[...]Baden-Württemberg, Deutschland Auf den baden-württembergischen Kläranlagen Schwäbisch Hall, Markgröningen-Talhausen, Vörbach-Pfalzgrafenweiler und Meßkirch wird derzeit eine Vierte Reinigungsstufe gebaut. Man hat sich auf diesen Kläranlagen für das sogenannte GAK-Verfahren (Adsorptionsverfahren mit granulierter Aktivkohle) entschieden. Den Spurenstoffeliminationen vorgeschaltet ist jeweils eine mehrstraßige Vorfiltration, welche alle mit dem neuen HUBER Tuchfilter RotaFilt® ausgestattet wurden. Diese schützen die nachfolgende GAK‑Adsorption zuverlässig vor Schmutz- und Störstoffen und gewährleisten so einen stabilen und wartungsarmen Anlagenbetrieb. In Vörbach-Pfalzgrafenweiler kommen als GAK-Stufe zwölf HUBER Aktivkohlefilter CONTIFLOW® GAK zum Einsatz. Spurenstoffentfernung und Phosphorlemination Auf der Kläranlage Eglosheim-Ludwigsburg wird für die Elimination von Spurenstoffen Pulveraktivkohle direkt in die biologische Stufe dosiert. Die Tuchfiltration fungiert hier als klassische Schlussfiltration und stellt sicher, dass keine beladenen Aktivkohlepartikel aus dem Nachklärbecken in den Vorfluter gelangen. In allen fünf Projekten kann die Tuchfiltration in Kombination mit einer Fällmitteldosierung auch als Flockungsfiltration betrieben werden, falls eine weitestgehende Eliminierung von Phosphor erforderlich wird. Ausblick und Projektstatus Derzeit befinden sich alle fünf Anlagen noch in der Bauphase. Die Inbetriebnahmen der Vierten Reinigungsstufen in Schwäbisch Hall und Eglosheim-Ludwigsburg sind für 2026 geplant. Die anderen Projekte werden aller Voraussicht nach im Laufe des Jahres 2027 in Betrieb gehen.[...]
[...]In jeder Abwassersatzung gibt es einen Grenzwert für „lipophile Stoffe“, die in der Praxis als Fett bezeichnet werden. In der Regel liegen oft mehr als 90% der Gesamtfettkonzentration als dispergierte Fettpartikel und emulgiertes Fett vor. Gewöhnliche Sand-/Fettfänge auf Kläranlagen können nur die nicht dispergierten, aufschwimmbaren Fette zurückhalten (DWA M760). Die restlichen dispergierten Stoffe werden im biologischen Reinigungsteil der Kläranlage abgetrennt. Verschiedene Sandfanglösungen Werksmäßig hergestellte Sandfänge werden häufig mit Fettfängen (Schwimmstoffabscheidern) kombiniert (DIN 19569-13). Gemäß DWA können werksmäßige und betonierte belüftete Langsandfänge, also Sandfänge mit einem bestimmten Längen-/Breitenverhältnis, mittels einer geschlitzten Trennwand durch einen Fettfang (Fettfangtasche) ergänzt werden. Die HUBER Kompaktanlage ROTAMAT ® Ro5 wird seit über 30 Jahren nach dem Stand der Technik mit der separaten Fettfangtasche gemäß Abbildung 1 ausgeführt. Werksmäßig hergestellte firmenspezifische Sandfänge verfügen in der Regel über keine separate Fettfangtasche, sondern trennen die Schwimmstoffe mittels Tauchwand am Ablauf des Sandfangs ab. Für eine gute Fettabscheidung sind große, ruhige Oberflächen nötig, damit die an der Flüssigkeitsoberfläche akkumulierten Schwimmstoffe keine Re-Suspendierung erleiden. Bei den belüfteten DWA-Langsandfängen mit seitlicher Fettfangtasche werden die nicht dispergierten, aufschwimmbaren Fette, mithilfe der sich ergebenden Walzenströmung, in die Fettfangtasche transferiert und verbleiben dort bis zur Entnahme. Werksmäßige hergestellte firmenspezifische Sandfänge, die trotz Belüftung ohne Fettfangtasche arbeiten, können die nicht dispergierten, aufschwimmbaren Fette, aufgrund der sehr unruhigen Oberfläche, nur bedingt zurückhalten Eine Ausnahme ist die HUBER Kompaktanlage Hydro Duct ROTAMAT ® Ro5 HD, denn diese Maschine verfügt über einen unbelüfteten Bereich mit ruhiger Oberfläche. Entnahme und Entsorgung von Schwimmstoffen Die Entnahme und die Entsorgung der zurückgehaltenen Schwimmstoffe wird unterschiedlich gehandhabt. In den HUBER Sandfängen werden ausnahmslos automatisch betriebene Paddelräumer eingesetzt (siehe Abbildung 2). Die akkumulierten Schwimmstoffe werden entlang der Fettfangtasche oder einer Tauchwand geschoben und am Ende über eine schräge Rampe (siehe Abbildung 3) teilentwässert in einen Fettsammelschacht abgeworfen. Eine niveaugesteuerte Schneckenpumpe fördert die feuchten Feststoffe je nach Möglichkeit in einen Rohschlammschacht (Faulung) oder in einen separaten Container. Andere Systeme versuchen die akkumulierten Schwimmstoffe mit räumlich fixierten, höhenverstellbaren Pumpapparaturen zu entnehmen oder schwemmen mittels Wasserspiegelhub die Schwimmstoffe mit viel Abwasser in eine Rinne. Eine Fest-/Flüssigtrennung muss in beiden Fällen in einem externen, zusätzlichen Aggregat erfolgen, um Probleme im Faulbehälter oder bei der Entsorgung durch Dritte zu vermeiden. Grundsätzlich sollte eine Rückführung des Fett-/Wasser-Gemisches in den Abwasserstrom (vor dem Rechen) oder die Einspeisung in eine Waschpresse vermieden werden.[...]
[...]Saalbach-Hinterglemm, Österreich Feinstsiebung stellt im Zusammenhang einer Verfahrensumstellung von aerober Schlammstabilisierung hin zu einer anaeroben Schlammstabilisierung eine interessante Alternative zum Vorklärbecken dar. Sie erreicht im Vergleich zu einem traditionellen Vorklärbecken mit 0,5 bis 2 Stunden Aufenthaltszeit gleiche oder bessere Reduktionsraten, die bei einem Bruchteil des Flächen- und Volumenbedarfs binnen weniger Minuten wirksam sind. Energieeinsparung und Biogasausbeute durch Kohlenstoffentnahme Die Umstellung von aerober auf anaerobe Schlammstabilisierung reduziert die Belüftungskosten um rund 20 bis 25 %. Diese Reduzierung wird durch die Entnahme von Kohlenstoff erreicht, üblicherweise durch ein Vorklärbecken oder, wie im Fall von Saalbach, mittels der HUBER Feinstsieb-Technologie vor der biologischen Behandlung. Damit einhergehend ergab sich ein weiterer positiver Effekt in der Energiegewinnung durch die Verwertung des Primärschlamms, welcher direkt zur Produktion von Biogas beziehungsweise erhöhter Eigenproduktion von Strom verwendet wird. Saisonale Auslastung der Kläranlage Saalbach Die Gemeinde Saalbach, bekannt als Wintersport-Destination, aber auch vom Sommertourismus gut ausgelastet, betreibt am Standort Glemmtaler Landesstraße 554 eine Kläranlage mit einer Ausbaugröße von 49.000 EW, deren tatsächliche Auslastung saisonal bedingt zwischen 10 % Auslastungsgrad in den Übergangszeiten und 100 % während der Hochsaison variiert. Kapazitätsgrenzen und fehlende Vorklärung Die ARA Saalbach verfügte schon vorher über zwei Faultürme und ein BHKW, jedoch über keine Vorklärung. Die Faulung war ausschließlich mit maschinell eingedicktem Überschussschlamm beschickt worden. Mit zunehmendem Tourismus, speziell während der Wintersaison, näherte man sich an einzelnen Tagen der bewilligten Kapazität von 49.000 EW 60 . Daher war es erforderlich, eine Lösung zu finden, um die Biologie zu entlasten. Erweiterung zur Entlastung der Biologie Mitte 2019 wurden die ersten Untersuchungen zur Erweiterung durchgeführt. Ziel war es, die Biologie durch eine Vorklärung zu entlasten und gleichzeitig die energetische Situation durch Faulgasproduktion und -verstromung bei gleichzeitiger Verminderung des Einsatzes von Belüftungsenergie zu verbessern. Platzmangel und Integration der maschinellen Vorklärung Das Luftbild zeigt, dass, eingebettet zwischen Nordhang, Glemmtaler Landesstraße, Saalach und Südhang für ein Vorklärbecken kein Platz war. Das westseitige Grundstück stand nicht zur Disposition. Die rot umrandete Skizze zeigt, wo das Hebewerk, die maschinelle Vorklärung (Trommelsieb) und eine Primärschlammeindickung (Scheibeneindicker) auf engem Raum nach dem Sandfang beziehungsweise vor der Belebung und in unmittelbarer Nähe zu den Faultürmen integriert werden konnten. Erster Testbetrieb unter winterlichen Bedingungen Von Mitte Februar 2020 bis Mitte März 2020 wurde während der Wintersaison bei frostigen Temperaturen der erste Betriebsversuch mit einer Vorführanlage des HUBER Trommelsiebs LIQUID im Container mit 0,2 mm Maschensieb durchgeführt. Optimierung der Reinigungstechnik für fetthaltigen Schlamm Obwohl der erste Testbetrieb aufgrund der Corona-Pandemie nach kurzer Zeit abgebrochen werden musste, zeigte sich bereits, dass das wesentliche Kriterium die Siebflächenreinigung war und ist, weshalb die LIQUID mit einer zusätzlichen Luftreinigung und einer modifizierten Hochdruckreinigung ausgestattet wurde und dadurch auch mit sehr fetthaltigem Primärschlamm zuverlässig funktionierte. Durch die Luftreinigung lieferte das Trommelsieb einen dickeren Primärschlamm als es mit der Spritzwasser-Siebflächenreinigung, die aus dem fein gesiebten Zulauf versorgt wird, der Fall war. Zweiter Testbetrieb bestätigt hohe CSB-Reduktion Der zweite Testbetrieb erfolgte zwischen Dezember 2021 und März 2022. In diesem zeigte sich, dass CSB-Eliminationsraten von 25–40 % (ohne und mit Polymereinsatz) erzielt werden konnten und somit durch die Entfrachtung des Abwassers auch die nachfolgende biologische Stufe entlastet werden konnte. Umsetzung und Inbetriebnahme vor der Ski-WM 2025 Nach dem Beschluss der Gemeinde und der wasserrechtlichen Genehmigung seitens der Salzburger Landesregierung wurde im Spätsommer 2024, ein halbes Jahr vor der Ski-WM 2025, der Bau der Vorklärung samt Einbindung in den Bestand in Angriff genommen. Die Inbetriebnahme erfolgte am 27. Januar 2025. Mit dem Ende der Wintersaison 2025 wurde die Vorklärung außer Betrieb genommen, bis sie in der Sommersaison 2025, von Anfang Juni bis Ende September, wieder betrieben wurde. Betriebsergebnisse im saisonalen Einsatz Die Betriebsergebnisse lagen – je nach Anteil des über die Vorklärung geführten Abwassers – mit einer CSB-Reduktion von 26 bis 33 % (Tagesmischprobe) vor dem Zulauf zur Biologie, sowohl im Winter- als auch im Sommerbetrieb. Anzumerken ist, dass dies ohne Einsatz von Polymer erreicht wurde. Flexible Beschickung und Steuerung des C/N-Verhältnisses Betriebsleiter Josef Ebner und seine Kollegen sind besonders von der Variabilität und der Wartungsfreundlichkeit des Verfahrens beeindruckt: Die Beschickung der maschinellen Vorklärung erfolgt situativ und mit variabler Menge ab einer Belastung von rund 15.000 EW. Sie kann binnen weniger Minuten in Betrieb genommen werden. Das C/N-Verhältnis für die Denitrifikation wird durch die Menge des nach dem Sandfang abgezogenen und über das Feinstsieb geleiteten Zulaufs auf den erforderlichen Wert gebracht. Positive Auswirkungen auf Energieverbrauch und Stromproduktion Die umgesetzte Maßnahme führt in Hochlast-Zeiten zu einer erheblichen Reduktion der erforderlichen Belüftungsenergie in den Belebungsbecken und zeitgleich zu einer Steigerung der Biogasausbeute, welche wiederum zu einer höheren Eigenproduktion der elektrischen Energie führt. Bildergalerie Schlammeindickung: Primärschlamm aus dem HUBER Trommelsieb LIQUID im HUBER Scheibeneindicker S-DISC HUBER Trommelsieb LIQUID, gefertigt in der HUBER-Produktion in Berching HUBER Trommelsieb LIQUID auf der ARA Saalbach Der HUBER Scheibeneindicker S-DISC[...]
[...]Malta Die Kläranlage Ta' Barkat, oft auch als Malta South Sewage Treatment Plant bezeichnet, ist das Herzstück des maltesischen Abwassermanagements. Sie liegt in der Nähe von Xgħajra an der Südostküste Maltas und wurde im Jahr 2011 offiziell in Betrieb genommen. Sie ist die größte Kläranlage des Landes und bereitet täglich etwa 60.000 m³ Abwasser auf. Das entspricht rund 80 % des gesamten Abwasseraufkommens der Insel. Die Anlage nutzt ein modernes Biofiltrationsverfahren, das zwischen aeroben und anoxischen Umgebungen wechselt, um das anfallende Abwasser effizient zu klären. Durch die Inbetriebnahme wurde die Wasserqualität an den Stränden im Süden, wie Marsascala und Kalkara, erheblich verbessert. „New Water“-Projekt Ein wichtiger Teil von Ta' Barkat ist die angeschlossene Brauchwasseraufbereitungsanlage für die landwirtschaftliche Bewässerung. Hier wird das bereits geklärte Wasser durch Ultrafiltration (UF) und Umkehrosmose (RO) so stark weiter gereinigt, dass es als hochwertiges Bewässerungswasser für die Landwirtschaft genutzt werden kann. Das Ergebnis ist Klasse-A-Wasser, dessen Qualität laut dem Betreiber Water Services Corporation (WSC) sogar die Standards der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) für die Bewässerung von Lebensmitteln übertrifft. Aktuell werden täglich bis zu 9.000 m³ „New Water“ produziert. Es wird jedoch erwartet, dass die Tagesproduktion bis 2028 auf 20.000 m³/d gesteigert werden muss. Das Projekt soll langfristig bis zu 35 % des Wasserbedarfs im Agrarsektor decken. Das Hauptziel ist ein „Net-Zero-Impact“ auf den natürlichen Wasserkreislauf, indem die illegale oder übermäßige Entnahme aus Brunnen durch die nachhaltige Wiederverwendung ersetzt wird. Zum Schutz der nachgeschalteten Ultrafiltration- und Umkehrosmoseanlage (UF-RO Anlage) waren ursprünglich Trommelfilter als Feinstsieb hinter dem Nachklärbecken eingesetzt. Diese brachten jedoch nicht die notwendige Reinigungsleistung. Die TSS-Werte im Ablauf der Trommelfilter lagen regelmäßig im Bereich von 20-40 mg/l und führten so zu hohen Betriebskosten der UF-Membran und folglich Stillstandszeiten der Anlage. Aus diesem Grund hat sich der Betreiber intensiv mit alternativen Technologien zur Feinstsiebung des gereinigten Abwassers auseinandergesetzt. Letztendlich hat man sich dazu entschlossen, die Trommelfilter durch Tuchfilter zu ersetzen, um so eine bessere Ablaufqualität für den Betrieb der UF-RO Anlage zu gewährleisten. HUBER Lösungen im Einsatz Im Januar 2024 erhielt die HUBER SE über einen lokalen Partner den Auftrag, die Anlage mit einer Polstofffiltrationsstufe zu ertüchtigen. Auf Wunsch der WSC ist die Anlage in Behälter verbaut. Nach einer intensiven Detailklärung und Abstimmung mit allen involvierten Parteien wurden dann im November 2024 drei HUBER Tuchfilter RotaFilt® der Baugröße 2700 nach Malta geliefert. Nach über einem Jahr zufriedenstellenden Betriebs wurden bei einer Routineinspektion durch ein HUBER Service-Team gemeinsam mit dem Betreiber Verbesserungspotentiale im Zusammenspiel der Gesamtanlage aufgedeckt. Ziel ist es, die Anlagenverfügbarkeit zu erhöhen und die Betriebsweise zu verbessern. Denn auch die Polstofffiltration muss im Laufe des Jahres 2026 den Nettodurchsatz pro Tag deutlich steigern. Währenddessen sind zudem die Bauarbeiten für die Erweiterung der nachgeschalteten Filtrationsstufen in vollem Gange, um optimal auf künftige Anforderungen vorbereitet zu sein.[...]
[...]Kreßberg, Deutschland Mit der neuen EU-Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) rückt zunehmend auch die Phosphorelimination auf Kläranlagen in den Fokus. Gleichzeitig sind Phosphorfrachten aus Kläranlagen aber auch einer der Gründe, warum in Deutschland die Vorgaben der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL 2000) noch immer nicht eingehalten werden. Nicht zuletzt deshalb werden auf vielen Kläranlagen zukünftig weitere Maßnahmen notwendig werden. Flockungsfiltration in Kreßberg Auf der baden-württembergischen Kläranlage Kreßberg (GK3) sieht man dieses Thema mittlerweile gelassen. Dort wurde im Frühjahr 2025 die neue Flockungsfiltration in Betrieb genommen. Als Flockungsfilter kommt dort ein HUBER Tuchfilter RotaFilt® 2700 mit vier Filterscheiben zum Einsatz. Zusammen mit einer optimal abgestimmten Fällmittel-dosierung sorgt er dafür, dass im Ablauf der Kläranlage eine Phosphorgesamtkonzentration von 0,2 mg/l im Jahresmittel zu keiner Zeit überschritten wird. Gleichzeitig lässt sich durch die Polstofffiltration ein nahezu feststofffreier Kläranlagenablauf erzielen: „Die Trübung im Kläranlagenablauf lag im vergangenen Jahr fast immer < 1,0 FNU“, zeigte sich Betriebsleiter Karl Prosy zufrieden. Auch in weiteren Projekten kommen die Produkte und Lösungen von HUBER für die Phosphorelimination bereits zum Einsatz. So können die steigenden Anforderungen an die Abwasserreinigung erfüllt und die Anlagen zukunftsfähig ausgerichtet werden.[...]
[...]Totalphütte, Alpen, Österreich Die Totalphütte war ursprünglich eine Baubaracke für die Vorarlberger Illwerke AG und diente als Unterkunft für die Bauarbeiter, welche am Lünersee Stauwerk arbeiteten. Seit 1964 bewirtschaftet der österreichische Alpenverein die Hütte als Schutzhütte. Nach einigen Umbaumaßnahmen und einem Wiederaufbau der Hütte – sie wurde 2019 durch eine Staublawine schwer beschädigt – ist sie mittlerweile ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und Bezwinger des höchsten Gipfels des Rätikons, Schesaplana mit 2.965 m. Auch in hochalpiner Umgebung ist die Abwasserreinigung ein wichtiges Thema. Auf der Totalphütte kommt eine HUBER Siebschnecke ROTAMAT® Ro9 zum Einsatz. Sie reinigt täglich das Abwasser von bis zu 1.000 Tagesgästen plus zusätzlich 150 Personen, welche auf der Hütte übernachten. Herausforderungen durch saisonalen Betrieb Aufgrund der kurzen Betriebszeit der Kläranlage ist es stets eine große Herausforderung, die Anlage stabil und zuverlässig am Laufen zu halten. Umso bedeutender ist die Vorreinigung des Abwassers, bevor es in die Biologie geleitet wird. Zudem ist eine einfache Handhabung der Maschinentechnik von hoher Bedeutung. Die Anlage muss jährlich zum Saisonstart im Juli mit wenigen Handgriffen in Betrieb genommen und nach kurzer und intensiver Zeit im September wieder stillgelegt werden. Ein einfaches An- und Leerfahren der Anlage war daher eine Voraussetzung für den Betreiber der Anlage. Im Gespräch zeigte sich die Hüttenpächterin begeistert, wie reibungslos die komplette Umsetzung abgelaufen ist. Zudem hob sie auch die erhebliche Reduzierung des Arbeitsaufwands mit der Kläranlage durch die Neuinstallation der HUBER Siebanlage hervor. Effiziente Lösung für Bergwelt und Co. Die HUBER Siebschnecke ROTAMAT® Ro9 ist einfach und flexibel einsetzbar und leicht an jeden Ort zu transportieren. Auf der Totalphütte entlastet sie seit der Installation zuverlässig die Biologie, da die Siebanlage die Fremdstoffe gründlich entfernt. So hat es dort schon ein einfacher Hubschrauberflug ermöglicht, die Wasserressourcen in der Bergwelt nachhaltig zu reinigen und die Umwelt zu schonen.[...]
[...]Bickenbach, Deutschland Die europäische Wasserwirtschaft steht in den kommenden Jahren vor gewaltigen Herausforderungen. Die Umsetzung der neuen EU‑Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) und damit der nachhaltige Schutz unserer Wasserressourcen werden eine gemeinschaftliche Aufgabe von enormer Tragweite. Zu Recht gilt „KARL“ daher als Meilenstein, der die Siedlungswasserwirtschaft in ganz Europa auf lange Sicht prägen wird: verschärfte Anforderungen an die Entfernung von Phosphor und Stickstoff, Energieneutralität und vor allem die flächendeckende Einführung der Vierten Reinigungsstufe. Alle Kläranlagen mit mehr als 150.000 Einwohnerwerten (EW) und in sensitiven Gebieten mit mehr als 10.000 EW haben bis 2045 diese zusätzliche Reinigungsstufe nachzurüsten. Wie viele Kläranlagen in Deutschland und Europa tatsächlich eine Spurenstoffelimination bekommen werden, steht noch nicht fest. Es ist aber davon auszugehen, dass alleine in Deutschland etwa 600 Kläranlagen eine Vierte Reinigungsstufe erhalten werden. Mittlerweile wurden bereits über 60 deutsche Kläranlagen um eine großtechnische Vierte Reinigungsstufe erweitert, davon 33 Anlagen in Baden-Württemberg, das hier gemeinsam mit der Schweiz eine wichtige Vorreiterrolle übernommen hat. Eine kleine Auswahl dieser erfolgreich umgesetzten Praxisbeispiele ist in den nebenstehenden Steckbriefen dargestellt. Die Projekte zeigen eindrucksvoll, dass aus technologischer Sicht bereits heute eine erfolgreiche Umsetzung einer großtechnischen Vierten Reinigungsstufe möglich ist. Jetzt ist die europäische Politik gefragt, zeitnah einen für alle Seiten akzeptablen, pragmatischen Lösungsansatz für die Finanzierung von KARL auszuarbeiten und aufzuzeigen.[...]