimat bestmöglich zu schützen, haben die Verantwortlichen des RHV Wolfgangsee-Ischl entschieden, das Trennbauwerk mit einer Siebanlage RoK2 auszurüsten. Ein weiterer angenehmer Effekt ist die deutliche Zeit- und somit Kostenersparnis für Reinigungsarbeiten in Trennbauwerk und Regenbecken. Zitat Ing. Keil: „Es gibt viel weniger Ablagerungen“ – und was sich noch ablagert, ist lediglich feiner Schlamm – und der bereitet den RÜB-Entleer-Pumpen keine Probleme. Somit ist einmal mehr bewiesen, dass mit HUBER ROTAMAT® Maschinen die konsequente Verfolgung und Umsetzung des ökologischen Gedankens auch ökonomische Vorteile mit sich bringt.[...]
[...]Osečina, Serbien Das Unternehmen Podgorina Frucht beliefert Kunden aus der Lebensmittelindustrie mit qualitativ hochwertigen Fruchtsaftkonzentraten, Pürees, Aromen, Trockenfrüchten und Tiefkühlware. Alle Produkte sind aus ausgesuchtem serbischem Rohmaterial hergestellt. Das bei der Produktion anfallende Abwasser wird durch eine hauseigene Kläranlage derart weitgehend aufbereitet, dass der saubere Ablauf direkt und bedenkenlos in den kleinen Fluss Jadar eingeleitet werden kann. Zur biologischen Reinigung betreibt das gut geschulte hauseigene Personal eine SBR-Anlage. Als Besonderheit wird in diesem Fall zur Rückhaltung des Belebtschlamms im System eine HUBER Druckentspannungsflotation HDF S eingesetzt. Das „S“ steht für die Anwendung „Schlammflotation“. Die HUBER Druckentspannungsflotation HDF S kann auch bei starken saisonalen Schwankungen im Zulauf den strengen Ablaufwert von < 10 mg/l AFS garantiert einhalten. Im Vergleich zur üblichen HUBER Druckentspannungsflotation HDF zeichnet sich der Typ „S“ durch eine verlängerte Verweilzeit sowie eine wesentlich vergrösserte freie Wasseroberfläche aus. Dadurch kann der voluminöse Überschlussschlamm sicher und effektiv abgetrennt werden, wobei der Platzbedarf einer HUBER Druckentspannungsflotation HDF S um den Faktor 3 bis 4 geringer ist als der eines Nachklärbeckens vergleichbarer Leistung.[...]
[...]Zusammenfassung Der HUBER Scheibentrockner RotaDry® stellt eine robuste und kompakte Trocknerbauart dar, welche eine hohe Wasserverdampfungskapazität in Bezug auf sein Volumen und seinen Grundflächenbedarf aufweist. Er ist in idealer Weise für die Teiltrocknung von Klärschlamm und für das Zusammenspiel mit einer Wirbelschicht-Monoverbrennungsanlage geeignet. Vollautomatisiert trägt er zu einer Entlastung des Bedienungspersonals und einer Optimierung der Verbrennung von Klärschlamm bei. Eine effektive Scheibentrocknung unterstützt die Klärschlammmonoverbrennung. Aus der entstehenden Asche kann über Säureaufschluss der Phosphor vergleichsweise einfach zu einem hohen Prozentsatz rückgewonnen werden. Dies ist im Hinblick auf die zukünftige Phosphorrückgewinnungspflicht von mittleren und grösseren Abwasserreinigungsanlagen von grosser Bedeutung. Die Scheibentrocknung von Klärschlamm hat sich seit Jahrzehnten zur Teil- und Volltrocknung von Klärschlamm bewährt. Für einen effektiven Einsatz der Scheibentrocknungstechnologie und Nutzung der Abwärme müssen gewisse Rahmenbedingungen berücksichtigt werden. Die Grundkonzeption der Scheibentrocknungstechnologie stammt aus den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts, sie wurde zunächst für die Trocknung von Fischmehl entwickelt. In den 1970er und 1980er Jahren fand dieses Kontakttrocknungssystem ein neues Einsatzgebiet im Bereich der Klärschlammtrocknung auf grossen Kläranlagen oder Wirbelschicht-Monoverbrennungsanlagen. Seit über 40 Jahren hat sich die Scheibentrocknung von Schlamm in der Praxis bewährt. Übliche Wasserverdampfungsleistungen pro Einheit liegen im Bereich von 2.000 bis 6.000 kg/h. Beschreibung des Trockners und seiner Arbeitsweise Der Scheibentrockner besteht aus einem, mit Hohlscheiben bestückten beheizten Rotor, welcher sich in einem Gehäuse dreht. Er zählt zu den indirekten Kontakttrocknern. Dabei berührt das Trocknungsgut die beheizten Scheiben, wird aufgeheizt und trocknet. Zur Leistungssteigerung kann auch noch das Gehäuse mit einem beheizten Doppelmantel versehen werden. Als Heizmedien dienen üblicherweise Sattdampf im Druckbereich von 6 bis 10 bar(a) und Temperaturen von 158 bis 180 °C sowie Thermoöl im Temperaturbereich von 180 bis 220 °C. Für eine effektive Nutzung der Kontaktheizfläche ist die Anwendung von Sattdampf im Vergleich zu überhitztem Dampf vorteilhaft. Der Druckverlust bei der Dampfdruckregelung ist so gering wie möglich zu halten, um die wirksame Druckdifferenz der Dampfturbine für die Stromerzeugung zu maximieren. Der Schlamm wird auf einer Stirnseite des Trockners über eine Schnecke oder eine Dickschlammpumpe in den Trockner eingespeist und durchwandert den Trockner, wobei er aufgrund der Rotation der Scheiben durchmischt und durch an den Scheibenumfängen angebrachte Förderelemente weitertransportiert wird. Der getrocknete Schlamm wird über eine quer zur Auslaufstirnseite des Trockners angebrachte Schnecke abgezogen. Zwischen den Scheiben sind fest montierte Abstreifer angebracht, welche ein Anbacken des Schlammes an den Scheiben verhindern. Die Rotordrehzahl liegt je nach Scheibendurchmesser in einem Bereich von 8 bis 11 Umdrehungen pro Minute. Die Bilder 2 und 3 zeigen die Ansicht und den inneren Aufbau eines HUBER Scheibentrockners RotaDry®. Die Scheiben werden in der Regel in nichtrostendem Edelstahl 1.4307 oder bei höherer Korrosionsgefahr in 1.4571 ausgeführt. Ist mit erhöhtem Verschleiss durch spezielle Klärschlamminhaltsstoffe wie Sand oder Kristallen aus Magnesium-Ammonium-Phosphat zu rechnen, können die Scheiben optional auch in Duplex-Stahl ausgeführt werden. Einsatzbereich des HUBER Scheibentrockners RotaDry® Teiltrocknung Ein Haupteinsatzgebiet des Scheibentrockners liegt in der Teiltrocknung von Klärschlamm für eine selbstgängige Wirbelschicht-Monoverbrennung. Dabei muss der Energieinhalt des teilgetrockneten Klärschlammes auf etwa 4.000 bis 4.200 kJ/kg Originalsubstanz eingestellt werden, wobei eine Vorwärmung der Verbrennungsluft vorausgesetzt wird. Dies bedeutet je nach Klärschlammart und dessen Stabilisierungsgrad eine Trocknung auf einen Trockenrückstandsgehalt (TR) von ~ 35 bis 45%. In jedem Fall muss der TR des teilgetrockneten Klärschlammes unterhalb eines kritischen Trockenrückstandes bleiben, welcher durch die Leimphase in einem TR-Bereich von 40 bis 60 % charakterisiert wird. Der Schlamm wird klebrig, pastös und schlecht förderbar. Bei gering-stabilisierten Schlämmen beginnt die Phase im Bereich von 40 bis 45 % TR, bei gut stabilisierten Schlämmen wird die Leimphase erst oberhalb eines TR von 45 bis 50 % erreicht. Der teilgetrocknete Schlamm wird im Anschluss zur Verbrennung gefördert und zerkleinert über einen Wurfradbeschicker oder Dampflanzen auf das Wirbelbett der Verbrennungsanlage aufgegeben. Bei Monoverbrennungsanlagen werden üblicherweise zwei Scheibentrockner parallel aus Redundanzgründen eingesetzt. Dabei leistet jeder Trockner für den Auslegungsfall rund 50 % der Gesamtwasserverdampfungsmenge. Ein Trockner muss im Extremfall jedoch auch bei Steigerung des Dampfdruckes in der Lage sein, bis zu 70 % der gesamten Trocknungsleistung zu übernehmen, um die Verbrennung im Teillastbetrieb aufrechterhalten zu können. Jeder Trockner wird aus Redundanzgründen mit einer eigenen Schlammbeschickung ausgestattet. Aufgrund der Ende 2017 verabschiedeten AbfallKlärV werden immer mehr Projekte zur Teiltrocknung und Monoverbrennung von Klärschlamm geplant und realisiert. Ein wirtschaftlicher Betrieb mit einer entsprechenden Grösse der Monoverbrennung lässt sich durch Anlieferung und Annahme von Fremdschlämmen aus der Region leichter umsetzen. Für den Betrieb der Anlage hat dies gewisse Konsequenzen. Einerseits muss die Fremdstoff-Problematik berücksichtigt werden. Häufige Umladevorgänge während des Klärschlammtransports erhöhen die Gefahr, dass Fremdstoffe wie Steine, Metall- oder Holzteile in den Schlamm eingemischt werden und möglicherweise Blockaden bzw. Beschädigungen in der Anlage verursachen können. Gegebenenfalls muss eine Fremdstoffabscheidung in Form eines doppelwelligen Walzenabscheiders oder eines Störstoffsiebes in der Schlammförderleitung vorgesehen werden. Andererseits werden entwässerte Schlämme mit stark unterschiedlichen Trockenrückständen und Eigenschaften angeliefert. Bei der Trocknung und Verbrennung auf grossen Kläranlagen mit überwiegend Eigenschlammanteil variieren die Schlammeigenschaften nur in begrenztem Masse zwischen Sommer- und Winterbetrieb. Bei hohem Anteil an Fremdschlämmen wird der Betrieb der Klärschlammmonoverbrennungsanlage deutlich erschwert, da der Durchsatz an entwässertem Schlamm in Abhängigkeit vom TR-Gehalt des Schlammes am Trocknereingang häufig angepasst werden muss. Jede Trocknungsanlage wird auf Wasserverdampfungsleistung und nicht auf Klärschlammdurchsatz ausgelegt. Ein kleinerer TR-Gehalt des entwässerten Schlammes bedingt eine Durchsatzminderung bei gleicher Wasserverdampfung und umgekehrt. In diesem Zusammenhang ist es für den Betreiber vorteilhaft, sich auf eine TR-Messung des entwässerten Schlammes und des teilgetrockneten Schlammes stützen zu können. Zur Entlastung des Bedienungspersonals sollte die Durchsatzeinstellung am Scheibentrockner durch eine Regelung vollautomatisch erfolgen. Ausserdem wird dadurch das Zusammenspiel mit der nachgeschalteten Verbrennung, welche einen teilgetrockneten Schlamm mit möglichst konstantem Heizwert für einen dauerhaft stabilen Betrieb benötigt, verbessert. Die Verbrennung des teilgetrockneten Klärschlammes liefert genügend thermische Energie in Form von Dampf für die Scheibentrocknung. Ab einer thermischen Leistung der Verbrennungsanlage von rund 3 MW kann auch der Einsatz einer Dampfturbine zur Stromerzeugung wirtschaftlich werden. Volltrocknung In den 1990er Jahren wurden auf grösseren Kläranlagen ohne eigene Verbrennung Scheibentrockner zur Volltrocknung auf über 90 % TR installiert. In diesem Fall muss jedoch ein Teil des Trockengutes in den entwässerten Klärschlamm rückgemischt werden, um ein Durchfahren der kritischen Leimphase im Trockner zu umgehen. Der Mischschlamm erhält dadurch einen Trockenrückstand von 60 bis 65 % und kann ohne mechanische Probleme durch den Trockner gefördert und auf bekannte Weise getrocknet werden. Mangels Abwärme muss jedoch häufig Primärenergie in Form von Öl oder Gas zur Dampferzeugung oder zur Erwärmung von Thermoöl eingesetzt werden. Bei der Volltrocknung ist zwischen dem Trockner und der Kondensationsstufe eine Staubabscheidung zu schalten, da sonst die Gefahr der Verblockung des Kondensators besteht und der Kondensator in jedem Fall häufiger gereinigt werden muss. Brüdenkondensation Die Kondensation der wasserdampfhaltigen Brüden erfolgt entweder direkt durch Einsprühen von Brüdenkondensat oder indirekt über einen Rohrbündelwärmetauscher. Ausserdem besteht die Möglichkeit einer mehrstufigen Kondensation, bei der beispielsweise in der ersten Stufe Dünnschlamm vorgewärmt und für die Steigerung des Entwässerungsgrades von Eigenschlamm verwendet werden kann. Der zweite Fall des indirekten Wärmetausches hat den grossen Vorteil, dass Abwärme auf einem höheren Temperaturniveau von bis zu 90 °C z. B. für eine externe Nahwärmeversorgung verwendet werden kann. Der Wärmeübergang bei der Brüdenkondensation wird massgeblich durch den Leckluftanteil in den Brüden beeinflusst. Je geringer der Leckluftmassenstrom ist, desto effektiver wird die Kondensation. Die nicht-kondensierbaren Anteile des Brüdenstromes werden bei der Teiltrocknung mit nachgeschalteter Wirbelschichtverbrennung aufgrund der hohen Geruchsbelastung in der Regel als sekundäre Verbrennungsluft verwendet. Das Brüdenkondensat ist mit Ammonium und CSB-tragenden Stoffen wie Fette, Weissöle oder organische Säuren belastet und muss vor der Indirekteinleitung in die Kanalisation aufbereitet werden.[...]
[...]HUBER erweitert sein Produktportfolio um einen Kontakttrockner für Klärschlamm Um das Angebot an Klärschlammtrocknern zu erweitern, hat die HUBER SE beschlossen, in Zukunft auch einen Scheibentrockner in das Produktportfolio aufzunehmen. Dieser basiert auf dem Prinzip der Kontakttrocknung und überzeugt im Vergleich zu anderen Trocknungsverfahren durch seine kompakte Bauform. Speziell im Verbund mit einem Wirbelschichtverbrennungs-Verfahren ist der HUBER Scheibentrockner RotaDry® die ideale Ergänzung im Gesamtprozess einer Klärschlammverbrennungsanlage. Die Stärke des Scheibentrockners liegt in der effizienten, homogenen und kompakten Teil-Trocknung von Klärschlamm. Durch die optimierte Bauart ist eine auf die Scheibenoberfläche bezogene hohe spezifische Wasserverdampfung möglich. Kombiniert mit der geringen Grundfläche ergibt sich eine grosse Wasserverdampfung pro Trockner auf kleiner Fläche. Der Trockner kann exakt auf den geforderten TR-Gehalt trocknen und so eine selbstgängige Verbrennung im Wirbelschichtofen ermöglichen. Eine aufwändige und verschleissintensive Rückvermischung, wie bei einer Volltrocknung benötigt, wird überflüssig. Dampf aus der Turbine der Stromerzeugung dient als Wärmequelle für die Trocknerbeheizung. So kann auch diese Abwärme energetisch sinnvoll genutzt werden. Der HUBER RotaDry® wird in verschiedenen Baugrössen angeboten, sodass eine Wasserverdampfung von zwei bis sechs Tonnen pro Stunde und Trockner realisiert werden kann. Durch verschiedene Scheibendurchmesser und Scheibenanzahlen kann die Trocknerfläche auf die anfallende Klärschlammmenge optimal angepasst und der Scheibentrockner im idealen Leistungsbereich betrieben werden. Grundsätzlicher Aufbau des Scheibentrockners Aus einem Schlammbunker wird im Standardfall mittels einer Pumpe der Klärschlamm zum Trockner befördert. Dieser fällt durch eine Öffnung in den zylindrischen Trocknerkörper. Im Trocknerinneren sind zwischen 40 und 64 hohle Scheiben auf einen Rotor aufgeschweisst. Diese werden mit Sattdampf durchströmt und so beheizt. Der Dampf kommt von der Turbine, die aus der bei der Verbrennung erzeugten Wärme Strom erzeugt. Vor dem Trockner muss der Dampf so konditioniert werden, dass er als Sattdampf in das Rotorinnere strömt. Auf der Scheibenoberfläche stellt sich die Kondensationstemperatur des Dampfes ein. Der Rotor wird von einem Getriebemotor angetrieben, dessen Drehzahl über einen Frequenzumrichter verändert werden kann. Entwässerter Schlamm wird im Normalfall mit 20 – 30 % TR zugeführt. Im Trockner heizt sich der Schlamm auf und durch das Ausdampfen von Wasser steigt der Trocknungsgrad des Klärschlamms. Über die Austragsschnecke verlässt der (teil-)getrocknete Klärschlamm den Trockner bei 40 – 45 % TR. Der Brüdendom dient zum Abzug des entstehenden Wasserdampfes. In einem Kondensator kann die Kondensationswärme des Brüdens zum Teil zurückgewonnen und beispielsweise in ein Fernwärmenetz eingespeist werden. Eine andere Möglichkeit ist der Einsatz eines Sprühkondensators, bei dem der Dünnschlamm vorgewärmt und dadurch der Polymerverbrauch für die Zentrifuge reduziert werden kann. Der Brüdenkondensatbehandlung kommt eine besondere Aufgabe zu. So ist das Kondensat durch die hohe Kontakttemperatur an den Scheiben mit einem erhöhten partikulärem und gelöstem CSB-Wert und einem erhöhten Ammoniumgehalt belastet. Es gibt hier einen Unterschied zwischen Trocknern auf Kläranlagenstandorten und auf Kraftwerksstandorten. Während auf einer Kläranlage, wenn es die Verfahrenstechnik zulässt, der Brüdenkondensatstrom üblicherweise der Abwasserbehandlung zugeführt werden kann, besteht diese Möglichkeit auf Kraftwerksstandorten nicht. Bevor das Kondensat über die Kanalisation einer kommunalen Kläranlage zugeführt werden kann, muss es gereinigt werden. Dabei hat HUBER mit bewährter Technik aus dem eigenen Hause ein innovatives Verfahren entwickelt, das in Form von mechanischer Filtration, Adsorption und Strippung ausgeführt wird. Das Kondensat wird soweit aufgereinigt, dass es unter Einhaltung der vorgegebenen Grenzwerte ins Abwasser eingeleitet werden kann. Ein neuer und dennoch erprobter Trockner ergänzt das HUBER Produktportfolio Scheibentrockner kommen bereits seit den 80er Jahren in Verbindung mit Klärschlammverbrennungsanlagen zum Einsatz. Besonders bei grossen kommunalen Verbrennungsanlagen ist die Technik „State-of-the-art“. Zum Teil laufen die Trockner zuverlässig seit über 30 Jahren. Langlebige und überzeugende Qualität passen somit ideal zum Unternehmensleitbild von HUBER. Die Aufgabe der Teiltrocknung von Klärschlamm zur selbstgängigen Verbrennung wird somit in Zukunft der Scheibentrockner RotaDry® in der Produktfamilie von HUBER übernehmen. Somit hat der Kunde neben dem HUBER Bandtrockner BT (konvektive Trocknung mit heisser Luft) und der HUBER Solaren Klärschlammtrocknung SRT mit dem HUBER Schlammwender SOLSTICE® (Trocknung mit Sonnenenergie durch Strahlung und Konvektion), auch eine dritte Wahlmöglichkeit, nämlich die Wärmeübertragung durch Kontakt mit dem HUBER Scheibentrockner RotaDry®. Mit diesen verschiedenen Verfahren der Trocknungstechnik kann HUBER als Systemanbieter die Kunden bestmöglich auf den jeweiligen Bedarf beraten. Ausblick Durch die in Deutschland 2017 verabschiedete AbfallKlärschlammVerordnung wächst der Bedarf an neuen Klärschlammmonoverbrennungsanlagen. Es zeichnet sich ab, dass auch andere europäische Länder ihre Vorgaben verschärfen und so die Voraussetzungen für eine nachhaltige Klärschlammentsorgung in den jeweiligen Ländern schaffen. Das internationale Interesse an einem kompakten Kontakttrockner zur Teiltrocknung von Klärschlamm nimmt zu. Zusammenfassung Mit dem Scheibentrockner RotaDry® setzt HUBER das noch fehlende Puzzlestück in den Gesamtprozess der thermischen Klärschlammverwertung ein. Die thermische Trocknung ist ein unabdingbarer Baustein, um den Klärschlamm auf den richtigen Trockengehalt zu heben und den nicht mechanisch abtrennbaren Teil des Wassers auszutreiben. Durch die Monoverbrennung des Klärschlamms wird eine enorme Volumen- und Massenreduktion erzielt und die Möglichkeit zur Phosphorrückgewinnung geschaffen. Gleichzeitig wird durch die thermische Verwertung Strom produziert und die erforderliche Wärme für die Trocknung bereitgestellt. Ein zuverlässiges Kondensatabführsystem , eine innovative Regelung , eine optimierte Beschickung und eine druckverlustreduzierte Dampfregelstrecke zeichnen den HUBER Scheibentrockner RotaDry® als perfekten Klärschlammtrockner für die anschliessende Monoverbrennung aus. Lassen Sie sich gerne von uns individuell beraten oder schicken Sie Ihre Anfrage an sludge@huber.de ![...]