Innovatives Flusswärmeprojekt in Wittenberge: Klimaschonende Fernwärme mit HUBER ThermWin
Die Stadtwerke Wittenberge haben sich das Ziel gesetzt, bis 2045 die Wärmeversorgung der Stadt im Nordwesten Brandenburgs und der dazugehörigen Ortsteile weitestgehend klimaneutral zu gestalten. Dazu werden im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung verschiedene Potenziale untersucht, wie das Wärmenetz ausgebaut und dekarbonisiert werden kann.
Flusswasser als Quellenenergie
Ein erster Schritt in diese Richtung wurde Ende letzten Jahres fertiggestellt: Eine Heizzentrale mit Wärmepumpensystem, Elektroheizkessel und BHKW wurde neu gebaut. Die Wärmepumpen nutzen das Flusswasser der Stepenitz als Quellenenergie. Der elektrische Strom dafür kommt aus dem BHKW.
Durch die biologischen Aktivitäten im Flusswasser kann die Wärmepumpe nicht direkt beschickt werden – das Biofouling, der unerwünschte Bewuchs von Unterwasserstrukturen durch Mikroorganismen, Pflanzen, Algen und Tiere, würde die Leistung der Wärmepumpe beeinträchtigen und hätte einen extremen Wartungsaufwand zur Folge.
HUBER Abwasserwärmetauscher RoWin14
Dabei spielt der neu installierte HUBER Abwasserwärmetauscher RoWin14 eine entscheidende Rolle. Durch das Zwischenschalten der HUBER-Anlage wird die Energie aus dem Fluss zunächst auf ein sauberes Medium, das Heizungswasser, übertragen, wodurch die Wärmepumpe einwandfrei betrieben werden kann.
Der Prozess
Um die Wärme aus dem Fluss zu gewinnen, werden ca. 200 m³/h Wasser aus dem Fluss durch ein Auslaufbauwerk ausgeleitet. Das Wasser wird mittels Trommelsieb grob vorgereinigt und mit Pumpen in das 270 Meter entfernte Heizkraftwerk gepumpt.
Vollautomatisches Reinigungssystem
Dort überträgt der HUBER Abwasserwärmetauscher RoWin14 die Wärme auf einen Zwischenkreis. Das auf der Wärmetauscheroberfläche entstehende Biofouling wird vollautomatisch mittels dem patentierten Reinigungssystem zuverlässig entfernt. Somit kann die ausgelegte Leistung garantiert übertragen werden.
Die Wärmepumpe der Fa. Carrier kann die auf das Heizkreiswasser übertragene Flusswärme als Quellenenergie nutzen und somit eine Heizleistung von ca. 1.100 kW bereitstellen. Dabei kommen bis zu 780 kW aus dem Fluss.
Die Anlage läuft seit der Inbetriebnahme 2024 zuverlässig und liefert saubere Wärmeenergie, die Stadtwerke sind zufrieden. Andere Stadtwerke haben die Anlage bereits besichtigt und evaluieren eine Flusswasserwärmenutzung nach dem Vorbild in Wittenberge.




