Fettfänge in werksmäßig hergestellten Sandfängen
In jeder Abwassersatzung gibt es einen Grenzwert für „lipophile Stoffe“, die in der Praxis als Fett bezeichnet werden. In der Regel liegen oft mehr als 90% der Gesamtfettkonzentration als dispergierte Fettpartikel und emulgiertes Fett vor. Gewöhnliche Sand-/Fettfänge auf Kläranlagen können nur die nicht dispergierten, aufschwimmbaren Fette zurückhalten (DWA M760). Die restlichen dispergierten Stoffe werden im biologischen Reinigungsteil der Kläranlage abgetrennt.
Verschiedene Sandfanglösungen
Werksmäßig hergestellte Sandfänge werden häufig mit Fettfängen (Schwimmstoffabscheidern) kombiniert (DIN 19569-13). Gemäß DWA können werksmäßige und betonierte belüftete Langsandfänge, also Sandfänge mit einem bestimmten Längen-/Breitenverhältnis, mittels einer geschlitzten Trennwand durch einen Fettfang (Fettfangtasche) ergänzt werden. Die HUBER Kompaktanlage ROTAMAT® Ro5 wird seit über 30 Jahren nach dem Stand der Technik mit der separaten Fettfangtasche gemäß Abbildung 1 ausgeführt. Werksmäßig hergestellte firmenspezifische Sandfänge verfügen in der Regel über keine separate Fettfangtasche, sondern trennen die Schwimmstoffe mittels Tauchwand am Ablauf des Sandfangs ab.
Für eine gute Fettabscheidung sind große, ruhige Oberflächen nötig, damit die an der Flüssigkeitsoberfläche akkumulierten Schwimmstoffe keine Re-Suspendierung erleiden. Bei den belüfteten DWA-Langsandfängen mit seitlicher Fettfangtasche werden die nicht dispergierten, aufschwimmbaren Fette, mithilfe der sich ergebenden Walzenströmung, in die Fettfangtasche transferiert und verbleiben dort bis zur Entnahme.
Werksmäßige hergestellte firmenspezifische Sandfänge, die trotz Belüftung ohne Fettfangtasche arbeiten, können die nicht dispergierten, aufschwimmbaren Fette, aufgrund der sehr unruhigen Oberfläche, nur bedingt zurückhalten Eine Ausnahme ist die HUBER Kompaktanlage Hydro Duct ROTAMAT® Ro5 HD, denn diese Maschine verfügt über einen unbelüfteten Bereich mit ruhiger Oberfläche.
Entnahme und Entsorgung von Schwimmstoffen
Die Entnahme und die Entsorgung der zurückgehaltenen Schwimmstoffe wird unterschiedlich gehandhabt. In den HUBER Sandfängen werden ausnahmslos automatisch betriebene Paddelräumer eingesetzt (siehe Abbildung 2). Die akkumulierten Schwimmstoffe werden entlang der Fettfangtasche oder einer Tauchwand geschoben und am Ende über eine schräge Rampe (siehe Abbildung 3) teilentwässert in einen Fettsammelschacht abgeworfen. Eine niveaugesteuerte Schneckenpumpe fördert die feuchten Feststoffe je nach Möglichkeit in einen Rohschlammschacht (Faulung) oder in einen separaten Container.
Andere Systeme versuchen die akkumulierten Schwimmstoffe mit räumlich fixierten, höhenverstellbaren Pumpapparaturen zu entnehmen oder schwemmen mittels Wasserspiegelhub die Schwimmstoffe mit viel Abwasser in eine Rinne. Eine Fest-/Flüssigtrennung muss in beiden Fällen in einem externen, zusätzlichen Aggregat erfolgen, um Probleme im Faulbehälter oder bei der Entsorgung durch Dritte zu vermeiden. Grundsätzlich sollte eine Rückführung des Fett-/Wasser-Gemisches in den Abwasserstrom (vor dem Rechen) oder die Einspeisung in eine Waschpresse vermieden werden.






