[...]Regen, Deutschland Die Kreisstadt Regen im Regierungsbezirk Niederbayern, auch bekannt als Luftkurort, besticht durch zahlreiche Sehenswürdigkeiten, Bauwerke und Naturdenkmäler. Zu den regelmässigen Veranstaltungen gehört das jährliche Pichelsteiner Fest. Der Name kommt vom gleichnamigen Gericht und entwickelte sich zum grössten Fest im Bayerischen Wald sowie zum absoluten Besuchermagneten in der Region. Umso wichtiger ist es, sich auf eine voll funktionstüchtige, 24 Stunden betriebene Abwasserbehandlungsanlage wie auf der Kläranlage Regen bei jedem Ereignis verlassen zu können. Energieeffiziente und leistungsfähige Schlammentwässerung Die veraltete und energieaufwendige Kammerfilterpresse sollte durch ein energieeffizientes und leistungsfähiges Schlammentwässerungssystem erneuert werden. Speziell die Energie- und Entsorgungskosten des zu entwässernden Schlamms standen im Fokus des neu anzuschaffenden Entwässerungssystems. Nach zahlreichen Besichtigungen der im Markt befindlichen Anlagen hat man sich bei der KA Regen für das Prinzip der Schneckenpresse entschieden. Grundlage der Entscheidung waren der geringe spezifische Stromverbrauch, Wartungskosten und der sehr hohe im Dauereinsatz erzielte Entwässerungsgrad. Wichtig erschien dabei auch die geringe Drehzahl und spezifische Anschluss-Leistung, was als nachhaltig und sehr effizient in die Entscheidungsfindung einbezogen wurde. Ausschreibung Im Jahr 2023 wurden zwei Schlammentwässerungsanlagen mit einem vollautomatischen Container-Befüllsystem ausgeschrieben. Des Weiteren wurde die gesamte Pumpentechnik, Polymeraufbereitung, Schalt- und Steueranlage und alle weiteren Komponenten für einen vollautomatischen Entwässerungsbetrieb spezifiziert. Auftragsvergabe an HUBER SE Die ausschlaggebenden Vorteile – hoher Austrags-TS, komplette Fertigung in Edelstahl, keine billige Mischbauweise, minimaler Betriebsaufwand, problemloser unbeaufsichtigter 24-Stunden-Betrieb und sehr niedrige Betriebskosten – gaben den Ausschlag, sodass die HUBER SE den Zuschlag erhielt. Mit der Beauftragung Ende 2023 wurden folgende Komponenten durch HUBER umgesetzt: 2 HUBER Schneckenpressen Q-PRESS® 440.2 Pumpentechnik mit Flockungsmittelaufbereitung und Verrohrung Automatische Fördertechnik mit Schlammverteilung inkl. Vollfüllkontrolle und Höhenstandüberwachung Elektrische Schalt- und Steueranlage Lieferung, Montage, Inbetriebnahme, verfahrenstechnische Schulung Umsetzung Nach Startschuss mit Bauanlaufbesprechung konnte nach einer intensiven Planungsphase eine optimale Verfahrenslösung und Einbindung im Bestand, gemäss den Vorstellungen des Betreibers und Ing. Büro, Mitte 2024 realisiert werden. Garantiewerte weit übertroffen Seit der Inbetriebnahme im August 2024 wird der anfallende Faulschlamm mit 3–3,5 % TS und 51–54 % Glühverlust auf über 32–35 % TS entwässert. Die im Angebot abgegebenen Garantiewerte werden im Realbetrieb zur Freude der Betreiber weit übertroffen. An dieser Stelle bedanken wir uns bei der Stadt Regen sowie beim gesamten Betriebspersonal und dem zuständigen Planungsbüro EBB Ingenieurgesellschaft für das entgegengebrachte Vertrauen und wünschen weiterhin beste Verfahrensergebnisse mit den installierten Anlagen.[...]
[...]Quarzbichl, Deutschland Die Werkstoffgewinnungs- und Vermarktungsgesellschaft (WGV) Quarzbichl betreibt für die Landkreise Bad Tölz und Wolfratshausen die Dienstleistungsaufgaben der kommunalen Abfallwirtschaft. Weiterhin wird vor Ort Kompost zu hochwertigen Erden aufbereitet. Die anfallenden Oberflächenabwässer werden in einem Zwischenspeicher gesammelt und zur Direkteinleitung in die Loisach aufbereitet. Für das Verfahren mit der HUBER Druckentspannungsflotation HDF hat man sich entschieden, weil die Abwässer fast ausschliesslich partikulär belastet sind, die Trennung von Schwebstoffen und Klarwasser ohne Verblockung funktioniert und anfallende Reststoffe entsprechend aufkonzentriert werden. Pilotierung als Nachweis der Machbarkeit Jedes neue Verfahren bringt von Haus aus gewisse Unsicherheiten und noch fehlende Erkenntnisse über weitergehende Auswirkungen mit sich. Um eine Vertrautheit für den späteren Betreiber der Anlage zu erreichen, wurde die Praxistauglichkeit des gewählten Verfahrens mit einer Pilotanlage überprüft. Diese Anlage wurde temporär beim Kunden installiert, um den Nachweis der Machbarkeit zu erbringen. Bei dieser Pilotierung können die späteren Aufwände für den Betrieb realistisch abgeschätzt werden. Weitere Kostenfaktoren wie Chemikalien werden spezifisch ermittelt und erlauben daher eine wirtschaftliche Betrachtung der Anlagentechnik. Auch die Zuverlässigkeit der Anlage bei wechselnden betrieblichen Abwasserzusammensetzungen wird hier auf Herz und Nieren geprüft. Unabhängige Prüflabore sowie eine qualifizierte Auswertung danach bringen verlässliche Daten für einen späteren Betrieb der Anlagentechnik mit sich. Übertrag der Ergebnisse zur Festinstallation Wertvolle Erkenntnisse wirken Überraschungen entgegen: Ausgehend von den erreichten Erkenntnissen und Ergebnissen kann die Dimensionierung der späteren Grossanlage vorgenommen werden. Die Herausforderungen des Pilotbetriebes fliessen in die Konzeptionierung der Grossanlage mit ein. In diesem Projekt wurde grosstechnisch als erste Stufe ein Inline-Sieb verbaut, welche als sogenannter Polizeifilter Grobstoffe zuverlässig zurückhält. Die folgende chemische Stufe wurde in Form eines Röhrenflockulators mit entsprechenden Erkenntnissen aus dem Pilotversuch konzipiert. Eine Besonderheit hierbei ist, dass trinkwasserzertifizierte Produkte zur chemischen Konditionierung zum Einsatz kommen müssen. So ist gewährleistet, dass der später entstehende Flotatschlamm innerbetrieblich einer natürlichen Kompostierung zugeführt werden kann. Abwasserreinigung für Isarzulauf In der Flotationszelle werden abschliessend mit Hilfe von feinsten Gasblasen die Feststoffe aus dem Abwasser an die Wasseroberfläche transportiert. Das im Unterstand verbleibende Wasser ist komplett frei von Partikeln und kann somit in den Vorfluter, die später in die Isar mündende Loisach, direkt eingeleitet werden. Um die konstant hohe Qualität des Wassers im Ablauf zu gewährleisten, ist entsprechende Messtechnik zur Überwachung installiert.[...]
[...]München, Deutschland Im Rahmen der Münchner Bildungsbauoffensive, Deutschlands grösstem kommunalen Bildungsbauprogramm, wurde 2020 beschlossen, im Stadtteil Freimann / Kleinlappen einen Neubau einer Kindertagesstätte mit drei Kinderkrippengruppen zu errichten. Die Wahl der Örtlichkeit fiel auf ein noch unbebautes Grundstück im Josef-Wirth-Weg. Besonders an dem Bauplatz ist ein Abwasserkanal, der etwas erhöht im Norden des Grundstücks in einem Damm verläuft. Es handelt sich nicht nur um einen einfachen Sammelkanal, sondern einen der Hauptzuläufe des Münchener Klärwerks Gut Grosslappen. Nachhaltigkeit als Leitgedanke bei Planung und Bau Von Anfang an stand das Thema Nachhaltigkeit beim Planen der Kita im Vordergrund. Die Kita wurde als Passivhaus in Holzbauweise geplant. Das Gebäude sollte zu 100 % erneuerbar sein. So wurde das Ingenieurbüro Eder damit beauftragt, ein den Nachhaltigkeitsanforderungen des Bauherrn entsprechendes Energiekonzept zu erarbeiten und aufzuplanen. Alternative Energiequellen im Fokus Da die Örtlichkeit aber ausserhalb der städtischen Fernwärme lag, musste man andere Möglichkeiten der Energiegewinnung untersuchen. Neben der oberflächennahen Geothermie wurde überlegt, sich die Wärme des Abwassers im direkt vorbeifliessenden Kanal zunutze zu machen. HUBER als Partner für innovative Energienutzung So kam es, dass bei HUBER Ende 2021 eine Anfrage des Ingenieurbüros für eine Machbarkeitsuntersuchung des HUBER ThermWin-Systems gestellt wurde. Erste energetische Auslegungen von HUBER zeigten, dass hier hervorragende Bedingungen zur Abwasserwärmerückgewinnung herrschten. Auch zeigte ein Vorort-Termin gemeinsam mit HUBER, dem Ingenieurbüro und den Münchner Stadtentwässerungsbetrieben, dass die Lage des Kanals und dessen Höhenverhältnis zum Bauplatz eine solche Anwendung begünstigen. Die Stadt München forcierte nun, die Kita mit einer Anlage zur Abwasserwärmerückgewinnung zu beheizen und das Ingenieurbüro Eder bekam den Planungsauftrag. Bisher einzigartige Aufstellung der Anlagentechnik Während der gesamten Planungsphase stand HUBER immer für Fragen zur Verfügung und stellte kostenlos über die hauseigene Anlagenplanung entsprechende Pläne des Schachtes und der Anlagentechnik zur Verfügung. Gemeinsam mit dem Hochbauamt, dem Architekten und dem Ingenieurbüro wurde die Implementierung des ThermWin-Systems in das offene Gruppenkonzept der Kita erarbeitet. So kam es zu einer bis jetzt einzigartigen Aufstellung der Anlagentechnik: Im ersten Obergeschoss sollte der HUBER Abwasserwärmetauscher RoWin samt Wärmepumpe installiert werden, in einem Nebengebäude unter dem Kinderwagenstellplatz wurde der Schacht für die Schachtsiebanlage geplant. Lieferung und Inbetriebnahme Mitte 2023 kam es dann zur Ausschreibung des Gewerks für den Heizungsbau, welcher auch die HUBER Schachtsiebanlage ROTAMAT® RoK4 300 und den Abwasserwärmetauscher RoWin 4 umfasste. Den Zuschlag bekam ein in München ansässiger Anlagenbauer für den Heizungsbau, welcher Ende 2023 bei HUBER bestellte. Im Herbst 2024 wurde dann die HUBER-Technik auf die Baustelle geliefert und vom Service montiert. Im Dezember fand die Inbetriebnahme der Heizzentrale statt.[...]
[...]Wittenberge, Deutschland Die Stadtwerke Wittenberge haben sich das Ziel gesetzt, bis 2045 die Wärmeversorgung der Stadt im Nordwesten Brandenburgs und der dazugehörigen Ortsteile weitestgehend klimaneutral zu gestalten. Dazu werden im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung verschiedene Potenziale untersucht, wie das Wärmenetz ausgebaut und dekarbonisiert werden kann. Flusswasser als Quellenenergie Ein erster Schritt in diese Richtung wurde Ende letzten Jahres fertiggestellt: Eine Heizzentrale mit Wärmepumpensystem, Elektroheizkessel und BHKW wurde neu gebaut. Die Wärmepumpen nutzen das Flusswasser der Stepenitz als Quellenenergie. Der elektrische Strom dafür kommt aus dem BHKW. Durch die biologischen Aktivitäten im Flusswasser kann die Wärmepumpe nicht direkt beschickt werden – das Biofouling, der unerwünschte Bewuchs von Unterwasserstrukturen durch Mikroorganismen, Pflanzen, Algen und Tiere, würde die Leistung der Wärmepumpe beeinträchtigen und hätte einen extremen Wartungsaufwand zur Folge. HUBER Abwasserwärmetauscher RoWin14 Dabei spielt der neu installierte HUBER Abwasserwärmetauscher RoWin14 eine entscheidende Rolle. Durch das Zwischenschalten der HUBER-Anlage wird die Energie aus dem Fluss zunächst auf ein sauberes Medium, das Heizungswasser, übertragen, wodurch die Wärmepumpe einwandfrei betrieben werden kann. Der Prozess Um die Wärme aus dem Fluss zu gewinnen, werden ca. 200 m³/h Wasser aus dem Fluss durch ein Auslaufbauwerk ausgeleitet. Das Wasser wird mittels Trommelsieb grob vorgereinigt und mit Pumpen in das 270 Meter entfernte Heizkraftwerk gepumpt. Vollautomatisches Reinigungssystem Dort überträgt der HUBER Abwasserwärmetauscher RoWin14 die Wärme auf einen Zwischenkreis. Das auf der Wärmetauscheroberfläche entstehende Biofouling wird vollautomatisch mittels dem patentierten Reinigungssystem zuverlässig entfernt. Somit kann die ausgelegte Leistung garantiert übertragen werden. Die Wärmepumpe der Fa. Carrier kann die auf das Heizkreiswasser übertragene Flusswärme als Quellenenergie nutzen und somit eine Heizleistung von ca. 1.100 kW bereitstellen. Dabei kommen bis zu 780 kW aus dem Fluss. Die Anlage läuft seit der Inbetriebnahme 2024 zuverlässig und liefert saubere Wärmeenergie, die Stadtwerke sind zufrieden. Andere Stadtwerke haben die Anlage bereits besichtigt und evaluieren eine Flusswasserwärmenutzung nach dem Vorbild in Wittenberge.[...]
[...]Deutschland HUBER bietet nicht nur Maschinen, sondern massgeschneiderte Lösungen für komplexe Herausforderungen. Unsere PreSales-Leistungen begleiten unsere Industrie-Kunden vom ersten Kontakt bis zur finalen Umsetzung, insbesondere in den Bereichen Flotation, Schlammentwässerung und Siebung. Im Mittelpunkt stehen dabei individuelle Anpassungen, die den spezifischen Anforderungen jedes Kunden gerecht werden. Frühe Erkenntnisse durch fundierte Laboranalysen Im HUBER Labor und auch bei Analysen bzw. Versuchen vor Ort testen wir Verfahren wie Flotation, Schlammentwässerung und Siebung, um die Machbarkeit und Tauglichkeit der Lösungen frühzeitig zu prüfen. Diese Laboranalysen liefern wertvolle Erkenntnisse, die den Weg für eine passgenaue Lösung ebnen. Praxistests mit Pilotanlagen unter Realbedingungen Neben den Laborversuchen bieten wir auch Pilotanlagen vor Ort an, die es den Kunden ermöglichen, die Maschinen- und Verfahrenstechnik unter realen Bedingungen zu testen. Unsere Experten betreuen den gesamten Prozess und arbeiten eng mit Herstellern von Wasseraufbereitungschemikalien zusammen, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Dies gibt den Kunden die Möglichkeit, die Technologie direkt zu erleben und ihre Praxistauglichkeit zu überprüfen. Planungssicherheit durch durchdachte Verfahrenskonzepte Wir unterstützen unsere Kunden nicht nur mit Einbauzeichnungen und Plänen, sondern auch bei der Planung des gesamten Verfahrens, indem wir R&I-Schemata (Prozessschemata) entwickeln, die alle relevanten Schnittstellen und Funktionsweisen übersichtlich darstellen. So kann die Planung effizient optimiert und die Lösung exakt auf die Anforderungen abgestimmt werden. Von der Idee zur nachhaltigen Lösung Unser Ziel ist es, eine vollständige Lösung zu bieten – von der ersten Machbarkeitsanalyse bis zur finalen Umsetzung. Dabei arbeiten wir eng mit dem Kunden und Planungsbüros zusammen, um sicherzustellen, dass die Lösung sowohl technisch als auch praktisch passt und nachhaltig in den Betriebsablauf integriert wird. Als erfahrener Partner sorgt HUBER dafür, dass die Lösung effizient umgesetzt wird und langfristig funktioniert.[...]
[...]Øystese, Norwegen Im September 2021 habe ich mein duales Bachelor Studium Bio- und Umweltverfahrenstechnik bei HUBER und an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden begonnen. Im Studium werden vor allem natur- und ingenieurswissenschaftliche Inhalte in Fächern wie Strömungsmechanik, mechanische und thermische Verfahrenstechnik oder Wasser- und Abwasseraufbereitung vermittelt. Neben der Theorie müssen auch einige Praxisprojekte während der studienfreien Zeit durchgeführt werden. Praxisnähe im HUBER Technology Center Als dualer Student hatte ich den Vorteil, diese bei der Firma HUBER im Technology Center zu realisieren. Ich durfte die Produktmanager bei vielen verschiedenen Projekten unterstützen, lernte durch Versuchsreihen mit verschiedenen Vorführanlagen die Maschinen gut kennen und konnte auch neue Erkenntnisse erarbeiten. Der Abschluss des 3,5-jährigen Studiums ist die Bachelorarbeit. Das Projekt für diese Arbeit führte mich nach Norwegen, genauer gesagt nach Øystese. Ein malerisches Ziel mit technischer Herausforderung Øystese ist ein kleines Städtchen mit circa 2.000 Einwohnern im Südwesten von Norwegen. Es liegt direkt am Hardangerfjord, dem zweitlängsten Fjord Norwegens, der von grossen Grünflächen, Bergen und Gletschern umgeben wird. Norwegens neue Abwasserrichtlinie erfordert Handlungsbedarf Da Norwegen seine Umwelt noch besser schützen möchte, wurde eine neue Abwasserrichtlinie ausgearbeitet, die die von mir besuchte Kläranlage betrifft. Bisheriger Anlagenbetrieb ohne biologische Reinigungsstufe Bisher durchlief das Abwasser der Kläranlage mit 10.000 Einwohnergleichwerten (EW) zuerst die mechanische Reinigungsstufe, eine HUBER Siebschnecke ROTAMAT® Ro9 500, danach einen HUBER Rundsandfang HRSF 2 und schliesslich eine Flotation. Wie für viele Kläranlagen in Norwegen üblich, wurde bisher auf den Einsatz einer biologischen Reinigungsstufe verzichtet. Neue Anforderungen machen Nachrüstung erforderlich Mit der neuen Abwasserrichtlinie werden die Grenzwerte für das Einleiten von Abwasser in Zukunft verschärft – und die aktuellen Ablaufwerte der Kläranlage zeigen, dass eine Einhaltung dieser Werte mit der zur Zeit verbauten Technik vor Ort nicht möglich ist. Nach einer Marktanalyse unserer Kollegen von HUBER Technology Nordic müssen in Norwegen in Zukunft mehrere hundert Kläranlagen Maschinen und Anlagentechnik nachrüsten, um die neuen Vorschriften zu erfüllen. Besuch der Kläranlage Øystese Im Rahmen einer Projektarbeit führte mich eine Dienstreise im März 2024 nach Norwegen. Ich besuchte zum ersten Mal die Kläranlage Øystese und stellte den Mitarbeitern vor Ort das HUBER-Produktportfolio vor. Anschliessend vereinbarten wir, dass eine Versuchsreihe mit dem HUBER Tuchfilter RotaFilt® vor Ort erfolgen soll, um herauszufinden, ob die RotaFilt® als Technologie geeignet ist, die zukünftigen Grenzwerte einzuhalten. Versuchsreihe mit dem HUBER Tuchfilter RotaFilt® vor Ort Ende August war es dann soweit: ich stieg in den Flieger nach Norwegen und machte mich auf den Weg nach Øystese. Währenddessen war eine Vorführmaschine der RotaFilt® ebenso auf dem Weg in den Norden. Nachdem unsere norwegischen Kollegen und ich die Maschine zusammengebaut und für die Versuchsreihe vorbereitet hatten, begann ich mit der Variation der Fäll- und Flockmittelmenge im Labor zur Erzeugung von Flocken und übertrug das beste Ergebnis auf die Vorführanlage. Sehr gute Ergebnisse Der eingesetzte Polstoff auf dem Tuchfilter konnte die Flocken zuverlässig zurückhalten. Im Labor vor Ort beprobte ich die Zu- und Abläufe der Kläranlage. Die Auswertung der Ergebnisse zeigt, dass der HUBER Tuchfilter RotaFilt® die künftig geltenden Grenzwerte für CSB, BSB und Phosphat einhalten kann. Es wurden auch sehr gute Abscheideleistungen für AFS und Trübung erzielt und das über einen breiten Durchsatzbereich. Grundstein für zukünftige Lösungen in Norwegen Durch die Versuchsreihe konnte der Grundstein für die Anpassung der Anlage gelegt werden und unsere Kollegen von HUBER Technology Nordic wurden an der neuen Maschinentechnik geschult. So wird auf dem norwegischen Markt gezeigt und bewiesen, dass unsere Produkte geeignet sind, viele Kläranlagen in Norwegen wieder zukunftsfähig zu machen. Naturerlebnis in der Freizeit Neben den Versuchsreihen hatte ich am Wochenende auch die Möglichkeit, zu einem berühmten Felsvorsprung, der Trolltunga, zu wandern. Während des 10 km langen Aufstiegs bot sich mir ein wunderschöner Ausblick auf Berge, Gletscher, Wasserfälle und Fjorde.[...]
[...]Villach, Österreich Viele Jahrzehnte leisteten die als Gleichstromrechen ausgeführten Grobrechen in der Kläranlage Villach mit einer Ausbaugrösse von 250.000 EW ihren Dienst. Bei Regenereignissen kam es häufig vor, dass die anfallenden Rechengutmengen nicht mehr gefördert werden konnten, weil die einzige Harke sie nicht zu halten imstande war. Der Grund war, dass ein Räumintervall mehr als eine Minute dauerte – ein Umstand, der bei einem Spülstoss-Ereignis zur Kumulation von Rechengut vor dem Rechenrost führte, was wiederum häufig einen Kollaps des bestehenden Rechensystems zur Folge hatte. Zwei Rechen mit unterschiedlichen Anforderungen Die Anforderung war, zwei Grobrechen mit verschiedenen Spaltweiten – 8 mm und 12 mm – und zwei verschiedenen Durchsatzmengen 1,8 plus 5,4 m³/s in zwei 5,25 m tiefe und 2,5 m breite bestehende Gerinne einzubauen. HUBER RakeMax® überzeugt HUBER konnte mit technischen Merkmalen des Harken-Umlaufrechens RakeMax® überzeugen. Argumente, die vom Auftraggeber positiv gewertet wurden, waren: die massive Kette aus V4A-Stahl mit doppelter Bruchlast, breiteren Kettenlaschen und entsprechend geringer Flächenpressung in den Gelenken die breiten Schonrollen für die Kettenbuchsen mit grossem Durchmesser die grosse Kettenteilung, die weniger Gelenke und somit weniger Kettenverschleiss zur Folge hat die Kettenbuchsen und -bolzen aus Duplex-Stahl die Keramik-/Hartguss-Kettenradlager in den unteren Kettenumlenkrädern, die sich schon in tausenden Sandwäschern, Sandklassierern, Förderschnecken und weltweit mehr als 3.000 RakeMax®-Rechen sowie in zahlreichen Lochblech-Umlaufrechen EscaMax® durch höchste Verschleissfestigkeit bewährt hatten. Bewährte Materialien und Referenzprojekte stärken Vertrauen So wurden beispielsweise in der Kläranlage Salzburg nach etwa 50.000 Betriebsstunden die unteren Keramik-/Hartguss-Kettenradlager der 3,0 m breiten, ca. 1,5 m tief getauchten und mit grosser Wasserspiegel-Differenz betriebenen Lochblech-Umlaufrechen EscaMax® ausgebaut, die einer vielfachen Belastung standhalten mussten, wie sie beim RakeMax® auftritt; sie wiesen keinen nennenswerten Verschleiss auf. Solche Referenzen vorweisen zu können, stärkt das Vertrauen. Weitere Konstruktionsmerkmale für optimale Leistung Zwei weitere Merkmale waren: der geringe hydraulische Widerstand der bei HUBER verwendeten Rechenstäbe sowie deren verzopfungsfreie Abstandshalterung auf halber Höhe des zwei Meter hohen Rechenrostes. Anpassungen für maximale Effizienz im Betrieb Überdies wurden die RakeMax®-Grobrechen mit drei Räumharken mehr ausgeführt als es werksseitig vorgegeben wäre. Wenn der HUBER Aussendienst die Kanalisation seit Jahren von den RoK-Einbauten in den Regenüberläufen kennt, wird besonderes Augenmerk auf hohe Räumgeschwindigkeit und somit geringe Belegung des Rechenfeldes gelegt. Qualität im Detail überzeugt die Betreiber Manchem Leser mag das zuvor Geschriebene detailverliebt erscheinen, aber genau diese Vielzahl wohl-überlegter Design-Features seien hier dargelegt: Sie machen die besonders hohe Qualität und Zuverlässigkeit der HUBER Harken-Umlaufrechen RakeMax® aus, die von den Leitern der Kläranlage Villach zu würdigen gewusst wurde.[...]
[...]Pöndorf, Österreich Pöndorf im westlichen Oberösterreich beherbergt in seinem Gemeindegebiet den Landgraben, der von 1437 bis 1779 über 342 Jahre hindurch die Grenze zwischen Bayern und Oberösterreich war. Auch die Metzgerei Maier, die seit Generationen für ihre hervorragenden Erzeugnisse über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist, ist ein Pöndorfer „Urgestein“. Sie verfügte schon früher über zwei mechanische Abwasser-Vorreinigungen, eine davon für Viehwagen-Waschwasser. Unerwartete Sedimentansammlungen Die kommunale Kläranlage Pöndorf mit einer Ausbaugrösse von 7.850 EW hatte im Zuge der letzten Belebungsbecken-Revision festgestellt, dass unerwartet viel organisches Sediment in den strömungsberuhigten Zonen zu finden war. Die Herkunft war aufgrund der Konsistenz schnell geklärt. HUBER, auch Ausrüster für die kommunale Kläranlage, wurde eingeladen, sich die Situation anzusehen und einen Vorschlag zu machen. Probleme bei der Vorabscheidung durch unzureichende Technik Ein Problem stellte die Grube dar, aus der mittels einer selbstsaugenden Abwasserpumpe das Späne-Wasser-Gemisch gesogen und in ein Trommelsieb mit 3 mm Lochung gepumpt wurde. Dieses Sieb verfügte über kein System zur kontinuierlichen Siebflächenreinigung. Somit kam es häufig zur Überlastung der Siebfläche, was einerseits zur Folge hatte, dass sich Wasser im Siebgut befand und andererseits das Förderband vom Überlauf abgespült wurde. Es floss in den Gully, wodurch Späne mit dem häuslichen Abwasser in die Kläranlage gelangten. Den Ansaugbereich der Leitung oder der Pumpe verstopften häufig Stricke oder grosse Feststoffe. Die Lösung: Zusammenarbeit mit HUBER Der Haus- und Hofmeister Friedl Lixl, seit langem schon Pensionist, ersann mit dem Aussendienst von HUBER das Konzept, dem der Chef auf seine Empfehlung zustimmte. Die Grube wird umgangen, das natürliche Gefälle – die Metzgerei steht am Hang – genutzt und eine direkte Zuleitung von der um eine Etage höher gelegenen Schlachtvieh-Übernahme zur HUBER Siebschnecke ROTAMAT® Ro9 verlegt. Technische Umsetzung Die Siebschnecke Ro9-400 mit 1 mm Spaltweite, im Zulaufbehälter installiert und um eine Quer-Förderschnecke für das Siebgut ergänzt, steht im frostsicheren Bereich der LKW-Garagen ohne Beeinträchtigung des LKW-Stellplatzes. Störungsfreier Betrieb, nachhaltiger Erfolg HUBER konnte einerseits Referenzen von Viehwagenwäschen vorweisen (die mittelständischen Betriebe kennen sich untereinander) und andererseits auch die technische Argumentation glaubwürdig vorbringen. Die Störungen gehören nun der Vergangenheit an und die Siebschnecke gewährleistet einen exzellenten Betrieb. Ist das als Thema auch für einen Ihrer Kunden interessant? Rufen Sie uns an. Mehr zu diesem Thema: www.huber-se.com/de-de/maerkte/detail/schlachthoefe-metzgereien-fleischverarbeitung/[...]
[...]Schnaittachtal, Deutschland Die Kläranlage Schnaittachtal besteht bereits seit knapp 50 Jahren und beschäftigt derzeit sechs Klärwärter und eine Klärwärterin. Seit Jahren schon setzt die Anlage auf HUBER Maschinen zur mechanischen Abwasserreinigung, wie beispielsweise die HUBER Waschpresse WAP® Ro4-OS, HUBER Trogförderschnecke Ro8, sowie den HUBER Filterstufenrechen SSL. Diese wurden nun durch eine neue HUBER Siebanlage ROTAMAT® Ro2, Baugrösse 1600 mit 3 mm Spaltweite, HUBER Trogförderschnecke Ro8 T und HUBER Waschpresse WAP® SL ersetzt. Ein Vierteljahrhundert im Einsatz Seit 1999 im Einsatz, wurde der damals aufgrund seiner mechanischen Effizienz allseits bekannte Filterstufenrechen im August 2024 ausser Betrieb genommen. Nach dieser langen Betriebszeit von rund einem Vierteljahrhundert liess die Abscheideleistung zum einen altersbedingt und zum anderen bedingt durch die Veränderungen der Zulaufsituationen im Abwasser (Spülstossbelastungen, Veränderungen im Rechengut) nach, so dass die nachgeschalteten Prozesse nicht mehr optimal ablaufen konnten. Effizienzsteigerung durch moderne Siebtechnik Mithilfe der neuen Siebanlage wurde eine effizientere Lösung gefunden – nicht nur hinsichtlich Effizienz, sondern auch in Bezug auf ihre Wartung. Somit hatte der Filterstufenrechen nur noch geringe finanzielle Rentabilität. Dem Filterstufenrechen wurde aufgrund seiner Belastung eine Standzeit von 15 bis 20 Jahren zugeschrieben. Die regionale Besonderheit der Gegend in der Nähe von Neunkirchen am Sand gibt bereits Aufschluss darauf, was auch wesentlich zum Verschleiss des Filterstufenrechens durch das Abwasser der Region beigetragen hat. Deutliche Entlastung der Gesamtanlage Die Belastungen in den weiteren Bereichen der Kläranlage sind nun seit der Installation der neuen HUBER Siebanlage ROTAMAT® Ro2 sehr stark zurückgegangen. Denn durch die hohe Effizienz der neuen Siebanlage werden auch die kleinsten Reststoffe viel einfacher zurückgehalten und sicher aus dem Abwasserstrom entnommen. Dies zeigt sich auch in der jetzt anfallenden Rechengutmenge. Diese hat sich im Vergleich zum alten Filterstufenrechen verdoppelt. Bauliche Herausforderungen erfolgreich gemeistert Für den Austausch der Anlage gab es zunächst platztechnische Herausforderungen. Hintergrund war der für die Siebanlage benötigte Platz, der sich auf die doppelte Grösse im Vergleich zum Filterstufenrechen belief. Notwendig waren statt der 80 cm nun 1,6 m, da für die Anlage ein breiteres Gerinne benötigt wurde. Der Umbau mit dem Ausbau des Hauptrechens, dem Einbau des neuen Gerinnes und dem Neueinsetzen wurde in nur vier Wochen zügig durchgeführt. Erfolgsfaktor: Präzise Planung und Projektsteuerung Dass dieser anspruchsvolle Umbau mit Neugestaltung des gesamten Zulaufbereiches sowie die Erneuerung der Abwasserhebeschnecken in diesem Zeitfenster realisiert werden konnte, wurde auch durch die perfekte Planung und Projektsteuerung durch das beauftragte Ingenieurbüro Miller aus Nürnberg ermöglicht. Für das in uns gesetzte Vertrauen und für die hervorragende Zusammenarbeit bedanken wir uns bei allen Projektbeteiligten, insbesondere bei den Mitarbeitern der Kläranlage Schnaittachtal.[...]
[...]Heiligenblut, Österreich In den Jahren 1986 wurde die Kläranlage Heiligenblut am Grossglockner in einer Ausbaugrösse von 8.250 EW gebaut, die die Abwässer der gesamten Gemeinde Heiligenblut (Seehöhe 1.288 m) einschliesslich der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe, dem End- und Höhepunkt der Grossglockner Hochalpenstrasse (2.369 m Seehöhe) reinigt. Die Kläranlage befindet sich neben der Mölltal-Bundesstrasse in der Ortschaft Rojach auf 1.098 m Seehöhe. Herausforderung: Beengte Einbausituation und hohe Anforderungen Die Besonderheit war, unter den gegebenen Umständen, wie z.B. Förderschnecke in Fliessrichtung vor dem Rechen, kurze Rechenkammer, tiefes Gerinne, kurze Umbauzeit, eine Maschine mit guter Abscheideleistung und hohem hydraulischem Durchsatz für eine Abwassermenge von 60 l/s einzubauen. Erprobte Lösung: Vertikale HUBER Schachtsiebanlage ROTAMAT® RoK4 Nicht zum ersten Mal bot sich dafür eine Sonderlösung mit der vertikalen HUBER Schachtsiebanlage ROTAMAT® RoK4 der Baugrösse 500 an, wie schon 16 Jahre zuvor in Reischach in Niederbayern. Wenn die RoK4 freistehend in einem Pumpwerk als Zulaufsieb eingebaut ist, hat sie normalerweise rundum freien Auslauf für das gesiebte Abwasser. Kreative Nutzung bestehender Strukturen im Gerinne Im Gerinne wäre nur die abstromseitige Hälfte des Siebkorbs hydraulisch wirksam, wenn nicht zwei U-Träger des Gerüstes des alten Gegenstromrechens genau dort eingemauert wären, wo sie zweifach nützen: einerseits brauchten nicht beidseitig vertikale Nuten in die Gerinnewand eingeschnitten werden, andererseits ermöglichen die seitlichen U-Träger des alten Rechenrahmens eine Umströmung und somit eine hydraulische Nutzung des zulaufseitigen Teils des Siebkorbs, der vom Zustrom durch ein Stau- und Einlaufblech hydraulisch getrennt ist. Angepasste Leistung durch halbseitige Durchströmung Bei rundum freiem Auslauf wie in einem Pumpwerk kann die RoK4 Baugrösse 500 mit 6mm-Lochung 120 l/s häusliches Abwasser sieben. Unter der Voraussetzung, dass nur der halbe Siebkorb durchströmt werden kann, hat ihre Dimensionierung für 60 l/s Zulaufmenge gut gepasst. Effiziente Anpassung für maximale Wirkung Die Besonderheit war, eine Maschine, die eigentlich für einen anderen Zweck konzipiert wurde, so zu adaptieren, dass sie in Symbiose mit baulichen Gegebenheiten Leistungsreserven und einen hohen Kundennutzen bei minimalen Umbau-Massnahmen bringt. Wenn Sie auch knifflige Themen haben, sprechen Sie uns an. Mehr Informationen über die HUBER Schachtsiebanlage ROTAMAT® RoK4: www.huber-se.com/de-de/produkte/detail/huber-schachtsiebanlage-rotamat-rok4/[...]